Kapitel Zwei
Abigail
Ein letztes Mal gehe ich meine Checkliste für den Aufenthalt in Malibu durch und räume die abgehakten Gegenstände in meine Tasche. Ich liebe es, wenn alles nach Plan läuft. Meinen Rollkoffer und meinen neusten plüschigen Talisman habe ich bereits gestern Abend zusammen mit Madeline in meinem Mini Cooper verstaut. Sie hat penibel darauf geachtet, dass das Kuscheltier mitkommt und ich wollte ihr den Spaß nicht verderben. Ich kann die nächsten Wochen zwar jederzeit in mein kleines Apartment zurückkommen, aber dennoch habe ich nicht vor, ständig zu Pendeln.
Als ich zwanzig Minuten später auf den Parkplatz der Mall vorfahre, weil ich vor meiner Abreise unbedingt noch einen Friseurbesuch nötig habe, gibt es noch jede Menge freie Lücken. Zufriedenheit macht sich in mir breit.
Eine gute Stunde später trete ich mit frisch geschnittenen und zu sanften Wellen frisierten Haaren in die jetzt bereits pralle Sonne aus dem Gebäude. Eilig schiebe ich mir meine Sonnenbrille auf die Nase und schlage den Weg zu meinem Wagen ein.
„Das darf nicht wahr sein!“, schreie ich entsetzt.
Mein kleines süßes Auto wurde von einem dieser riesigen Protzschlitten förmlich aufgefressen. Ich weiß genau, dass ich relativ weit in die Parkbox hineingefahren bin – was ja auch mein gutes Recht ist, denn ich war ganz klar innerhalb der Markierungen. Der Pickup, der mir direkt gegenüber steht und nie im Leben in eine normale Lücke gepasst hätte, hat meinen Wagen einfach nach hinten geschoben. Sogar die Nummernschilder berühren sich. Hier wurde nicht einmal der Versuch unternommen, nach dem entstandenen Schaden zu sehen. Es wurde einfach alles so gelassen, als wäre es das Selbstverständlichste überhaupt, jemand anderem in den Wagen zu fahren.
Wie eine Irre hechte ich zwischen den parkenden Autos hindurch und beuge mich über meine Motorhaube, um mir das Ausmaß des Desasters anzusehen.
„Das muss ein Scherz sein“, fluche ich vor mich hin. Ausgerechnet heute muss mir so etwas passieren. „So ein Mist!“ Ich werfe einen Blick auf meine Uhr. Vermutlich werde ich mich verspäten und direkt bei Arlene in Ungnade fallen. Das passt mir alles überhaupt nicht.
„Alles in Ordnung bei Ihnen?“ Ich drehe mich wie in Zeitlupe um und starre auf einen Officer, der in seinem Streifenwagen hinter meinem Mini hält und mich aus seinem geöffneten Fenster heraus anspricht.
„Sie schickt der Himmel“, sage ich. Der Officer, der in etwa in meinem Alter sein muss, schaut kurz zu seinem älteren Kollegen, der ihm aufmunternd zunickt, bevor er dann den Motor abstellt und aussteigt.
„Sehen Sie“, fordere ich und deute auf meine Motorhaube und die der Protzkarre. „Ich habe hier heute Morgen geparkt, innerhalb der Markierung. Dieser Wagen stand noch nicht dort, als ich angekommen bin. “
Der Beamte nimmt seine Pilotensonnenbrille ab und steckt sie sich in den Hemdkragen. Dann rückt er seine Dienstmütze zurecht und gibt dabei kurz den Blick auf seine vollen, dunkelblonden Haare frei. Zugegeben: der Polizist ist heiß und will mich scheinbar auf subtile Weise darauf hinweisen, dass er neben seinem Job als Cop auch locker bei den Chippendales mittanzen könnte. Auch wenn ich derzeit männerfaste, bemerke ich seine Attra