Im Krankenhaus wurden sie von einer grau gekleideten Schwester mit weißer Haube in Empfang genommen, die sofort energisch zwei Pfleger anwies, Mr. Oakapple auf eine Tragbahre zu legen und ihn hereinzubringen. Dann wurden Lucas und Anna-Marie in einen Warteraum geschickt, wo sie eine lange, lange Zeit sich selbst überlassen blieben. Niemand kam herein, und die Zeit schleppte sich dahin. Anna-Marie zog die Puppe Fifine aus ihrer Rocktasche, setzte sich auf eine Bank, einen Fuß unter sich gezogen, und lutschte am Daumen. Trotz seiner Erleichterung darüber, daß die Puppe gerettet war – denn Fifines Verlust hätte Anna-Marie sicherlich den Rest gegeben –, beschlich Lucas tiefe Trostlosigkeit bei dem Gedanken, wie wenige seiner eigenen Besitztümer er nur hatte retten können: eine Geldbörse, die seine Mutter ihm gestrickt hatte und die das wenige Geld enthielt, das er für Notfälle hatte aufsparen können; zwei seiner besten Schreibfedern; eine Miniatur seiner Eltern; sein braunes Lederbuch. Alles übrige war in Anbetracht der Schnelligkeit, mit der sich das Feuer weitergefressen hatte, mittlerweile wahrscheinlich zu Asche verbrannt. Und um das Buch machte er sich Sorgen. Er hatte es, als er ging, um die Stute anzuschirren, in ein Stück Sackleinwand gewickelt und oben auf die Regentonne neben dem Stall gelegt. Ob es dort noch lag? In seiner Eile, Mr. Oakapple ins Krankenhaus zu schaffen, hatte er es dort vergessen.
Sie saßen auf einer sehr unbequemen Bank. Der kleine, nackte Raum war nicht sehr warm. Aus dem Inneren des eisernen Ofens am anderen Ende flackerte zwar ein schwacher Feuerschein, aber er gab nur wenig Wärme. Nach und nach rückte Anna-Marie auf der Bank immer näher, bis sie sich gegen Lucas lehnen konnte, und bald war sie, meinte er, daumenlutschend in einen Halbschlummer gesunken. Er selbst blieb steif aufrecht sitzen und blickte trostlos der Zukunft entgegen.
Er und Anna-Marie waren jetzt im doppelten Sinne Waisen – denn es bestand wohl keine Möglichkeit mehr, daß Sir Randolph noch am Leben war. Ob wohl irgendein Teil von Schloß· Mitternacht stehengeblieben war? Die Ställe vielleicht, in denen sie weiterhin wohnen bleiben konnten? Gab es irgendwo Geld für sie, von dem sie leben konnten? Würde nun die Spinnerei verkauft werden müssen? Und würde Mr. Oakapple wieder gesund werden?
So viele Fragen und so wenige Antworten!
Anna-Marie räkelte sich unruhig. Ihr Kopf knickte in mißlichem Winkel nach hinten ab, und Lucas legte den Arm um sie, damit sie etwas hätte, wo sie sich bequemer anlehnen konnte.
Endlich