: Emma Mieko Candon
: Star Wars™ Ronin Ein Visionen-Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641293314
: 1
: CHF 2.70
:
: Fantasy
: German
: 512
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
»Star Wars« goes Samurai: Ein faszinierender Roman aus der Gründungszeit der Sith!

Noch vor zwei Jahrzehnten kämpften die Jedi-Klans im Auftrag lokaler Fürsten gegeneinander. Doch eine Gruppe Jedi beschloss, den ewigen Kreislauf aus Kampf und Sterben zu durchbrechen. Ihre Mitglieder sagten sich von ihren Fürsten los und griffen selbst nach der Macht. Sie nannten sich Sith. Doch die verfeindeten Lords verbündeten sich gegen sie und schufen das erste Sternenreich. Nun zieht am Rande des Outer Rim ein ehemaliger Sith ohne Ziel umher. Bis das Schicksal und die Geister der Vergangenheit ihn zwingen, erneut zu seinem roten Lichtschwert zu greifen und dem Unrecht entgegenzutreten.

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1. Darth Bane – Schöpfer der Dunkelheit
2. Darth Bane – Die Regel der Zwei
3. Darth Bane – Dynastie des Bösen

1. Darth Maul – Der Schattenjäger
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Darth Plagueis
Darth Scabrous
Dunkler Lord – Der Aufstieg des Darth Vader

Emma Mieko Candon ist eine US-amerikanische Autorin und Herausgeberin japanischer Abstammung, die auf Hawaii geboren wurde. Dort lebt sie bis heute. Sie beschreibt sich selbst als chronisch kranken, queeren Cyborg. Zu ihren schriftstellerischen Vorbildern gehört unter anderem Akira Kurosawa, von dem sich auch »Star Wars«-Schöpfer George Lucas inspirieren ließ. »Star Wars – Ronin« ist das erste Buch von ihr, das veröffentlicht wird.

1. Kapitel


Zwei Monate nachdem der Ronin auf der Welt Genbara am Outer Rim angekommen war, hatte er all seine Credits aufgebraucht. Ihn störte das aber weniger als B5 – 56, der keine Gelegenheit ausließ, um sich darüber zu beklagen.

»Sieh es mal so«, sagte der Ronin zu seinem dahinrollenden Begleiter. »Jetzt müssen wir uns keine Gedanken mehr darüber machen, wo wir schlafen.«

Ein Mann ohne Geld hatte keinen Grund, sich bei seiner Wanderung an Außenposten oder Gasthäusern zu orientieren; er konnte sich schließlich kein Zimmer leisten. Also konnte er gehen, wohin er wollte, und die dicht bewaldete Landschaft von Genbara belohnte ihn dabei mit herrlichen Ausblicken. Weite Abschnitte aus Nadelbäumen wurden vereinzelt von Farmland unterbrochen, wo Siedler sich ein neues Leben aufbauten, fernab des Galaktischen Kerns und der Narben des Krieges.

In jener Nacht schlief der Ronin in einem kleinen Unterstand, von welchem ihm ein Holzfäller erzählt hatte – der Ronin war am Vortag auf seinem Weg ins Gebirge an der Hütte des Mannes vorbeigekommen.

»Die Berge, Herr? Seid Ihr sicher?«, hatte der Holzfäller gefragt, während er den Atem einsog. Sie hatten auf der Veranda seiner Hütte gesessen und eine Tasse alten Tee getrunken. Es war der letzte Rest aus dem Vorrat des Ronin gewesen, aber er hatte ihn bereitwillig geteilt, und im Gegenzug hatte ihm der Holzfäller heißes Wasser und Gesellschaft angeboten. »Ihr solltet dieser Straße folgen, am Bergrücken entlang. Sie wird Euch zu einem Dorf in einem Tal führen. Sofern es noch da ist …«

Was für eine ominöse Bemerkung. Der Ronin schloss daraus, dass er auf dem richtigen Weg war. Als B5 den Ausdruck in seinen Augen sah, blinkte der Fotorezeptor des Droiden rot und blau unter seinem Strohhut, und er pfiff eine Warnung.

Der Holzfäller, der kein Binär verstand, schien das Geräusch des kuppelköpfigen Droiden als Zeichen der Nervosität zu interpretieren, denn er grinste breit. »Als ich mein bescheidenes Haus baute, gab es vier Dörfer da oben, kleiner Droide. Später noch drei, dann zwei … und jetzt nur noch eines. Angeblich haben sie einen Geist erzürnt – einen Geist, der nichts für Siedler übrighat.«

Aber gegen ihn, so glaubt er offensichtlich, hat dieser Geist nichts, wisperte eine Stimme im Ohr des Ronin.

»In den Bergen gelten andere Regeln als hier«, murmelte er nur.

Der Holzfäller glaubte, die Worte hätten ihm gegolten, und er nickte weise. B5 schwenkte sein tadelndes Auge herum – eine Bewegung, die zweifellos vorwurfsvoll wirken sollte. Der Ronin tat so, als hätte er es nicht bemerkt, doch gleichzeitig ermahnte er sich zur Vorsicht. Wenn er in Gegenwart anderer mit der Stimme sprach, wurden seine Worte in der Regel mit einem Stirnrunzeln abgetan. Manchmal aber auch nicht, und dann konnte es Ärger geben. Falls das Dorf auf dem Berg noch stand, würde er bald ihre Bewohner treffen, und sie klangen nach einem abergläubischen Haufen.

Am folgenden Morgen streckte er die Glieder, um die Kälte zu vertreiben, und nahm anschließend einen Bissen von dem letzten Rationsriegel in seiner Tasche. Jede langsame Kaubewegung bereitete ihm Schmerzen, und er rieb das alte Metall, das seinen Kiefer von Ohr zu Ohr stützte.

B5 meckerte unterdessen leise vor sich hin. Er nannte seinen Meister alt und einfältig; schließlich hatte er doch einen Schatz bei sich, mit dem er diese närrische Reise finanzieren – oder sich zumindest eine etwas modernere Prothese lei