: James Rollins
: Königreich der Knochen Roman
: Blanvalet
: 9783641281366
: SIGMA Force
: 1
: CHF 9.90
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: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 576
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wenn die Natur zurückschlägt ... Der 16. Roman um die Topagenten der Sigma Force
Im Kongo wird ein humanitäres Hilfscamp von Tieren angegriffen. Doch nicht nur von einer einzigen Spezies, sondern von allen auf einmal. Alle Tiere der Wildnis haben sich gegen die Menschen verbündet. Commander Grayson Pierce und sein Team vom wissenschatlichen Geheimdienst Sigma Force werden zur Hilfe gerufen. Doch auch korrupte Militärangehörige sowie der skrupellose Multimilliardär Nolan De Coster sind bereits vor Ort. Was kann diesen Amoklauf der Natur ausgelöst haben? Und wie kann man es aufhalten? Die Antwort findet sich im Königreich der Knochen ...


Verpassen Sie nicht die weiteren in sich abgeschlossenen Romane über die Topagenten der Sigma Force, zum Beispiel 'Auftrag Tartarus', 'Der Judas-Code' oder 'Das Messias-Gen!'

Neueste Technologiekenntnisse und fundierte wissenschaftliche Fakten, genial verknüpft mit historischen und mythologischen Themen - all das macht die Abenteuerthriller von James Rollins zum einzigartigen Leseerlebnis. Der passionierte Höhlentaucher James Rollins betreibt eine Praxis für Veterinärmedizin in Sacramento, Kalifornien.

14. Oktober 1894
Distrikt Kasai, Freistaat Kongo


Reverend William Sheppard sprach lautlos das Vaterunser, während er darauf wartete, dass der Kannibale aufhörte, an seinen Zähnen herumzufeilen. Der Mann, Angehöriger des Basongye-Stamms, hockte beim Feuer und hielt in der einen Hand eine Knochenfeile und in der anderen einen Spiegel. Er spitzte einen Schneidezahn zu, begutachtete lächelnd sein Werk und richtete sich auf.

Der Afrikaner, der sich vor Sheppard aufbaute, war über zwei Meter groß. Der Kannibale war mit langer Hose, polierten Stiefeln und geknöpftem Hemd bekleidet. Man hätte ihn für einen Studienkollegen vom presbyterianischen Priesterseminar halten können. Allerdings hatte sich der Mann die Augenbrauen abrasiert und die Wimpern ausgezupft, was ihn zusammen mit dem Haifischgrinsen wahrlich Furcht einflößend aussehen ließ.

Sheppard schwitzte in seinem weißen Leinenanzug mit Krawatte und hellem Tropenhelm. Er legte den Kopf in den Nacken und sah zum Anführer der Zappo Zaps auf. Der kriegerische Stamm hatte sich mit den belgischen Kolonialstreitkräften verbündet und diente König Leopold praktisch als Armee. Die berüchtigten Zappo Zaps hatten ihren Namen vom ratternden Geräusch ihrer zahlreichen Gewehre. Sheppards Blick fiel auf das Gewehr, das der Kannibale geschultert hatte. Er fragte sich, wie viele Menschen es wohl schon in den Tod befördert hatte.

Bei seiner Ankunft im Dorf hatte er Dutzende fliegenübersäte Leichen gesehen. Angesengte Knochen ließen darauf schließen, dass weitere Tote verzehrt worden waren. In der Nähe trennte ein Stammesangehöriger einen blutigen Fleischbatzen von einem abgehackten Oberschenkel ab. Ein anderer Zappo Zap rollte in einem ausgehöhlten Schädel Tabakblätter. Auf dem Feuer, das sich zwischen ihm und dem Anführer befand, wurden auf Bambusstöcken abgetrennte Hände geräuchert.

Sheppard bemühte sich, das Grauen auszublenden, das auf ihn einstürmte. Wolken schwarzer Fliegen hingen in der Luft. Der Gestank von verbranntem Fleisch drang ihm in die Nase. Um sich nicht übergeben zu müssen, fixierte er den Eingeborenen. Er durfte sich keine Blöße geben.

Sheppard redete langsam, denn der Kannibale sprach zwar Englisch und Französisch, allerdings nur gebrochen. »M’lumba, ich muss mit Hauptmann Deprez sprechen. Das ist von äußerster Wichtigkeit.«

M’lumba zuckte mit den Schultern. »Er nicht da. Ist weg.«

»Was ist dann mit Collard oder Remy?«

Ein weiteres Achselzucken, doch die Miene des Mannes verfinsterte sich. »Sind mitCapitaine gegangen.«

Sheppard runzelte die Stirn. Deprez, Collard und Remy – alle drei Angehörige der belgischen Armee – befehligten die Zappo Zaps in dieser Gegend. Sheppard hatte sie kennengelernt, nachdem er am Kasai, einem Nebenfluss des Kongo, eine Mission gegründet hatte. Die Abwesenheit der Belgier war ungewöhnlich, denn sie trieben im Dorf die »Kautschuksteuer« ein – was freilich nicht bedeutete, dass sie gegen die hier begangenen Gräuel eingeschritten wären. Vielmehr ermutigten sie die E