„Was für ein Zimmer hätten Sie denn gerne?“, fragt mich die freundliche Frau im engen Kleid. Es ist schon fast unschicklich eng, doch die Zeiten ändern sich. Ich werde alt. Nein, ich muss mich korrigieren: Ich bin alt.
„Ich habe reserviert. Telegrafisch, genaugenommen. Mein Name ist C. Auguste Dupin“, stelle ich mich vor. In Paris wäre der Name etwas wert gewesen, hier nicht. Zugegeben, in Paris auch nur in gewissen Kreisen. Die Frau nickt ruckartig und sieht in ihrem kleinen schwarzen Büchlein nach. Es ist kein sehr teures Hotel, aber das Frisian Palace ist sauber und liegt zentral in London. Was will man mehr? Mein Weg war beschwerlich von Paris aus. Das hat aber weniger mit der Reiseweite zu tun, als mit etwas viel Banalerem: Ich werde auch nicht jünger. Wie ich es hasse, dass ich nun diesen Stock brauche, auf den ich mich stütze. Alles dauert einfach länger.
„Ismael bringt Sie herauf, Mister Dupin“, sagt die Frau und winkt den dunkelhäutigen Pagen in seiner blassroten Jacke, die die Uniform dieses Hotels darstellt, heran. Er nimmt mir die Reisetasche ab und geht vor. Ich bemühe mich, Schritt zu halten. Ismael geht nicht besonders schnell. Ich bin mit dem dritten Bein nur etwas unsicher.
Es geht glücklicherweise nur ei