Verlauf der ADHS
Bei ADHS handelt es sich um eine psychiatrische Erkrankung im Kindesalter, die über das gesamte Leben der betroffenen Person bestehen bleiben kann. Bei einem Drittel der Kinder mit ADHS remittieren die ADHSSymptome zu großen Teilen, im Laufe des Erwachsenenalters. Die Muster im Lebenslauf und Erscheinungsformen von ADHS variieren in den verschiedenen Entwicklungsphasen der Betroffenen Frauen - Kindheit, Jugend, Fortpflanzungszeit und Menopause. In verschiedenen Forschungsstudien wurden unterschiedliche Prädiktoren ermittelt, die den Übergang von ADHS in der Kindheit zu ADHS im Erwachsenenalter bestimmen. Die Ergebnisse sind eindeutig. Die ADHS wird von Frauen anders erlebt. Hormonelle und psychogene Einflüsse in den Übergangsphasen zwischen den oben genannten Perioden, verdienen ein besonderes Augenmerk und möchten für einen richtigen Umgang, verstanden werden. Im Kontext der kindlichen Entwicklung ist es erforderlich, eventuelle Fehlfunktionen oder krankhafte „Normabweichungen“ im psychophysischen Wachstum zu deuten und zu erkennen. Gute Kenntnisse und Fähigkeiten zur Beurteilung von Wachstum und Entwicklung sind für die diagnostische Abklärung eines jeden Patienten deswegen elementar. Ein rechtzeitiges Erkennen einer Entwicklungsstörung begünstigt eine frühe und wirksamere Intervention oder Behandlung. Altersübergreifende Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Mädchen und Frauen im Verlauf Ihrer Lebensspanne, unabhängig der bekannten Kernsymptomatik, vorwiegend an mangelndem Selbstwertgefühl und einem negativen Selbstbild leiden (Quinn& Madhoo, 2021).
ADHS bei Kindern/Jugendlichen
ADHS wird zwar in der Regel bei Schulkindern diagnostiziert, doch kann diese psychiatrische Störung schon bei Vorschulkindern beobachtet werden. Eine Verdachtsdiagnose kann daraufhin in den Folgejahren erhärtet oder eben verworfen werden.
Verhaltensänderungen wie eine kurze Aufmerksamkeitsspanne, Hyperaktivität und eine gestörte Impulskontrolle sind bei Vorschulkindern mit ADHS stärker ausgeprägt als bei ihren Altersgenossen. Bei diesen Kindern kann es neben schlechten Schulleistungen im Vorschulalter zu unkontrollierbarem Verhalten und selbstverursachten körperlichen Schäden kommen. Bei Vorschulkindern wird ADHS auch mit Angstzuständen und Kommunikationsstörungen in Verbindung gebracht. Mit zunehmendem Alter nimmt die Hyperaktivität ab, während die Unaufmerksamkeit tendenziell zunimmt. Nachdem die Frauen tendenziell internalisierend auftreten, ist es vorwiegend das mangelnde Konzentrationsvermögen, dass sie in dieser Phase erkenntlich macht. Klinischen Befunden des kanadischen Zentrums für ADHS nach, berichten die erwachsenen Frauen, in retrospektiven Fragebögen am häufigsten von Herausforderungen durch sozialen Druck, Erwartungshaltungen bzgl. akademischer Leistungen seitens der Eltern und Lehrer und ein BestätigungsSuchendes-Verhalten durch sexuelle oder emotionale Hingabe (Centre for ADHD Awareness Canada, 2021).
ADHS in der Fortpflanzungszeit
Genau wie bei Männern persistiert die Krankheit bei einem Großteil der Mädchen. Es sollte uns zum Denken anregen, dass die meisten Frauen erst in Ihren späten dreißigern diagnostiziert werden. Und das primär, weil sie wegen einer Begleiterkrankung vorsprechen oder wegen der ADHS ihrer Kinder einen genetischen Zusammenhang vermuten und initiativ einen Kliniker aufsuchen. Wie sich die ADHS im Rahmen des weiblichen Zyklus manifestiert, zeigen diverse genderspezifische Untersuchungen. Die Auswertung macht deutlich, dass die Kernsymptome der ADHS in den ersten beiden Wochen des Menstruationszyklus als weniger dominant erlebt werden, während in den zwei anderen von einer deutlichen Steigerung berichtet wird. Der zeitliche Abschnitt, der mit einem Anstieg des Progesteronspiegels einhergeht, wird von auffällig starker Symptomatik begleitet. In dieser Zeit, der sogenannten Lutealphase, reduziert Progesteron die positiven Effekte von Östrogenen auf das Gehirn. Es wird auch eine verminderte Wirkweise der ADHS-Medikation in dieser Phase vermutet. Werden die hormonellen Schwankungen durch Kontrazeptiva (Verhütungsmittel) reguliert, schildern Frauen, eine deutliche Besserung der Stimmungslage und Abnahme der ADHS Symptomatik (Barth& Sacher, 2021). Das englischsprachige Wissenschaftsblatt, „ADDitude“, das sich vorrangig mit der ADHS beschäftigt, hat die Wirkweise der weiblichen Hormone untersucht, um eventuelle Muster und Hilfestellungen herauszuarbeiten. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass eine dreiwöchige Zufuhr von ÖstrogenKontrazeptiva, gefolgt von einer Woche ausschließlich mit Progesteron Medikation, die mentale Befindlichkeit am wirksamsten verbessert und die Symptome verringert (ADDitude, 2009).
ADHS in der Schwangerschaft
Zur ADHS in der Schwangerschaft, möchte ich diverse Anregungen mitgeben, die unmittelbar oder indirekt Betroffene im Kopf behalten sollten, wenn Sie sich mit Schwierigke