Kapitel 2
Der Pilot legt eine absolute Bilderbuchlandung hin und kassiert dafür vereinzelt sogar den klassischen Applaus.
Ich warte, bis das große Gedränge an den Ausgängen vorüber ist, und schließe mich dann den verbleibenden Fluggästen auf ihrem Weg nach draußen an. Über eine Passagierbrücke geht es ins Innere des verhältnismäßig kleinen Flughafengebäudes. Ich war bereits etliche Male in Heathrow und Birmingham – mit der Familie, der Schulklasse oder meinen Freundinnen –, hier oben, im Norden des Landes, allerdings noch nie.
Das Unbekannte kitzelt mich wie eine Feder.
Habe ich mich jemals freier und unabhängiger gefühlt als in diesem Moment? Vermutlich nicht.
Ich bleibe kurz stehen, um mich an den von der Decke hängenden Schildern zu orientieren, und steuere dann die Gepäckausgabe an.
Glücklicherweise ist mein Koffer einer der ersten, die auf dem Band erscheinen. Ohne großen Zeitverlust breche ich also zum Abholbereich meines Terminals auf, den ich aufgrund der eher übersichtlichen Auswahlmöglichkeiten auch sofort ausfindig machen kann.
Ich atme tief ein.
Es riecht nach Kaffee, Sandwiches und Duty-Free-Shop – eine ganz besondere Duftmischung, die ich schon immer geliebt habe und aus der ich am liebsten ein eigenes Parfüm kreieren würde.
Eilig bahne ich mir