: Benedict Jacka
: Die Verdammten von London Roman
: Blanvalet
: 9783641290726
: Alex Verus
: 1
: CHF 8.90
:
: Fantasy
: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wird das Böse in ihm entfesselt? Der zehnte Roman der SPIEGEL-Bestsellerserie von Benedict Jacka.
Der Hellseher Alex Verus und die Lebensmagierin Anne sind endlich ein Paar. Sie könnten glücklich sein, doch dann werden sie von der Vergangenheit eingeholt. Der Rat der Weißmagier macht Anne für die Ermordung mehrerer Ratswächter verantwortlich, die bei dem Ausbruch des Schwarzmagiers Morden aus dem Gefängnis umgekommen sind. Alex würde das natürlich nie zugeben, allerdings hat der Rat Recht. Kurz bevor dessen Schergen Anne ergreifen können, werden sowohl sie als auch Alex von mehreren Schwarzmagiern entführt. Gefoltert und versklavt stellt sich Alex endlich einer Wahl, der er bislang immer ausgewichen ist: Kann er als einer der Guten seine Freunde und sich beschützen? Oder ist er zum Bösen verdammt?

Die SPIEGEL-Bestsellerserie von Benedict Jacka! Steigen Sie ein in die Urban-Fantasy-Serie mit 'Das Labyrinth von London' und folgen Sie der packenden Story des Hellsehers Alex Verus. Weitere Bände sind bereits in Vorbereitung.

Benedict Jacka (geboren 1980) ist halb Australier und halb Armenier, wuchs aber in London auf. Er war 18 Jahre alt, als er an einem regnerischen Tag im November in der Schulbibliothek saß und anstatt Hausaufgaben zu machen, Notizen für seinen ersten Roman in sein Schulheft schrieb. Wenig später studierte er in Cambridge Philosophie und arbeitete anschließend als Lehrer, Türsteher und Angestellter im öffentlichen Dienst. Das Schreiben gab er dabei nie auf, doch bis zu seiner ersten Veröffentlichung vergingen noch sieben Jahre. Er betreibt Kampfsport und ist ein guter Tänzer. In seiner Freizeit fährt er außerdem gerne Skateboard und spielt Brettspiele.

2


Die ländliche Gegend wirkte friedlich nach dem Lärm Londons. Wir waren in Devon, auf einem Berghang in einem Teil des Countys, der hauptsächlich Felder, Bäume und Schafe zu beherbergen schien. Die Sonne war untergegangen, und der Himmel wurde nur von Sternen und dem dunstigen gelben Schein der Städte im Süden und Osten erhellt. Auf dem Hügel stand ein Gehöft.

Vor einer Operation nehme ich mir gern einen Moment und betrachte das Terrain genau. Nicht zur Planung oder zur Aufklärung, obwohl ich auch das mache; vielmehr suche ich einen Platz mit gutem Ausblick und sitze dann dort und warte ab. Egal, wie viele Karten ich auch studiert oder wie viele Projektionen ich gesehen habe, ich bin nie glücklich, wenn ich irgendwo hineingehen muss, solange ich den Ort nicht zuvor eine Weile beobachtet habe.

Weiße Farbe blätterte von dem Gehöft, es hatte weit auseinanderstehende Fenster, und auf dem Dach fehlten Schindeln. Es sah aus wie so ziemlich jedes der tausend anderen Gehöfte, die auf dem englischen Land verteilt sind. Es gab einen ungenutzten Hof und ein paar alte Scheunen, aber laut unseren Informationen lag das, was uns interessierte, unter der Erde. Die Gebäude und die Landschaft waren klarer zu erkennen, als sie das hätten sein sollen: Anne hatte meine Dämmerungssicht verbessert.

Ich hörte eine Bewegung hinter mir, es war Vari.

»Alle bereit?«, fragte ich.

»Wir sind seit einer halben Stunde bereit«, sagte Vari. »Gehen wir jetzt rein oder wie? Wir erfahren nichts, indem wir rumsitzen und starren.«

»Etwas zu erfahren, indem man herumsitzt und starrt, ist so ziemlich genau mein Job.«

»Ich finde, du machst in diesen Tagen etwas mehr als das.« Variam trat neben mich. »Also ist das einGo?«

»Der Eingang befindet sich im Keller hinter einer Trennwand. Das Schloss ist ein wenig knifflig, aber das sollte ich schaffen.«

»Feinde?«

»Kann ich nicht sagen«, erwiderte ich. Indem ich pfadwandle, erkenne ich die Zukünfte, in denen ich eine bestimmte Handlungssequenz verfolge, und dabei entdecke ich, wem oder was ich auf dem jeweiligen Weg begegnen würde. Doch das Schloss war so knifflig, dass es zu lange dauern würde, der gesamten Reihe aus Zukünften bis zu derjenigen zu folgen, in der es aufging und ich sehen konnte, was sich dahinter befand. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich das gekonnt, aber der Nutzen war gering, und wir hatten es eilig. Wir verfolgten diese Spur seit einer Weile, und ich wollte sie nicht erkalten lassen.

»Ach«, machte Variam. »Anne entdeckt vermutlich jeden.«

»Wie läuft Landis’ Operation?«

»Langweilig, sagt er. Leibwächter für Ratsmitglieder zu spielen, ist eine verfluchte Zeitverschwendung. Ich weiß nicht, warum sie uns immer wieder darauf ansetzen.«

»Nur, weil Richard noch keine Anschläge versucht hat, heißt das nicht, dass er es nicht tun wird. Aber du hast recht, es ist Ressourcenverschwendung. Landis ist zu wichtig für solche Aufgaben.«

Landis ist Variams Meister oder, um genauer zu sein, sein Ex-Meister – Variam wurde vor Kurzem zum Gesellen und gleichzeitig zum Vollmitglied der Wächter ernannt. Bis vor einem Jahr oder so wäre ein derart junger Magier wie Variam niemals ohne seinen Ex-Meister auf eine solche Kampfmission geschickt worden, aber dank des Krieges war man knapp besetzt.

»Na, ich bezweifle, dass wir ihn brauchen«, sagte Variam. »Werden keine Magier da sein, oder?«

»Nur Fallen und was immer von ihren Experimenten übrig ist«, sagte ich. »Wenn natürlich eine dieser Fallen ein Alarm ist und sie Verstärkung reinporten, wird’s spannend.«