Neues Leben entsteht
Zwei winzig kleine Zellen, die miteinander verschmolzen sind und sich in Ihrer Gebärmutter eingenistet haben, werden Ihr Leben schon bald gehörig auf den Kopf stellen – die aufregende Zeit Ihrer Schwangerschaft beginnt. Das Wunder, das gerade unter Ihrem Herzen geschieht, ist ein elementares Erlebnis: Ihr Kind wächst heran, um Ihnen bald schon als eigenständige kleine Persönlichkeit zu begegnen.
Und kaum etwas ist spannender, als seine rasante Entwicklung vom Zeitpunkt der Empfängnis bis zur Geburt zu verfolgen: Schon gegen Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels ist der Embryo als vollständiger kleiner Mensch zu erkennen, auch wenn er nur etwa 7,5 Zentimeter groß ist.
Die Schwangerschaft wird medizinisch in drei Abschnitte eingeteilt. Jedes sogenannte Trimenon dauert etwa drei Monate oder rund 13 Wochen. In dieser Zeit entwickelt sich nicht nur das Kind, sondern auch Ihr Körper und Ihre Seele machen vielfältige Veränderungen durch. Gehen Sie neugierig auf diesen neuen Lebensabschnitt zu.
Rechenaufgabe
So errechnen Sie den Geburtstermin Ihres Babys: Datum des ersten Tages der letzten Menstruation – 3 Monate + 7 Tage + 1 Jahr. War also beispielsweise der 3. Juli der letzte Periodentag, heißt es 03.07. – 3 Monate = 03.04. + 7 Tage = 10. 04. Dann wäre der 10. April des Folgejahres der Geburtstermin.
Erstes Trimenon
Das erste Trimenon umfasst den ersten bis vierten Schwangerschaftsmonat und gilt als Stadium der Anpassung und Auseinandersetzung.
Erster Monat
Erste bis vierte Woche
1. Woche: In den ersten beiden Schwangerschaftswochen sind Sie genau genommen noch gar nicht schwanger, sondern haben einen ganz normalen Monatszyklus. Da aber kaum eine Frau exakt weiß, wann ihr Eisprung stattfindet, wird als Ausgangsdatum, um den voraussichtlichen Geburtstermin zu berechnen, der erste Tag Ihrer letzten Periode zugrunde gelegt. Diese Berechnung nach der »Naegel’schen Regel« hat jedoch einen kleinen Haken: Sie geht von einem stabilen 28-tägigen Zyklus der Frau aus, Abweichungen werden nicht berücksichtigt. Bei verkürzten Zyklen müssen Sie die entsprechenden Tage noch abziehen beziehungsweise bei verlängerten Zyklen hinzuzählen.
Die Bestimmung des Geburtstermins ist wichtig, um beobachten zu können, ob sich das Kind zeitgerecht entwickelt und ab wann der Entbindungszeitraum überschritten wird.
2. Woche: In der zweiten Woche nach Ihrer Menstruation baut sich unter dem Einfluss des Hormons Östrogen Ihre Gebärmutterschleimhaut wieder zu einer Art dickem »Teppich« auf. Das Gelbkörperhormon Progesteron sorgt dafür, dass das Gewebe weich und durchlässig genug ist, ein befruchtetes Ei aufzunehmen. Gleichzeitig reift im Follikel eine Eizelle zum Eisprung heran.
3. Woche: Sobald eine Samenzelle in die gesprungene Eizelle eindringt, ist das Ei befruchtet. Bereits jetzt ist das Geschlecht Ihres Kindes festgelegt, denn dafür ist allein der Vater verantwortlich: Er hat Spermien mit X- und Y-Chromosomen. Wird das Ei von einem Spermium mit Y-Chromosom befruchtet, bekommen Sie einen Jungen.
Etwa 30 Stunden nach der Befruchtung fängt die Eizelle an, sich bis zu einem bestimmten Stadium immer weiter zu teilen, und macht sich dann langsam auf den Weg durch den Eileiter in die Gebärmutter. In sehr seltenen Fällen kommt es vor, dass sich der Embryo außerhalb der Gebärmutter einnistet. In diesem Fall spricht man von einer Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft, die aus medizinischen Gründen beendet werden muss.
4. Woche: In der Gebärmutter angekommen, »nistet« sich der mittlerweile apfelkerngroße Keim, den Wissenschaftler als Blastozyste bezeichnen, in die nährende Schleimhaut ein. Über die Anlage der Plazenta bekommt er bereits Nährstoffe aus Ihrem Blut.
Unter Millionen gelingt es nur einer einzigen Samenzelle, in die Eizelle einzudringen.