: Simone Atangana Bekono
: Salomés Zorn Roman
: Verlag C.H.Beck
: 9783406800016
: 1
: CHF 16.20
:
: Erzählende Literatur
: German
: 246
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Simone Atangana Bekono legt mit 'Salomés Zorn' ein erstaunliches Debüt über das Aufwachsen in einem rassistischen Umfeld vor. Mit der Geschichte der Jugendlichen Salomé, die ihre Wut nicht kontrollieren kann und sich zunehmend an den Rand der Gesellschaft manövriert, erzählt sie auf eindringliche Weise, wie stark das Gefühl des Fremdseins ein Leben dominieren kann. 'Du musst deiner Faust folgen', erklärte er und machte mir den Schlag vor. 'So, als ob du ein Loch in deinen Feind schlagen willst.' Salomés Vater weiß, was Rassismus bedeutet. Als Kameruner in der niederländischen Provinz hat er ihn oft genug am eigenen Leib erfahren. Für ihn liegt es auf der Hand, was er seiner sechzehnjährigen Tochter mit auf den Weg gibt: Du musst kämpfen. Seinen Blick voller Scham, als sie verhaftet wird, vergisst Salomé nicht. Die Jugendstrafanstalt, in die sie gebracht wird, ist kaum beklemmender als das Dorf, in dem sie aufgewachsen ist. Doch muss sich Salomé hier zum ersten Mal wirklich mit dieser großen Wut auseinandersetzen, die ihr Handeln immer stärker bestimmt. Und das ausgerechnet mit dem Therapeuten Frits, den sie aus 'Hello Jungle' kennt, einer Trash-TV-Show, die mit den fremdenfeindlichen Vorurteilen ihrer Kandidaten auf Quotenfang geht. Aber mit Gewalt und Verachtung wird sie hier nicht weiterkommen, Salomé muss umdenken - und beginnt zu verstehen, dass ihre eigene Feindseligkeit nichts von dem aufwiegt, was sie selbst so verachtet.

Simone Atangana Bekono wurde 1991 in Dongen, Niederlande, geboren. Sie studierte Kreatives Schreiben an der ArtEZ Universität der Künste und schloss ihr Studium dort 2016 mit einer preisgekrönten Gedichtesammlung ab. 2020 wurde sie vom"de Volkskrant" zu einem der literarischen Talente des Jahres ernannt."Salomés Zorn" ist ihr erster Roman.<br><br>< div> Ira Wilhelm, 1962 in Lahr geboren, lebt als Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin aus dem Niederländischen in Berlin. Zu den von ihr übersetzten Autor:innen zählen u.a. Anneke Brassinga, Stefan Hertmans, Ilja Leonard Pfeijffer.</div>

«Ich gebe zu», sagt Frits langsam, «dass ich das gar nicht mehr so genau weiß. Ich war schon so oft in Afrika gewesen und ich dachte, es wäre spaßig, bei einer Show mitzumachen, bei der es um etwas geht, das mich interessiert. Ich liebe Afrika, ich möchte, dass du das weißt.»

«Okay.»

«Das Ganze war ziemlich banal. Reine Unterhaltung. Nicht so mein Ding. Aber je mehr Zeit man in Gesellschaft von solchen Leuten verbringt, tja …» Er seufzt, und ich betrachte die Karte von Afrika, und die Reißnägel. «Bevor man was merkt, ist man mittendrin.»

Ich habe geglaubt, sagte Miriam, als ich sie nach den Jungs im Auto fragte, dass er mich mag.

Was für ein außergewöhnliches Mädchen, so besonders, so schlau.

Frits geht in einer der ersten Folgen der Show auf Bauer Bassa zu und fragt: «Do you know the tribe called the He-re-ro from Na-mi-bi-e?!»

Bassa schaut in die Kamera: «Glaubt der Idiot, dass er in Namibia ist?»

«You remind me of my friends there», sagt Frits fröhlich und deutet vage in die Ferne. «Such interesting people! Wunderschön dort. Wirklich.Beautiful

«Thank you», sagt Bassa.

Frits nickt heftig.