: Thomas Köhler
: Schokosushi
: Books on Demand
: 9783756264735
: 2
: CHF 11.70
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 458
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Nach ihrer Niederlage an einer TV-Quizshow überstürzen sich die Ereignisse im Leben von Heidi Robusta. Von der Boulevardpresse in Bedrängnis geraten, nutzt Heidi den Trostpreis von Diamond-Luxusreisen und reist mit deren Gruppe nach Japan. Ungeahnt, Stunden vor dem Abflug ereignet sich in Japan eine fürchterliche Naturkatastrophe. Ken, der Fremdenführer, wird beauftragt, die Schweizer Reisegruppe zu betreuen. Die Planung läuft völlig aus dem Ruder und gerät in eine ungeahnte Dimension.

Thomas Köhler, Jahrgang 1967, lebte von 1997 bis 1999 in Japan und erlernte die japanische Sprache bis zum Abschluss des Japanese Language Proficiency Test (JLPT N2). Mit seinen Reisen in den letzten 25 Jahren durch alle 47 Präfekturen Japans lernte er die japanische Kultur und die Sitten dieses Landes auf natürliche Weise kennen. Nach dem schweren Erdbeben am 11. März 2011 ging er aus Solidarität 2900 km zu Fuss durch Japan. Dafür erhielt er von der japanischen Regierung eine Auszeichnung und als Bürger von Winterthur eine Ehrenurkunde der Stadt. Seine Reise zu Fuss durch Japan wurde dokumentiert. Der daraus entstandene, inspirierende Film «Negative Nothing» füllte über zwei Jahre lang Kinosäle in der Schweiz und Japan. 2014 wurde er während sechs Monaten auf allen Langstreckenflügen der Swiss International Air Lines gezeigt. 2016 schrieb Thomas Köhler in Zusammenarbeit mit Yoshi Huggler das Reisehandbuch «Reisebereit für Japan?», das zum Bestseller wurde. Danach folgte das Buch, «Darf es auch ein bisschen mehr Japan sein?», in dem er über seine persönlichen Reiseerfahrungen berichtet. Thomas Köhler ist Inhaber der auf Japan spezialisierten Reisefirma japan-ferien.ch GmbH und Mitinhaber der Marimo Japan Shop GmbH in Winterthur.

JAPAN

Montag , 17. November 2025

Im Onsen-Bad

Draußen war ich drinnen. Eingehüllt in den aufsteigenden Dunst saß ich im Außenbad und genoss das Schauspiel der vorüberziehenden Wolken, die das Mondlicht aufsaugten und weitertrugen. Zugleich lauschte ich den Regentropfen, die auf das Vordach prasselten und zu einem Trommelkonzert anschwollen. Immer neue Trommeln stimmten mit. In synkopischen Rhythmen pulsierend wurden sie stetig lauter, bis schließlich der donnernde Klang der Pauke das Finale ankündigte und ein unbeschreibliches Glücksgefühl in mir erwachen ließ.

Ich war befördert worden! Als Fremdenführer für ausländische Touristen war ich zum Abteilungsleiter in der Firma Happy Tours Japan (HTJ) aufgestiegen.

Die meisten nannten mich Ken, obwohl mein richtiger Name Kenichi war. Und ich? Ich dachte auch, ich sollte nur Ken sein, denn das „ichi“ stand für den ersten Sohn.

Ich fühlte mich aber nicht als Erstgeborener, weil meine Mutter zwei Jahre vor meiner Geburt einen toten Jungen zur Welt gebracht hatte.

Es muss eine sehr schmerzhafte Erfahrung für sie gewesen sein. Beinahe täglich erzählte sie mir, wie schön es gewesen wäre, mich mit meinem älteren Bruder aufwachsen zu sehen. Nach all den Jahren hörte ich sie immer noch oft mit ihm sprechen. Momente, die mich traurig stimmten. Meine Eltern hatten stets das Beste für mich gewollt, was rückblickend aber nicht immer das Beste war, denn ich habe nie um etwas kämpfen müssen. Mir wurden alle Steine aus dem Weg geräumt. Erst als ich mein Studium in Osaka, weit weg von meinem Elternhaus, begonnen hatte, wurde mir klar, worum es im Leben ging.

Mein Vater starb vor fünf Jahren, danach wurde Mutter sehr einsam. So entschloss ich mich, nach dem Studium wieder in die Präfektur Saitama in ihre Nähe zu ziehen. Das kam m