: Jean-Maurice Cecilia-Menzel
: ADHS bei Frauen - Selbstbewusster und erfolgreicher im Alltag - Ein wissenschaftliches Praxishandbuch ADHS bei Frauen verstehen und meistern
: tolino media
: 9783754688427
: 1
: CHF 8.90
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: Psychologie
: German
: 170
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dieses Buch ist als Leitfaden für weibliche Betroffene einer ADHS gedacht. Es wird Ihnen helfen, die ADHS besser zu verstehen und mit dieser umzugehen, sowohl im akademischen als auch im beruflichen- und Privatsetting. Entwickeln Kinder eine ADHS, stehen die Betroffenen vor einer Vielzahl von Herausforderungen und Hindernissen. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich aus der ADHS bei Frauen. Wieso die Krankheit nicht geschlechtsneutral beschrieben werden darf, erfahren Sie in den ersten Kapiteln dieses Buches. Die ADHS bei Frauen, kann auf sämtlichen Ebenen des Lebens wirken, im Verhalten und der Konzentration bis hin zur sozialen Entwicklung und dem emotional-motivationalem Erleben. Dieses Buch enthält wichtige Informationen über diese psychische Auffälligkeit, einschließlich praktischer Strategien zum Umgang mit den Symptomen dieser Erkrankungen und zur Verbesserung der alltäglichen Kompetenzen. Es liefert Erkenntnisse darüber, wie die ADHS sich bei Frauen im Kindes, Jugend und Erwachsenenalter manifestiert. Wieso sie häufig unentdeckt bleibt und warum eine signifikante Unterbehandlung weiblicher Patienten, trotz ständiger neuer Forschungsergebnisse, global persistiert. Darüber hinaus, erfahren Sie, ob es genetische Unterschiede oder mikrostrukturelle Differenzen in den Gehirnen von betroffenen Frauen und Männern gibt. Ich werde auch diverse Langzeitstudien vorstellen, die sich mit den kognitiven Leistungen dieser Frauen auseinandersetzten und aufzeigen, wie ADHS bei Frauen im Kindesalter, in der Pubertät, während der Fortpflanzungszeit und in der Menopause Einfluss nimmt. Abschließend stelle ich die andersartige emotionale Dynamik im Vergleich mit anderen, das Temperament betreffenden psychischen Auffälligkeiten vor. Ferner dient die Arbeit auch als Nachschlagewerk für alle, die fundierte Informationen über diese Störungen suchen. Wenn Sie auf der Suche nach wirksamen Werkzeugen für den Umgang mit der ADHS bei Frauen sind, dann ist dieses Werk in den richtigen Händen gelandet.

Jean-Maurice Cecilia-Menzel ist Heilpraktiker für Psychotherapie und ausgebildeter Neurofeedbacktherapeut. Ein dreijähriges Studium im Gesundheit- und Sozialwesen, eine zweijährige Ausbildung in psychotherapeutischer Arbeit und fortlaufende Forschungsarbeit runden seinen bisherigen Werdegang ab. Er übt das Werk als Heilpraktiker für Psychotherapie in eigener Praxis in München aus.

Verlauf der ADHS


Bei ADHS handelt es sich um eine psychiatrische Erkrankung im Kindesalter, die über das gesamte Leben der betroffenen Person bestehen bleiben kann. Bei einem Drittel der Kinder mit ADHS remittieren die ADHSSymptome zu großen Teilen, im Laufe des Erwachsenenalters. Die Muster im Lebenslauf und Erscheinungsformen von ADHS variieren in den verschiedenen Entwicklungsphasen der Betroffenen Frauen - Kindheit, Jugend, Fortpflanzungszeit und Menopause. In verschiedenen Forschungsstudien wurden unterschiedliche Prädiktoren ermittelt, die den Übergang von ADHS in der Kindheit zu ADHS im Erwachsenenalter bestimmen. Die Ergebnisse sind eindeutig. Die ADHS wird von Frauen anders erlebt. Hormonelle und psychogene Einflüsse in den Übergangsphasen zwischen den oben genannten Perioden, verdienen ein besonderes Augenmerk und möchten für einen richtigen Umgang, verstanden werden. Im Kontext der kindlichen Entwicklung ist es erforderlich, eventuelle Fehlfunktionen oder krankhafte „Normabweichungen“ im psychophysischen Wachstum zu deuten und zu erkennen. Gute Kenntnisse und Fähigkeiten zur Beurteilung von Wachstum und Entwicklung sind für die diagnostische Abklärung eines jeden Patienten deswegen elementar. Ein rechtzeitiges Erkennen einer Entwicklungsstörung begünstigt eine frühe und wirksamere Intervention oder Behandlung. Altersübergreifende Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Mädchen und Frauen im Verlauf Ihrer Lebensspanne, unabhängig der bekannten Kernsymptomatik, vorwiegend an mangelndem Selbstwertgefühl und einem negativen Selbstbild leiden (Quinn& Madhoo, 2021).

