: James Lee Burke
: Verschwinden ist keine Lösung Ein Dave Robicheaux-Krimi, Band 23
: Pendragon Verlag
: 9783865328564
: Ein Dave Robicheaux-Krimi
: 1
: CHF 16.20
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 472
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Mafia-Spross Johnny Shondell hat sich in die Tochter eines rivalisierenden Clans verliebt. Isolde Balangier soll als Friedensangebot verheiratet werden - allerdings nicht an Johnny. Daraufhin tauchen die beiden unter. Als Dave Robicheaux mit der Suche nach dem verschwundenen Paar beauftragt wird, werden er und sein bester Kumpel Clete Purcel in die gefährliche Welt des organisierten Verbrechens gezogen. Nicht nur, dass das eingespielte Team zwischen die Fronten gerät; Dave verliebt sich fatalerweise auch noch in die Frau des Mafiosi Adonis Belangier. Bald schon sieht sich der Detective mit den Grenzen seines Verstandes konfrontiert, als die Ankunft eines mysteriösen Fremden innere Dämonen weckt, von denen Dave dachte, dass er sie längst überwunden hätte ...

James Lee Burke, 1936 in Louisiana geboren, wurde bereits Ende der 1960er Jahre als neue Stimme aus den Südstaaten gefeiert. Mitte der 1980er Jahre begann er Kriminalromane zu schreiben, in denen er die unvergleichliche Atmosphäre von New Orleans mit starken Geschichten verbindet. »America's best novelist«, schrieb »The Denver Post« über James Lee Burke. Er wuchs an der Golf-Küste auf, schlug sich nach dem Studium mit diversen Jobs durch, u.?a. bei einer Ölfirma, als Journalist, Englischdozent und Sozialarbeiter. Burke schrieb 26 Kriminalromane, Kurzgeschichten und wurde mit zahlreichen Preisen bedacht, wie z.?B. zwei Mal mit dem Edgar Allan Poe Award und mehrfach mit dem Hammett Prize sowie mit einer Nominierung für den Pulitzer-Preis. Seinen internationalen Durchbruch hatte er mit der außergewöhnlichen Krimi-Reihe um den Polizisten Dave Robicheaux. Robicheaux gehört zu den sperrigsten Ermittlern der Kriminalliteratur. Innerhalb der Dave-Robicheaux-Reihe veröffentlichte Burke seit 1987 insgesamt 23 Bände. Im Pendragon Verlag werden in den nächsten Jahren regelmäßig Kriminalromane der Robicheaux-Reihe erscheinen. Aus der Dave-Robicheaux-Reihe wurden zwei Krimis verfilmt: Mississippi Delta - Im Sumpf der Rache (Originaltitel: »Heaven's Prisoners«) mit Alec Baldwin in der Hauptrolle und »Mord in Louisiana« (Originaltitel »In the Electric Mist ...«) mit Tommy Lee Jones und John Goodman Burke wurde mehrfach mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet, zuletzt 2015.

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Ihr wisst ja, wie das ist, wenn man zu lange auf dem Globus herumgewandert ist und sich schon zu oft mit vier Fingerbreit Jack im Humpen und einem Bier oder mit irgendeinem anderen Fusel, den man gerade zur Hand hat, die Birne weggeballert hat. Und wenn das nicht reichte, man am nächsten Morgen vielleicht mit einem halben Dutzend Bechergläsern voll zerstoßenem Eis, Kirschen, Orangenscheiben und Wodka noch eins draufsetzt, um die Schlangen und Spinnen zurück in den Keller zu treiben.

Wow, wie irre. Wer hätte gedacht, dass wir je sterben würden?

Aber wozu all das Geschwafel? Ich sag euch, was das soll. Ich rede von diesen Augenblicken, wenn man seine Rüstung ablegt, zugedröhnt oder nicht, und sich in der Unermesslichkeit der Schöpfung verliert und zu tief in unsere Vergänglichkeit blickt, in unseren Hang zur Gier und der Bereitschaft, den großen blauen Planeten zu zerstören, und einen kurzen Moment lang erschrickst du dich so sehr, dass du dich fragst, warum du dein Porridge nicht schon vor langer Zeit an der Decke verteilt hast.

Einmal überkam mich dieses Gefühl, als ich im Sonnenuntergang auf einem Pier in Texas stand, während die Wellen unter mir entlangrollten und so hart wie Blei gegen die Pfähle schlugen. Der Wind blies eine eiskalte, schimmernde Gischt auf meine Haut und Kleidung, die Wolken erstrahlten in grüngoldenem Licht, so hell wie Acetylen-Fackeln, vom Vergnügungspier schallte Dampforgelmusik und das Ploppen von Schießbuden herüber. Es war einer der Augenblicke, in denen man zwischen Leben und Tod hängt und sich danach sehnt, gleichermaßen an der Erde und der Ewigkeit festzuhalten, und jene Tage und Nächte bereut, die man über das Seitendeck gekippt ist, während man gerade dabei war, sein Leben zu zerlegen.

Ich rede von der Erkenntnis, sterblich zu sein, aber nicht von der Art, die einen im Hospiz beschleicht, oder beim Krächzen der Aasvögel auf einem Schlachtfeld, oder wenn ein betrunkener Fahrer über einen Bordstein donnert und auf einen Spielplatz zuhält. Ich rede davon, zu sehen, wie das siebte Siegel gebrochen wird und eine Reihe mittelalterlicher Leibeigener, Lehnsherren und Jungfrauen sich auf den Weg über einen Hügel beg