: June Malone
: Du entkommst mir nicht Psychothriller
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962154387
: 1
: CHF 5.40
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 350
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Johanna hat sich von ihrem Freund Tom getrennt, nachdem er sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat. Da sie selbst nicht viel Einkommen hat, zieht sie in ein Hochhaus, das sie sich gerade so leisten kann. Dort trifft sie auf Arthur, der das Loft auf dem Dach bewohnt und sofort von ihr fasziniert ist. Das anfängliche Interesse schlägt schnell in Besessenheit um und er nutzt jede Gelegenheit, um ihr nahe zu sein. Als er erfährt, dass Tom Johanna und ihre Beziehung nicht aufgibt und die beiden sich wieder näherkommen, ist auch Arthurs Kampfgeist geweckt. Entweder er bekommt sie - oder niemand. Verzweifelt versucht er, Tom von Johanna fernzuhalten. Dabei ist ihm jedes Mittel recht: Arthur schreckt auch vor Psychoterror und schließlich vor einer Entführung nicht zurück. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

3. Kapitel


JOHANNA


Zwei Wochen nach der Besichtigung saß ich mit gepackten Koffern im Taxi. Mir war ein wenig mulmig, denn nun gab es für mich kein Zurück mehr.

In zehn Minuten werde ich bei meiner neuen Wohnung ankommen und Frau Kirchberg wird mir die Schlüssel in die Hand drücken.

Gedankenverloren sah ich aus dem Fenster. Die Umgebung flog an mir vorbei, wurde zunehmend ländlicher und die graue Stadt lag bereits weit hinter mir. Wie unsere Wohnung. Toms und meine. Sie befand sich direkt in der City. Dort war es laut, beengt und trostlos. In ländlichen Gegenden fühlte ich mich viel wohler. Als Kind hatte ich jede Ferien bei meinen Großeltern auf dem Bauernhof verbracht. Für ein Stadtkind wie mich war sowas ein absolutes Abenteuer. Tom und ich waren uns schon am Anfang unserer Beziehung darüber einig, dass unsere eigenen Kinder mal auf dem Land aufwachsen sollten. Doch dazu würde es nun nie mehr kommen.

Ein Schleier legte sich über mein Sichtfeld und eine Träne quoll aus meinem rechten Auge hervor, sodass ich kaum noch etwas sehen konnte. Ich musste mich zusammenreißen, um nicht auf der Stelle loszuheulen. Schnell wischte ich mir die Träne weg. Unter keinen Umständen wollte ich vor dem Taxifahrer weinen und auch nicht bei der Schlüsselübergabe mit verquollenen Augen vor Frau Kirchberg stehen.

Ob die Wohnung inzwischen fertig renoviert ist? Versprochen hat der Sohn des Eigentümers es ja. Er scheint auch ganz nett zu sein. Warum also sollte er sich nicht daran halten, wenn er mich sogar mit in die Farbauswahl mit einbezogen hat?

Meine Gedanken drehten sich im Kreis und ich hatte gar nicht bemerkt, dass das Taxi inzwischen mein Ziel erreicht und angehalten hatte.

„Das macht Vierzehnzwanzig“, sagte der Fahrer, sah zu mir nach hinten und hielt die Hand auf.

„Ähm … ja. Moment.“ Nervös kramte ich in meiner Handtasche und fischte drei 5-Euro-Scheine aus meinem Portemonnaie. „Stimmt so.“ Schnell drückte ich dem Fahrer das Geld in die Hand und hoffte, dass er meine immer noch glasigen Augen übersah. Ich stieg aus dem Wagen und holte meinen großen Koffer und drei Reisetaschen aus dem Kofferraum.

Das Taxi fuhr davon. Ich sah ihm nach und bemerkte dann, dass es leicht tröpfelte. Gedankenverloren schaute ich auf.

Dichte, graue Wolken bedeckten den Himmel und der kalte Wind pfiff mir unangenehm um die Ohren. Ich hasste dieses wechselhafte Wetter. Außerdem war es bereits Mitte Juni und in den vergangenen Tagen war es schon recht sommerlich gewesen.

Unsicher ließ ich meinen Blick von den dicken Wolken hinab zu dem großen Betonkomplex wandern.

Dort werde ich nun wohnen. Allein und ohne Tom. Auch, wenn er mir fehlt: Es ist besser so.

Ganz oben auf dem Dach sah ich Palmenblätter hinter der Brüstung hervorblitzen.

Wahrscheinlich ist das eine der vernünftigen Mietparteien, die ihre Wohnung nicht so verwahrlosen lassen wie meine Vormieter. Wie es aussieht, haben die Leute sogar eine Dachterrasse und