: Sören Prescher
: Mord im Hintergrund Der sechste Fall für Mark& Felix
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962154349
: & Felix
: 1
: CHF 5.40
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: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 351
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Trio mit vier Pfoten ist zurück. In ihrem sechsten Band bekommen es Mark, Felix und Dominik gleich mit zwei verzwickten Fällen zu tun: Zum einen eine Reihe rätselhafter Morde scheinbar ohne Motiv, zum anderen eine tückische Erpressung. Für Letzteres sind sie eigentlich nicht zuständig, doch nachdem Geschäftsmann Holger Janssen ihnen in der Vergangenheit geholfen hat, sind sie ihm einen Gefallen schuldig, und diesen fordert er jetzt ein. Auch hier spitzen sich die Ereignisse rasch zu.

Sören Prescher wurde am 1978 in Bautzen geboren, ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Nürnberg. Er ist Mitglied des 42erAutoren e.V. und des Phantastischen Autoren Netzwerks (PAN). Neben seiner Arbeit für ein internationales Wirtschaftsunternehmen schreibt er Artikel und Berichte für das Nürnberger Musik- und Kulturmagazin RCN. Seit der Jahrtausendwende veröffentlicht er Kurzgeschichten und Gedichte in zahlreichen Anthologien. Dazu sind bisher zwölf Romane aus den Bereichen Thriller und Mystery/Urban-Fantasy in zahlreichen Verlagen erschienen.

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Die Meldung war kurz nach der Mittagspause hereingekommen und hatte das ganze Präsidium in Aufruhr versetzt: Im Nürnberger Stadtteil Glockenhof hatte eine Frau in einem Blumenladen plötzlich über Schwindel und Übelkeit geklagt. Wenig später hatte sie das Bewusstsein verloren und war trotz sofortiger Erste-Hilfe-Maßnahmen zweier Kunden noch vor der Ankunft des Notarztes verstorben. Sämtliche Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos. Damit waren nicht mehr die Mediziner, sondern die Kripo zuständig, die sämtliche ungewöhnlichen Todesfälle überprüfen musste.

Möglicherweise hatte die Verstorbene lediglich einen Kreislaufkollaps erlitten. Das wäre für die Angehörigen zwar ebenfalls schlimm, doch für die Ermittler wäre der Fall damit relativ schnell abgeschlossen.

Kriminaloberkommissar Mark Richter hoffte, dass es sich um eine natürliche Todesursache handeln würde. Alles andere könnte die Lage sehr, sehr kompliziert machen. Wenn er allerdings auf sein Bauchgefühl vertraute, würde sich die Hoffnung als nichtig erweisen.

Er schaltete seinen Passat vom dritten in den zweiten Gang herunter, weil der Fahrer in dem Tesla vor ihm bereits zweihundert Meter vor der Kreuzung abbremste, und schaute zu Dominik Waldmayer auf dem Beifahrersitz. Nach gut einem Jahr kannte er ihn ziemlich gut. Sein Freund und Partner war Mitte vierzig, hatte mit wild wucherndem, immer grauer werdendem Haar zu kämpfen und besaß eine bemerkenswerte Vorliebe für verlottertes Auftreten. Dreitagebart und schlecht sitzende Anzüge waren obligatorisch. Obwohl sie vom Wesen (und Kleidungsgeschmack) her unterschiedlicher nicht sein konnten und sie weiß Gott in vielerlei Hinsicht völlig unterschiedlicher Meinung waren, hatten sie in den vergangenen dreizehn Monaten genug erlebt und zusammen durchgestanden, um zu einem eingeschworenen Team zu verschmelzen. Heute genügte ein kurzer Blick in Dominiks Gesicht, und Mark erkannte darin die gleiche dunkle Befürchtung wie bei sich selbst.

Sie beide wussten, was hier in der Luft lag. Etwas, das in der Literatur ziemlich oft und im wahren Leben relativ selten vorkam.

Ein ungewöhnlicher Todesfall war ein Unglück. Zwei Opfer, auf ähnliche Weise verstorben, und das innerhalb von zwei Tagen in derselben Region, konnten ein Zufall sein. Bei dreien allerdings müsste man schon sehr blauäugig sein, um nicht einen Zusammenhang zu vermuten. Die Frau im Blumenladen könnte dieser Fall Nummer drei sein.

Mit Grausen dachte Mark an die zwei vorherigen Todesfälle zurück, die er und seine Abteilung überprüft hatten: Zuerst war eine Frau mit Namen Gizem Varol im Stadtteil St. Peter buchstäblich auf der Straße zusammengebrochen. Bedauerlicherweise mitten zur Rushhour auf der Dürrenhofstraße, einer der Hauptverkehrsstraßen des Viertels. Dadurch war die zweiundzwanzigjährige Türkin nach dem Kollaps unter die Räder eines herannahenden Daihatsu geraten, dessen Fahrer nicht mehr schnell genug hatte bremsen können. Mark und Dominik waren vor Ort gewesen. Der Anblick des entstellten Körpers hätte dem erfahrensten Kripo-Beamten das kalte Grausen beschert. Marks Eingeweide hatten sich schmerzhaft zusammengezogen, und Dominik neben ihm hatte benommen gekeucht.

Dennoch war dies der vergleichsweise harmlosere der beiden Todesfälle gewesen. Gestern war ein Mann namens Ronald Wassmann in Fürth im Beisein seiner zwei kleinen Söhne auf dem Spielplatz einfach umgefallen. Zeugen hatte