: Mechthild Henneke
: Ach, mein Kosovo!
: PalmArtPress
: 9783962581268
: 1
: CHF 13.50
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 366
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Held des Romans 'Ach, mein Kosovo' schließt sich 1998 der Kosovo Befreiungsarmee an, tauscht dann aber das Gewehr gegen ein Stethoskop, denn er ist angehender Mediziner. Bevor Taras Galani in den Krieg zieht, hat er mehrere Jahre in Deutschland gelebt. Aber nichts kann ihn halten, als die Situation in seiner Heimat eskaliert. Der Roman von Mechthild Henneke beruht auf wahren Begebenheiten und greift Themen unserer Zeit auf: Krieg, Flucht und das Leben zwischen zwei Kulturen. Die Autorin treibt die Frage um: Wofür lohnt es sich zu kämpfen? und mehr noch: Was macht das mit einem? Taras wächst als Sanitäter und Feldarzt über sich hinaus, wirft sich in Abenteuer und beginnt, an seiner Mission zu zweifeln. Der Roman endet mit dem Abzug der Serben, doch ein Sieg ist das für Taras nicht.

Mechthild Henneke, geboren in Salzkotten/Westfalen, studierte Politikwissenschaften und besuchte die Henri-Nannen-Schule für Journalismus in Hamburg. Als die Balkankriege begannen, berichtete sie für die BERLINER ZEITUNG intensiv über die Flüchtlingskrise. Der Nato-Einsatz im Kosovo 1999 bedeutete für sie einen Wendepunkt. Sie ging mit einer Hilfsorganisation nach Albanien und später in den Kosovo. Die Eindrücke vom Konflikt ließen sie nicht los. Ab 2001 arbeitete sie sieben Jahre lang in der Mission der Vereinten Nationen im Kosovo. Zurück in Deutschland schrieb sie den Roman, zu dem sie die Erlebnisse eines kosovo-albanischen Freunds inspirierten. Heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin und Journalistin in Berlin.

VORWORT


Mein Kosovokrieg


Der Krieg im Kosovo liegt mittlerweile mehr als zwanzig Jahre zurück – und doch scheint er mir immer noch sehr nah. Das Buch von Mechthild Henneke bringt viele Erinnerungen zurück. Das ist oft schmerzhaft und macht bewusst, welchen Schrecken mein Land bis zur Befreiung im Juni 1999 durchlebt hat.

Der Kampf für unsere Freiheit hat eine jahrhundertelange Tradition und die Eskalation durch den serbischen Diktator Milošević im Kosovo ab 1998 war eine logische Konsequenz aus den Balkankriegen, die 1991 in Slowenien begannen.

Ich bin 1971 geboren und stamme aus einer Familie, die seit Generationen aufbegehrt, weil sie nicht akzeptieren will, dass wir Albaner im Kosovo nicht selbst über uns bestimmen dürfen.

Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich in ständiger Angst, weil einer meiner Brüder als politischer Feind inhaftiert wurde, als ich 10 Jahre alt war. Das machte auch mich in den Augen der serbischen Polizei zum potenziellen Untergrundkämpfer. Da die Polizei in den neunziger Jahren willkürlich Menschen verhaftete und wegen angeblicher politischer Aktivitäten ins Gefängnis warf, stellte jede Fahrt zur Schule, jeder Spaziergang durch Prishtina eine Gefahr dar.

Mein Vater entschied deshalb, mich Anfang der neunziger Jahre nach Deutschland zu schicken – vor allem, um mich dem Militärdienst in der jugoslawischen Armee zu entziehen. Diese stellte Wehrdienstleistende aus dem Kosovo im Krieg gegen Bosnien und Kroatien häufig in die ersten Reihen, sodass viele von ihnen starben.

In Deutschland fand ich in Bad Neuenahr-Ahrweiler ein neues Zuhause, lernte die Sprache und konnte meine Leidenschaft für die Medizin entwickeln: Ich begann ein Studium der Humanmedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Auch privat fasste ich Fuß. Ich integrierte mich in die Gesellschaft, fand Freunde und pflegte viele Hobbys.

Das Leben verlief in ruhigen Bahnen – so schien es nach außen. Hinter der Fassade sah es anders aus. Die Kriege auf dem Balkan beschäftigten die albanischen Freunde und mich ständig. Um unsere Eltern, Geschwister, Verwandten und Freunde in der Heimat sorgten wir uns Tag für Tag.

Milošević hatte im Koso