: Gabriele Ketterl
: Tausche Highheels gegen Highlands Schottland-Roman
: Amrûn Verlag
: 9783958694958
: 1
: CHF 3.60
:
: Erzählende Literatur
: German
: 235
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der junge Stern am Finanzhimmel der USA, die erst 28jährige Allison, traut ihren Augen nicht. Ein Hacker hat ihre Emailadresse missbraucht, um gezielt Falschinformationen zu verbreiten. Ausgerechnet ihr Vater und ihr Verlobter werfen sie deshalb aus der Firma. Sie folgt der Einladung ihres Onkels Murray in die schottischen Highlands. Gerade, als sie dort Fuß zu fassen beginnt und dem attraktiven Tierarzt Clyde begegnet, ereilt sie die nächste Katastrophe aus Übersee. 'Hab Vertrauen zu den Menschen, die dich lieben!'

Gabriele Ketterl wurde in München geboren, wo sie auch heute wieder mit ihrer Familie lebt. Sie studierte Amerikanistik und Theaterwissenschaften an der Ludwig Maximilians Universität, München.

Einblicke

»Allison! Beeil dich, dein Vater will dich sehen.«

»Das kann er ja, aber ich dachte, er hat eine Konferenz mit Roy?«

Megan, ihre Assistentin, erschien im Rahmen der offenstehenden Bürotür. »Scheint vorbei zu sein. Die Herren haben es heute unglaublich eilig mit allem. Habe ich etwas verpasst?« Megan runzelte nachdenklich die Stirn, was bei der kleinen, rundlichen Frau mit den wirren roten Locken und den zahllosen Sommersprossen auf der Nase immer ausgesprochen amüsant aussah.

»Nicht, dass ich wüsste. Wenn, dann habe ich etwas verpasst. Seit einigen Tagen sind Dad und Roy schon wie elektrisiert. Ich war gerade dabei, die heutigen Zeitungen zu durchforsten. Kann ja sein, dass es wieder etwas auf dem Finanzmarkt gibt, das uns gute Provisionen garantiert.«

»Und, hast du was gefunden?«

Allison zuckte die Achseln. »Nichts, was dazu taugen würde, mich in Begeisterungsstürme ausbrechen zu lassen. Alles eher im Hedgefond-Bereich.«

»Du bist dir aber dessen bewusst, dass dein hochehrenwerter Herr Vater und dein gar bezaubernder Verlobter, diese Fonds lieben?« Megan war an der Spitze ihrer anklagend gekrausten Stupsnase anzusehen, was sie sowohl von Carson und Roy wie auch von Hedgefonds hielt.

Allison konnte sich das Lachen nicht verkneifen. »Du liebst Roy schon sehr, nicht wahr? Er muss so tough sein, das weißt du doch. Wenn er nachlässig wird, dann könnte er den Teilhaberstatus wieder verlieren. Nur darum hängt er sich so hinein. Er ist ein liebenswerter und vor allem liebevoller Mann.«

»Wenn ich jetzt, und zwar jetzt sofort, nicht an einem Lachkrampf sterben soll, dann gehst du lieber zu deinem Vater und diesem Wonne­proppen von Verlobten. Bedauere, du kennst mich, seit du hier angefangen hast – und ich darf anmerken, dass du der einzige Grund bist, warum ich in diesen vier Wänden noch meine Tage friste – ich war immer ehrlich zu dir. Du wirst dich an meine Worte erinnern, dass man dem Kerl keinen Meter weit trauen darf. Ich würde gerne bei dir sein und mich mit dir freuen, aber dazu müsste ich über Bedenken springen, die vorsichtig ausgedrückt, die Größe der Freiheitsstatue aufweisen. Nein, ich mag ihn einfach nicht, sorry.«

Allison legte die LA Times sorgfältig zusammen, stand aus ihrem bequemen Bürosessel auf und strich den Rock ihres dunkelgrauen Kostümes glatt. »Megan, exakt darum bin ich so froh, dich zu haben. Ehrlichkeit wird, das weiß ich durchaus, in der Branche immer seltener. Umso mehr brauche ich dich und deine Offenheit. Es ist schön, dass du da bist und du hast mir so oft bei Entscheidungen beigestanden. Aber du wirst sehen, dass du dich bei Roy täuschst.«

»Möge der Herr dir dein Vertrauen erhalten und möge diese karrieregeile Armani-Werbeikone dich nicht enttäuschen. Ich schwöre dir, dann bekommt er