2018
Die Bestatterin ist die Letzte. Sie starrt auf die Reste des Leichenschmauses und sieht enttäuscht aus, vermutlich, weil nur noch die verbrannten Randstücke am Kuchenblech kleben. Sie drückt die schwarze Mappe, mit der sie die Trauergäste am Vormittag zu ihren Plätzen dirigierte, an sich und wippt von einem Bein aufs andere. Sie schaut auf die Uhr, wippt, zieht dann die Mappe hervor, als wäre just in diesem Moment ein Öffnen möglich, und entnimmt einen Umschlag. Sie räuspert sich, schiebt ihn über den Küchentisch wie eine Nachricht, die besser ein anderer überbracht hätte. »Sie wissen schon, die Rechnung.« Dann tritt sie an das Tischchen, auf dem zwei nicht geleerte Flaschen neben dem Foto von Helenes Vater stehen, hantiert.
Wie schafft sie es nur, den Riesling von der einen in die andere Flasche zu schütten, ohne dass ein Tropfen verloren geht?, denkt Helene.
»Übung«,sagtdieBestatterinund: »Wärjazuschade.«
Heleneistirritiert.Sienickt.
WenigspäterschlägtdieTürinsSchloss,dieRechnungmachteinenSatz.
DieserRekordhättedichbegeistert.KeinesechzigMinutenfürfünfBlecheApfelstreuselundsechs,nein,siebenFlaschenRiesling.HelenerücktdasBildihresVatersin