: Dr. Manfred Nelting
: ElternSein in Umbruchzeiten Band 3 TABUS in Familie, Schule und Gesellschaft
: basic erfolgsmanagement
: 9783949217432
: 1
: CHF 7.10
:
: Familie
: German
: 160
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Trilogie 'ElternSein in Umbruchzeiten' ist für Eltern geschrieben, die in den aktuellen Herausforderungen unserer Zeit ihre innere Balance behalten bzw. wiederfinden wollen für sich und zum Wohle ihrer Kinder, ein Kompass zum Verstehen und zur Orientierung auf dem jeweils eigenen Weg. Band 3 heißt 'Tabus in Familie, Schule und Gesellschaft' und richtet den Fokus darauf, wie wir unsere Schulen 'umstülpen' müssen, wie wir in unserer Konsumgesellschaft heute mit Kindern umgehen, welche Ziele wir ihnen auferlegen und wie wir sie als Allgemeinheit schützen können in ihrer Kreativität und 'Unversehrtheit' (Grundgesetz Art. 2 II). Dieses Buch ist geschrieben für alle, die mit Kindern zu tun haben, in erster Linie Eltern und LehrerInnen, aber auch für ÄrztInnen und PolitikerInnen. In allen Ländern der Welt, so auch in Deutschland, können Eltern die in Band 1 dargestellte, liebevolle Begleitung der Kinder in der Familie viel zu häufig nicht umsetzen, die Gründe sind in den drei Bänden der Trilogie umfangreich dargestellt. Im Übrigen ist jedes dritte Schulkind aktuell psychisch auffällig. Schule, Eltern und Politik müssen hier radikal neue Wege gehen und von Grund auf neugestalten, damit möglichst alle Kinder unversehrt aufwachsen können. Schule braucht einen anderen und natürlichen Boden, wenn Kinder und Jugendliche dort gedeihen sollen, insbesondere brauchen sie begeisterte Lehrer, die in ihrer Arbeit Freude haben. Es braucht eine riesige politische Anstrengung, den Lehrerberuf für die hierfür geeigneten Menschen attraktiv zu machen und diese Investitionen in die Kinder mit Vorrang in den Budgets zu verankern. Die Inhalte von Band 1 'Die ersten 1000 Tage im Leben' und Band 2 'Elternschaft - neue Dimension der Liebe' siehe im Anhang dieses Buches. Es ist eine Auskopplung aus dem Hauptwerk EINSICHT in UNerhörtes - Vom Schweigen zum Handeln ISBN 978-3-3949217-00-5

Dr. med. Manfred Nelting, geb. 1950 in Hamburg, ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Facharzt für Allgemeinmedizin mit Naturheilkunde und Homöopathie. Zusammen mit seiner Frau Elke Nelting hat er seit 2004 die Gezeiten Haus Kliniken gegründet, Akutkliniken für Psychosomatische Medizin und Traditionelle Chinesische Medizin. Nelting blickt aus seinen nunmehr über 50 Jahren Erfahrungen im Gesundheitssystem und 30 Jahren Betrieb eigener Kliniken auf die heutige Zeit. Er ist Autor u. a. von Bestsellern zu Burn-out und anderen gesellschaftlichen Themen der Zeit, insbesondere zu Gesundheit und Schutz von Kindern und systemischer Neugestaltung von Schule und Kitas. Nelting praktiziert QiGong und TaiJi und ist zertifizierter TaiJi-Lehrer. Im Magazin 'Schule - Pro Bildung' ist er Mitglied des Beirats. Er arbeitet in einer europäischen Expertengruppe zur Gründung einer europäischen 'Gesundheits'-Kasse als Modellprojekt mit. Ziel ist es zu zeigen, dass ein Paradigmenwechsel von Krankheits- zu Gesundheits-Orientierung im Gesundheitssystem sinnstiftend, Gesundheits-erhaltend, Gesundheits-fördernd und machbar ist. Er ist Senior Advisor für Gesundheitsfragen im Weltzukunftsrat (WFC). www.neltings-welt.de

Kapitel 2


Schutzlose Kinder – die Tabus


2.1 Verrat am Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit


„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

Die Freiheit der Person ist unverletzlich. …“

Artikel 2 II des Grundgesetzes

Die Väter und Mütter des Grundgesetzes (es gab übrigens neben den 61 Männern auch tatsächlich vier Frauen, die das Grundgesetz mitgeprägt haben) konnten damals die Entwicklungen, z. B. auch die der Digitalisierung, natürlich nicht vorhersehen. Körperliche Unversehrtheit und Freiheit der Person schienen klar definierbar zu sein (wobei körperliche Züchtigung damals als „normal“ galt).

Dieses Recht beginnt im gesunden Volksempfinden sofort mit der Geburt und gilt für jeden Menschen, also natürlich auch für Kinder. Eigentlich bestreitet das niemand. Allerdings wird es doch für notwendig gehalten, die UN-Kinderrechte noch in das Grundgesetz einzubringen.

Das ist angesichts der aktuellen und für mich völlig unverständlichen Rechtsauffassung in Deutschland auch richtig, weil skandalöserweise unter „Jeder“ im Grundgesetz die Kinder offensichtlich nicht eindeutig gemeint waren/sind bzw.:

„ … um auch für Erwachsene geltende Grundrechtsnormen so auszulegen, dass diese für Kinder einen spezifischen Gehalt ausweisen.“ (aus dem „Gutachten bezüglich der ausdrücklichen Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz nach Maßgabe der Grundprinzipien der UN-Kinderrechtskonvention“, Prof. Dr. Dr. Rainer Hoffmann und Dr. Philipp B. Donath (beide Goethe-Universität Frankfurt/Main)).

Die Bundesregierung will die UN-Kinderrechte nun also tatsächlich in das Grundgesetz einbringen. Die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey nannte den Umgang mit Verdachtsfällen von Kindesmissbrauch in der Debatte z. B. als Anwendungsfall.

Für den Embryo wird das Recht auf Leben und inwieweit § 2 II GG bereits seinen Schutz fordert, dagegen anhaltend kontrovers in der Gesellschaft und Politik diskutiert, u. a. in der Abtreibungsdebatte, aber auch bei der künstlichen Befruchtung und der Gen-Editierung.

Eindeutig klärende Aussagen dazu finden sich im Grundgesetz nicht, eben weil das „Jeder“ offensichtlich Interpretations-Spielraum lässt. Die Ethik-Kommission des Bundes hat jetzt begonnen, der Interpretation hier Richtungen vorzugeben, allerdings noch recht vage.

Ich gehe im Weiteren davon aus, dass das „Jeder“ im Grundgesetz auch alle Kinder meint. Dies wird ja auch hoffentlich so kommen, da die Bundes- und Landes-Regierungen für die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz mittlerweile entsprechende Beschlüsse gefasst haben, auch wenn es nun immer weiter verschoben wird, u. a. mit Hinweis auf die Corona-Krise.

Schauen wir uns dies nun für den Bereich der körperlichen Unversehrtheit an:

Körperliche Unversehrtheit