: Marc Stroot
: Ich will nur spielen
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962154592
: 1
: CHF 6.20
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: Erzählende Literatur
: German
: 430
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der alleinerziehende Kriminalkommissar Maik Michalski sieht sich nach seiner Versetzung von Berlin in die Kleinstadt mit einer rätselhaften Mordserie konfrontiert. Im Stadtpark wird die Leiche einer jungen Frau gefunden: Der Toten fehlen die Augäpfel und in den gefalteten Händen hält sie einen Würfel. Es folgen weitere Frauenleichen, die auf ähnliche Weise zugerichtet wurden. Michalski und sein Partner geraten immer mehr unter Druck, denn der Täter treibt sein tödliches Spiel weiter  - und hat sein nächstes Opfer bereits auserwählt.

Marc Stroot wurde in Lohne (Oldenburg) geboren, lebt mittlerweile in Lingen (Ems). Nach dem Abitur studierte er Spanisch und Geschichte auf Lehramt in Bremen. Neben dem Beruf als Lehrer lebt er sich vielseitig aus. In seiner Freizeit kocht und liest er, gibt Zumbakurse, treibt viel Sport und genießt gerne guten Wein. Das Schreiben begleitet ihn seit Jugendzeiten, dem er sich täglich widmet.

PROLOG


So riecht der Tod, dachte sie sich, als sie langsam wieder zu sich kam. Ihr dröhnte der Kopf. Ein leichtes Gefühl von Kopfschmerz und Trunkenheit ummantelte sie. Um sie herum war es schummrig düster. Fast schwarz. Ihre Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit. Nur ein wenig Licht war auszumachen. Doch es war ihr nicht klar, wo dessen Quelle herrührte. Es war erdrückend und beklemmend in dieser Schwärze zu sein. Vollkommen orientierungslos blickte sie um sich. Aber sie erkannte diesen Ort nicht. Das jagte ihr Angst ein. Nicht zu wissen, wo man war. Was passiert war. Nur lose Erinnerungsfetzen drangen langsam an die Oberfläche und versuchten im Nebel der Unwissenheit einen Weg zu ihr zu finden. Wie in einem Sarg eingesperrt, kam sie sich vor. Eingezwängt auf engstem Raum und ohne die Möglichkeit, sich zu bewegen, in dieser Dunkelheit. Viel schlimmer als diese Finsternis empfand sie den Geruch. Ja, dieser widerliche, modrige und sich in der Nase festsetzende Geruch von Tod. Metallisch, schwer und feucht lag er in der Luft. Penetrant setzte er sich fest. Sie war sich sicher, dass er auch nicht so schnell wieder verschwinden würde.

Ihre Kleidung war klamm und klebte förmlich auf ihrer Haut. Sie trug immer noch das gleiche Outfit. Die Bluse und den Rock hatte sie zur Arbeit angezogen und sich nach Feierabend nur kurz frisch gemacht, ehe sie in den Biergarten hatte gehen wollen. Den Abend ausklingen lassen bei einem schönen kalten Bier nach einem langen Tag im Büro. Den Gesprächen der anderen Gäste lauschen und runterkommen. Die Abendluft einsaugen. Jetzt roch sie stattdessen ihren eigenen Schweiß. Muffig und streng. Schon leicht säuerlich, sodass es einem eigentlich das Würgen abverlangte.

Der Boden war kalt und hart. Beton oder Lehm, das konnte sie nicht feststellen. Ihr war extrem kühl. Sie konnte außer dem nichts mehr fühlen. So kalt war ihr in diesem … in diesem Raum? Wo genau befand sie sich? Einen Sarg schloss sie mittlerweile aus, denn sie saß. Sie saß, unfähig sich zu bewegen, auf einem Stuhl. Ihre Füße berührten den Untergrund. Barfuß und eiskalt. Ihre Arme waren an die Rückenlehne des Stuhles gefesselt. Auch die Beine waren nicht in der Lage, sich frei zu bewegen, da auch diese festgebunden waren. Kabelbinder oder Schnur. So wirklich konnte sie es nicht sagen. Alle Körperteile schienen vor Kälte taub und steif geworden zu sein. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an das Schwarz um sie herum. Schemenhaft versuchte sie, ihre Umgebung genauer wahrzunehmen. Sie kniff konzentriert die Augen zusammen, in der Hoffnung, so mehr zu erkennen. Geradeaus vor ihr meinte sie, eine Tür ausmachen zu können. Vielleicht war es auch nur die Tür eines Schrankes. Bei genauerem Hinsehen konnte man jedoch feststellen, dass es eine Tür sein musste, da unter ihrem Spalt etwas Licht hindurchsickerte. Sie selbst saß an einem Tisch, auf dessen Fläche nichts zu liegen schien. Die anderen Wände waren zu weit weg, um weitere Details erahnen zu können. Das Ganze wirkte sehr bedrohlich und schüchterte sie ein. Es war wie der Fall in ein schwarzes Loch, der nicht enden wollte. Doch da war dieser Türspalt, der ihr klarmachte, dass sie nicht fiel, sondern tatsächlich saß.

Bei einem war sie sich sicher. Es roch nach Tod. Sie erinnerte sic