: Christina Wolff
: Die Geister der Pandora Pickwick (Bd. 1) https://os.bookwire.de/contentEBookContentList?status=97&contentTypeId=-1&setNumber=-1&validTo=-1
: Woow Books
: 9783961770557
: 1
: CHF 7.10
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 256
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Nirgendwo fühlt sich Fanny so wohl wie in dem Antiquitätenladen ihrer Tante Harriet. Wie wunderbar, dass sie die Sommerferien dort verbringen darf! Doch im Laden stimmt etwas nicht. Dinge verschwinden wie durch Zauberei, gerade abgewischte Möbel stauben innerhalb von Sekunden wieder ein, und nachts ist ständig irgendwo ein Rumpeln und Poltern zu hören. Allerdings tut Tante Harriet so, als wäre das völlig normal. Doch Fanny ahnt, dass Harriet ihr etwas verheimlicht - genau wie bei der Frage, wer ihre leiblichen Eltern sind. Der erste Band der Pandora Pickwick-Reihe

Christina Wolff arbeitete als Grundschullehrerin, bevor sie sich als Autorin selbstständig machte. Wenn sie nicht gerade Bücher schreibt, räumt sie gerne ihre Wohnung um, stöbert in ihrem Lieblingsbuchladen und isst jede Menge Käsekuchen. Sie lebt mit ihrer Familie und einer frechen kleinen Hundedame in Hannover.

Fannys Mum hatte mal wieder alles im Griff. Schon vor drei Tagen hatte sie Fannys Koffer gepackt, um ihn danach noch fünf Mal umzupacken. Nun war Fanny sogar mit einem Schuhlöffel und mit Warzenpflastern ausgestattet. Dabei hatte sie in ihrem Leben noch nie eine Warze gehabt. Doch ihre Mum meinte, man könne ja schließlich nie wissen, was passiert. Womit sie natürlich recht hatte, wie sie jaimmer bei allem recht hatte!

Heute war endlich Samstag, und Fanny hievte das tonnenschwere Kofferungetüm schnaufend aus dem Haus und in den grauen Bentley. Ihre Mum trommelte bereits unruhig auf das Lenkrad. Während der Fahrt redeten sie nicht viel. Fanny wusste, dass ihre Mutter angespannt war. Wie jedes Mal, wenn sie ihre Schwester Harriet treffen würde. Fannys Laune hingegen war wie das Wetter: wolkenlos und frühsommerlich warm.

Nach zwanzig Minuten Stadtverkehr stoppte der Bentley kurz vor dem Laden mit der grün lackierten Fassade, und während ihre Mum noch einen Parkplatz suchte, rollte Fanny das Koffermonster bereits auf die Ladentür zu. Mit jedem Schritt machte ihr Herz einen kleinen Hüpfer. Sie liebte das Geschäft ihrer Tante, das bis unter die Decke mit Krimskrams vollgestopft war: Geschirr, Möbel, Postkarten, verstaubte Bücher und so sonderbare Dinge wie Zeitungsumblätterstäbe aus Ebenholz und sogar Schrumpfköpfe – die natürlich nicht echt waren, wie Tante Harriet versicherte.

Fanny reckte ihre Nase in die Luft. Der Laden verströmte seinen Duft bis hierher auf die Straße. Eine Mischung aus Holzpolitur, Staub, Tee und Keksgeruch. Lecker! Als sie die Ladentür öffnete, ertönte die kleine rostige Glocke über dem Eingang.

»Komme gleich!«, rief es von irgendwoher.

Pandoras Antiques bestand aus drei vollgestopften Verkaufsräumen. Dem vorderen, in dem Fanny sich gerade befand, einem zweiten, der ein paar Stufen höher zum Hof hin lag, und dem dritten in der ersten Etage, der über eine Wendeltreppe mit dem Rest des Ladens verbunden war.

Fanny blieb mit ihrem Koffer neben der Ladentheke stehen und begrüßte Grandma Pandora. Natürlich nicht Grandma Pandora persönlich. Die Namensgeberin des Ladens war schon gestorben, als Fanny noch ein Baby war. Aber es hing eine goldgerahmte Fotografie von ihr an der Wand, und weil Harriet die Angewohnheit hatte, mit dem Bild ihrer Mutter zu sprechen, sagte auch Fanny Pandora stetsHallo, wenn sie in den Laden kam.

»Bin schon da!«, schallte Harriets Stimme aus der oberen Etage herunter. Fanny hörte, wie Schritte auf den Holzstufen klackerten. Als Harriet ihre Nichte erblickte, legte sie verdutzt den Kopf schief.

»Du hast es vergessen!«, stöhnte Fanny.

»Was? Nein … Quatsch, natürlich nicht!« Harriet eilte auf Fanny zu, um sie in die Arme zu schließen.

»Du hast esdoch vergessen, oder?«, fragte Fanny, nachdem ihre Tante ihr fast die Luft abgedrückt hatte.

»Na ja, vielleicht ein klitzekleines bisschen«, gab Harriet zu. »Tee?«

Fanny nickte, und Harriet verschwand durch den bunten Glasperlenvorhang in die Ladenküche. Bald darauf kam sie mit einem Tablett zurück, auf dem sie zwei Thermoskannen, drei Porzellantassen, etwas Gebäck und ein geblümtes Zuckerdöschen balancierte.

»Ich hab extra grünen Tee für deine Mutter g