Samstag, 13. Juni 1992
Dunkel war es, so tief unter Wasser. Kaum Tageslicht drang durch die Meeresoberfläche nach hier unten. Marko konnte gerade noch seine Arme und Hände sehen, die ihm den Weg durch das nasse Ungewisse bahnten. Mehr sah er nicht. Dafür konnte eres deutlich hören: Das Singen der Wale.
Angestrengt schaute Marko durch das dicke Glas seiner Taucherbrille.Zu deutlich hörte eres, um nicht jeden Moment auf einen von ihnen zu stoßen. Und tatsächlich! Im trüben Dunkel schwebte ein riesiger Schatten majestätisch vorüber. Ein Blauwal! Oder doch ein Buckelwal? Bevor Marko erkennen konnte, was genau er da bewunderte, war die Silhouette schon wieder verschwunden. Er versuchte, dem Wal zu folgen, ihm hinterherzuschwimmen … doch vergeblich. Er war fort. Und mit ihm entfernte sich der wundersame Gesang, bis vollkommene Stille einkehrte.
Ein kleiner Fisch schwamm direkt an Markos Augen vorbei. So nah, dass er glaubte, der goldgelbe Guppy wäre auf der Innenseite seiner Taucherbrille gefangen. Doch dann war auch er auf und davon.
Marko fror.
Mit seinen Schwimmflossen an den Füßen watete der Junge ans Ufer des kleinen Baggersees. Überall ringsumher ragten Bäume bis ins Wasser hinein, mit Ausnahme des schmalen Sandstrandes.
„Bleib’ mal kurz da stehen.“
Markos Vater Alfred zückte die Fotokamera mit dem schnappenden Spiegel und zielte auf ihn. Marko hielt die Luft an, während an der Kamera gedreht, geschaltet und herumgestell