1921, Rothwell, England: Das schöne Leben
Amelia
Elisabeth rümpfte die unförmige Nase und bedeutete Wilbur mit einem abfälligen Winken, ihren Frühstücksteller abzuräumen. »Was soll das sein? Speck und Toast? Ist das Ihr Ernst? Ich glaube, mich erinnern zu können, dass ich laut und deutlich den Wunsch nach einer Grapefruit geäußert habe.«
»Wir alle hörten es«, pflichtete Charlotte mit ihrer schrillen Piepsstimme bei und unterdrückte sichtlich ein Kichern.
Wilbur blinzelte die beiden Damen verdutzt an, bevor er Amelia einen hilfesuchenden Blick zuwarf. Diese nippte lediglich an ihrem Tee und ignorierte den Diener ebenso geflissentlich, wie sie es mit ihren Schwestern tat.
Wenn er sich nach Beistand sehnte, sollte er doch im Dienstbotenzimmer danach suchen, nicht bei ihr. Denn seit Amelia einmal unabsichtlich mit angehört hatte, wie das Personal über die Familie herzog, hielt sie sich mit ihrem Mitgefühl ihnen gegenüber stark zurück.
»Sagen Sie es mir, falls ich Sie langweile, Wilbur«, setzte Elisabeth nach, um seine Aufmerksamkeit wiederzuerlangen, und reckte das Kinn noch ein bisschen höher. »Wie gedenken Sie diesen Fauxpas nun gutzumachen?«
»Aber Madam ... Sie sagten ...«, stammelte er und musterte den Teller und Elisabeth im Wechsel. Offenbar war er sich sicher, dass sie zunächst nach Speck und Toast verlangt hatte. Das hatte sie auch, sie trieb nur wieder ihre albernen Scherze mit ihm.
»Wilbur«, raunte Stanton, der alte Butler, und nickte vielsagend in Richtung Tür.
»Jawohl, Mister Stanton.« Nun kam endlich Bewegung in den jungen Diener. »Verzeihen Sie mir, Madam. Ich trage Ihnen sofort Ihr Frühstück auf.« Unter einer Salve von Entschuldigungen nahm er den Teller und bewegte sich rückwärts auf die Tür zu.
Die beiden kicherten zufrieden, nachdem er verschwunden war, während Amelia seufzend mit den Augen rollte. Dieser geistlose Streich bestätigte ihr nur