: Andreas Schlüter
: Young Guardians (Band 1) - Eine gefährliche Spur Spannende Action für Leser ab 11 Jahre
: KARIBU
: 9783961293735
: 1
: CHF 8.90
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 272
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Seit dem Unfalltod seiner Eltern ist Robin im Kinderheim aufgewachsen. Doch dann entdeckt er, dass sein Vater gar nicht tot, sondern nur verschollen ist. Robin flieht aus dem Heim und macht sich auf die Suche. Die Spur führt ihn in den Hafen, doch bald schon findet er sich in einer Großstadt-Parallelwelt aus zwielichtigen Gestalten, Korruption und allen möglichen Gefahren wieder. Nachdem er auch noch von einer vermeintlichen Helferin übers Ohr gehauen wird, steht er ohne Geld, Nahrung oder Hilfe da. Einzig ein Straßenhund, den er nach Robin Hoods Gefährten 'Little John' nennt, leistet ihm noch Gesellschaft. Dann trifft er zufällig auf Ronja, eine Tochter aus gutem Hause. Sie hat ein Herz für Streuner, nimmt sich Robins und Little Johns an und verschafft ihnen einen geheimen Unterschlupf. Gemeinsam forschen die beiden Jugendlichen weiter und finden heraus, dass Robins Vater Journalist war und kurz davorstand, einen Umweltskandal aufzudecken. Ein Naturschutzgebiet ist in Gefahr, und sie sind entschlossen, für die Natur und ihre Lebewesen einzustehen. Der Kampf der Young Guardians beginnt.

Andreas Schlüter, geboren in Hamburg, leitete mehrere Jahre Kindergruppen in sozialen Brennpunkten. Er gründete ein Journalistenbüro, schrieb Reportagen für Zeitungen und arbeitete als Nachrichtenredakteur fürs Fernsehen. Seit seinem Durchbruch als Schriftsteller hat er über 120 Kinder- und Jugendbücher geschrieben und arbeitet immer wieder auch als Drehbuchautor.


EINE BRISANTE AKTE


Hausmeister Donner besaß selbstverständlich Schlüssel für alle Räume des Heims. Ebenso die Putzkräfte, die die Büros einmal pro Woche reinigten. Aber die kamen immer nur montags. So lange konnte Robin nicht warten, denn der Hochzeitstag seiner Eltern war bereits morgen. Zum Glück trug Hausmeister Donner seine ganzen Schlüssel nie bei sich, sondern hatte sie ähnlich wie in manchen Hotels an einem großen Schlüsselbrett hinter sich am Schreibtisch hängen. Unmöglich, unbemerkt an sie heranzukommen, wenn Herr Donner in seinem Büro saß. Da saß er im Moment aber nicht, sondern mähte hinten im Hof das kleine Rasenstück, auf dem zwei Sitzbänke standen. Auch das tat Herr Donner regelmäßig am Freitagnachmittag, wenn es nicht gerade regnete – immer kurz, nachdem Fred sich ins Wochenende verabschiedet hatte. Durch diese Regelmäßigkeit war es fast ein Kinderspiel, sich den Schlüssel für Freds Büro auszuborgen. Schwieriger würde es da vermutlich schon werden, den Schlüssel zurückzubringen. Das sollte Jonas’ Aufgabe sein, erläuterte Robin. Sollte der Hausmeister unverhofft auftauchen oder bereits zurück vom Mähen an seinem Tisch sitzen, wenn Robin wiederkam, würde Jonas ihn ablenken beziehungsweise von seinem Platz fortlocken.

»So weit ist alles klar«, stimmte Jonas zu. »Aber wie kommst du an den Aktenschrank heran?«

Robin lächelte. »Ich war so oft wegen irgendwelcher Fragen oder Bitten in Freds Büro oder auch, um mir eine Standpauke abzuholen, dass ich genau weiß, wo er den Schlüssel für den Aktenschrank versteckt. Das heißt, Versteck kann man das gar nicht nennen. Der Schlüssel liegt immer rechts in der oberen Schreibtischschublade.«

Jonas zog erstaunt die Augenbrauen hoch.

»Interessant!«, murmelte er. »Fred ist so ein Chaot. Ich hätte nicht gedacht, dass der für irgendetwas einen festen Platz hat.«

Robin lachte auf. »Da hast du recht. Vermutlich macht er mit dem Schlüssel eine Ausnahme, weil die Akten so wichtig sind, dass er ihn auf gar keinen Fall verlieren darf.«

Sie hatten ihre Schultaschen im Zimmer abgelegt. Nun tranken beide noch die restlichen Schlucke Wasser aus ihren Trinkflaschen.

Dann ging es los.

»Bereit?«, fragte Robin.

»Klar!«, antwortete Jonas.

Sie gingen aus dem Zimmer und – prallten gegen Bernd Ross, der vor ihrer Tür stand und offenbar auf die beiden gewartet hatte.

Mist!, fluchte Robin innerlich. Das würde ihn wertvolle Zeit kosten.

Jonas wich sofort ängstlich einen Schritt zurück und stellte sich halb hinter Robin.

»Da seid ihr ja, ihr beiden Petzen!«, empfing Bernd sie. »Ihr habt mich bei Fred angeschwärzt.«

»Erstens stimmt das nicht. Und zweitens haben wir gerade keine Zeit. Tschüss!«, sagte Robin und wollte Bernd sachte beiseiteschieben, weil er den Weg versperrte.

Doch Bernd ließ sich nicht abdrängen, sondern blieb stehen wie ein Fels im Flur.

»Mach keinen Ärger und lass uns durch!«, forderte Robin.

»Sonst was?«, fragte Bernd provozierend. »Schlägst du wieder mit einer Pfanne zu?«

»Wenn es sein muss«, drohte Robin.

»Dann kriegst du aber ganz besonderen Ärge