ADHS bei Kindern/Jugendlichen

ADHS wird zwar in der Regel bei Schulkindern diagnostiziert, doch kann diese psychiatrische Störung schon bei Vorschulkindern beobachtet werden. Eine Verdachtsdiagnose kann daraufhin in den Folgejahren erhärtet oder eben verworfen werden.

Verhaltensänderungen wie eine kurze Aufmerksamkeitsspanne, Hyperaktivität und eine gestörte Impulskontrolle sind bei Vorschulkindern mit ADHS stärker ausgeprägt als bei ihren Altersgenossen. Bei diesen Kindern kann es neben schlechten Schulleistungen im Vorschulalter zu unkontrollierbarem Verhalten und selbstverursachten körperlichen Schäden kommen. Bei Vorschulkindern wird ADHS auch mit Angstzuständen und Kommunikationsstörungen in Verbindung gebracht. Mit zunehmendem Alter nimmt die Hyperaktivität ab, während die Unaufmerksamkeit tendenziell zunimmt. Nachdem die Frauen tendenziell internalisierend auftreten, ist es vorwiegend das mangelnde Konzentrationsvermögen, dass sie in dieser Phase erkenntlich macht. Klinischen Befunden des kanadischen Zentrums für ADHS nach, berichten die erwachsenen Frauen, in retrospektiven Fragebögen am häufigsten von Herausforderungen durch sozialen Druck, Erwartungshaltungen bzgl. akademischer Leistungen seitens der Eltern und Lehrer und ein BestätigungsSuchendes-Verhalten durch sexuelle oder emotionale Hingabe (Centre for ADHD Awareness Canada, 2021).

ADHS in der Fortpflanzungszeit

Genau wie bei Männern persistiert die Krankheit bei einem Großteil der Mädchen. Es sollte uns zum Denken anregen, dass die meisten Frauen erst in Ihren späten dreißigern diagnostiziert werden. Und das primär, weil sie wegen einer Begleiterkrankung vorsprechen oder wegen der ADHS ihrer Kinder einen genetischen Zusammenhang vermuten und initiativ einen Kliniker aufsuchen. Wie sich die ADHS im Rahmen des weiblichen Zyklus manifestiert, zeigen diverse genderspezifische Untersuchungen. Die Auswertung macht deutlich, dass die Kernsymptome der ADHS in den ersten beiden Wochen des Menstruationszyklus als weniger dominant erlebt werden, während in den zwei anderen von einer deutlichen Steigerung berichtet wird. Der zeitliche Abschnitt, der mit einem Anstieg des Progesteronspiegels einhergeht, wird von auffällig starker Symptomatik begleitet. In dieser Zeit, der sogenannten Lutealphase, reduziert Progesteron die positiven Effekte von Östrogenen auf das Gehirn. Es wird auch eine verminderte Wirkweise der ADHS-Medikation in dieser Phase vermutet. Werden die hormonellen Schwankungen durch Kontrazeptiva (Verhütungsmittel) reguliert, schildern Frauen, eine deutliche Besserung der Stimmungslage und Abnahme der ADHS Symptomatik (Barth& Sacher, 2021). Das englischsprachige Wissenschaftsblatt, „ADDitude“, das sich vorrangig mit der ADHS beschäftigt, hat die Wirkweise der weiblichen Hormone untersucht, um eventuelle Muster und Hilfestellungen herauszuarbeiten. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass eine dreiwöchige Zufuhr von ÖstrogenKontrazeptiva, gefolgt von einer Woche ausschließlich mit Progesteron Medikation, die mentale Befindlichkeit am wirksamsten verbessert und die Symptome verringert (ADDitude, 2009).

ADHS in der Schwangerschaft

Zur ADHS in der Schwangerschaft, möchte ich diverse Anregungen mitgeben, die unmittelbar oder indirekt Betroffene im Kopf behalten sollten, wenn Sie sich mit Schwierigke