: Jeffery Deaver
: Vatermörder Ein Colter-Shaw-Thriller
: Blanvalet
: 9783641306526
: Die Colter-Shaw-Reihe
: 1
: CHF 9.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 480
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ihm bleiben nur 48 Stunden, um das Leben einer ganzen Familie zu retten - der hochspannende dritte Band der packenden Thrillerreihe von SPIEGEL-Bestsellerautor Jeffery Deaver!
In San Francisco ist Colter Shaw in einer ganz persönlichen Mission unterwegs. Er setzt die letzte Ermittlung seines ermordeten Vaters fort. Dieser sammelte Beweise gegen die mysteriöse Firma BlackBridge, die als 'Problemlöser' ihrer Kunden agiert und für Hunderte von Drogentoten verantwortlich ist. Den rätselhaften Hinweisen folgend, die sein Vater hinterlassen hat, findet sich Shaw in einem gefährlichen Katz-und-Maus-Spiel wieder. Das Unternehmen hat Killer auf ihn angesetzt und ihm läuft die Zeit davon. Denn nur wenn er die Machenschaften der Firma auffliegen lassen kann, wird er auch den Mord an einer ganzen Familie verhindern können, die in achtundvierzig Stunden sterben soll. Unerwartete Hilfe bekommt er dabei von jemandem aus seiner Vergangenheit ...

Verpassen Sie nicht die anderen eigenständig lesbaren Colter-Shaw-Fälle wie zum Beispiel 'Der böse Hirte'.

Kennen Sie auch schon die Lincoln-Rhyme-Thriller? Ein Muss für alle Deaver-Fans!

Jeffery Deaver gilt als einer der weltweit besten Autoren intelligenter psychologischer Thriller. Seit seinem ersten großen Erfolg als Schriftsteller hat Jeffery Deaver sich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechselnd in Virginia und Kalifornien. Seine Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt werden und in 150 Ländern erscheinen, haben ihm zahlreiche renommierte Auszeichnungen eingebracht. Nach der weltweit erfolgreichen Kinoverfilmung begeisterte auch die TV-Serie um das faszinierende Ermittler- und Liebespaar Lincoln Rhyme und Amelia Sachs die Zuschauer. Neben Lincoln Rhyme hat Deaver mit Colter Shaw einen weiteren außergewöhnlichen Serienhelden geschaffen.

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Shaw kehrte zum Haus zurück, wollte wieder in die Küche und zu den Unterlagen, kam aber nur bis zum Wohnzimmer.

Dort hielt er abrupt inne und starrte auf ein Regal, in dem die fünfzehn Zentimeter große Bronzestatuette eines Weißkopfseeadlers stand, die Schwingen ausgebreitet, die Fänge vorgereckt, die Raubvogelaugen nach unten gerichtet.

Shaw nahm sie, betrachtete sie von allen Seiten, hielt sie wieder aufrecht.

Auf den ersten Blick schien es sich um ein gefällig modelliertes Mitbringsel aus dem Andenkenladen eines Tierparks zu handeln, ein Vitrinenobjekt der gehobenen Preisklasse.

Doch für Colter Shaw verband sich wesentlich mehr damit.

Die Figur hatte vor vielen Jahren in seinem Zimmer des Anwesens gestanden, dann war sie plötzlich verschwunden. Er hatte sich hin und wieder gefragt, was wohl aus ihr geworden sein mochte. Hatte er sie womöglich selbst irgendwann weggeräumt, um Platz für handgefertigte Waffen und Ausrüstungsgegenstände zu schaffen – oder für irgendein Fundstück seiner endlosen Wanderungen durch die umliegende Berglandschaft: Steine, Kiefernzapfen, Pfeilspitzen, Knochen?

Die Statuette nun hier wiederzufinden, machte ihn froh, denn endlich begriff er, was geschehen war. Sein Vater musste sie als Erinnerung an sein mittleres Kind hergebracht haben. Shaw war zudem erfreut, dass die Figur überhaupt noch existierte, denn wie er in ihren Besitz gelangt war, stellte einen wichtigen Aspekt seiner Kindheit dar. Das entsprechende Ereignis hatte letztlich sogar Auswirkungen auf sein heutiges Leben und seine Berufswahl gehabt.

Der Rastlose …

Doch diese Nachbildung eines Vogels in kraftvollem Flug rief auch traurige Jugenderinnerungen wach, vor allem an seinen älteren Bruder, Russell.

Vor vielen Jahren hatte Ashton Shaw aus einer Laune heraus beschlossen, dass die damals dreizehnjährige Dorion mitten in der Nacht und ungesichert eine fast fünfzig Meter hohe Felswand hinaufklettern sollte. Er nannte das eine Abschlussprüfung, und alle seine Kinder mussten sie absolvieren, wenn sie Teenager wurden.

Russell und Colter hatten die Tour bereits hinter sich, hielten diesen Initiationsritus aber mittlerweile für überflüssig, erst recht im Hinblick auf ihre Schwester. Dabei war Dorie mit Talkum und Seil genauso begabt und athletisch wie ihre Brüder und übertraf sogar Ashton selbst. Sie hatte das bereits mehrfach unter Beweis gestellt, auch bei Nacht.

Mit ihrem schon damals ausgeprägten Eigensinn beschloss Dorie, sie habe diese Prüfung nicht nötig … oder keine Lust darauf. »Nein, Ash«, verkündete sie unumwunden.

Doch ihr Vater gab nicht nach, ereiferte sich immer mehr und geriet regelrecht in Rage.

Dann griff der ältere Bruder Russell ein und stellte sich auf Dories Seite.

Die Situation eskalierte. Ein Messer kam ins Spiel – durch Ashton. Und Russell, der von seinem Vater entsprechend ausgebildet worden war, wollte seine Schwester beschützen und den aufgebrachten Mann entwaffnen.

Mary Dove, die auch als Psychiaterin ihres Mannes fungierte und seine Medikation überwachte, war zu der Zeit wegen eines familiären Notfalls nicht vor Ort, sodass kein anderer Erwachsener die Gemüter hätte beschwichtigen können.

Nach einem bis zum Zerreißen angespannten Moment gab der Vater letztlich doch klein bei und zog sich unter leisem Protestgemurmel in sein Schlafzimmer zurück.

Wenig später war Ashton dann bei dem Sturz am Echo Ridge gestorben.

Dies geschah unter fragwürdigen Umständen, und zu allem Überfluss erfuhr Shaw, dass sein Bruder im Hinblick auf seinen Verbleib am Todestag des Vaters gelogen hatte und in Wahrheit unweit des Echo Ridge gewesen war. Daher nahm Shaw an, dass Russell den Man