: Erma Bombeck
: Einmal und doch wieder
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955303396
: 1
: CHF 2.70
:
: Humor, Satire, Kabarett
: German
: 248
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Es könnte die schönste Hochzeit des Jahres sein. Leider ist es Erma Bombecks eigene... Und genau genommen verbindet sie nicht viel mit ihrem zukünftigen Mann. Aber vielleicht ist die gemeinsame Vorliebe für eine bestimmte Art Musik und eine besondere Sorte Schokolade gar nicht einmal so wenig. Mit dem Mut der frisch Verheirateten geht sie daran, aus ihrem Angetrauten den Ehemann zu machen, der in ihm steckt. Bis zur Hochzeit der eigenen Kinder gehen die Jahre und Katastrophen des Ehealltags dahin - unnachahmlich witzig und warmherzig geschildert von der beliebten 'Königin aller Hausfrauen und Mütter'!

Erma Louise Bombeck, geb. 21. Februar 1927, gest. 22. April 1996, war eine US-amerikanische Schriftstellerin, welche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch ihre humorvollen Bücher und Zeitungskolumnen große Popularität erreichte. Bombeck hatte selbst drei Kinder und begann im Alter von 37 Jahren über die Höhen und Tiefen im Leben einer Hausfrau und Mutter zu schreiben. In der Zeit von 1965 bis zu ihrem Tod 1996 wurden mehr als viertausend ihrer Kolumnen in rund 800 Tageszeitungen veröffentlicht; ihre letzte Kolumne schrieb sie sechs Tage vor ihrem Tod.
Von der Liebe leben
Die Sache, die wir alle fürchteten undüber die wir nie sprachen, hatte etwas mit Sex zu tun. In den Vierzigerjahren hatten nur wenige meiner Freundinnen Erfrahrungen in dieser Hinsicht. Außerdem hatten wir die Befürchtung, dass die„Erfüllung der ehelichen Pflichten“, also etwas, was die katholische Kirche guthieß, nicht viel Spaß machen konnte.
Das größte Problem mit dem Sex aber war, ihn in unsere Terminkalender reinzukriegen. Samstags zwischen zwei und drei kam Sex nicht in Frage, weil da der Altpapiersammler kam. Vor dem Frühstück ging auch nicht, weil wir regelmäßig verschliefen. Nach dem Abendessen konnten wir's ohnehin vergessen– um diese Zeit rief immer jemand von unseren Eltern an, und wenn wir nicht ans Telefon gingen, benachrichtigten sie die Polizei. Dienstagabend war Bowling, da kam Bill spät nach Hause, und freitags wusch ich mir immer die Haare und schlief mit Lockenwicklern, um eine formvollendete Frisur zu kriegen. Also war der Freitag auch gestrichen.
Eines Abends erzählte mir eine meiner Freundinnen im Kartenklub von einem Artikel, den sie gelesen hatte. Darin stand, dass der sexuelle Reiz sich nach zwei Jahren Ehe bereits abgenutzt hätte.
Bei den Versuchen, uns auszumalen, was ihn ersetzen könnte, reichten die Antworten von Fruchteis mit heißer Schokolade bis zu Zahnregulierung.
Die Sache mit dem Sex zählte nicht mal zu den ersten zehn dringlichen Fällen auf unserer Hitliste.
Die echten Probleme waren die, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Frischvermählte sollten den ganzen Quatsch von Zärtlichkeit und Liebe in guten wie in bösen Tagen, in Reichtum und Armut, Krankheit und Gesundheit vergessen und sich lieber der großen Frage befassen:„Können wir uns ernähren und erhalten?“ Meinen Sie, irgendjemand würde zu den in die See der Ehe stechenden Paare sagen: Nehmt belegte Brote mit!?
Ich erinnere mich schwach, dass meine Mutter mich eines Abends, als ich noch alleinstehend und unbedarft war, bat:„Wenn du gerade schon stehst - könntest du mir ein Glas Wasser aus der Küche bringen?“
Ich fragte:„Wo?“
Sie fragte zurück:„Wo was? Das Wasser oder die Küche?“
„Die Küche“, gab ich zur Antwort.
„Ist das Zimmer mit der großen Uhr an der Wand.“
„Aha.“
Solange ich zu Hause lebte, hat sie immer mal wieder versucht, mich dazu zu kriegen, ihr bei der Küchenarbeit zuzuschauen, aber ich war nicht neugierig darauf, wie man ein Ei richtig aufschlägt oder ein Huhn zubereitet. Im Alter von zweiundzwanzig Jahren hielt ich Aspik immer noch für einen Wintersportort.
Ich hatte auf der Highschool einige wenige Male Hauswirtschaft belegt, aber es war jeweils nur eine Frage der Zeit, bis uns der immer wiederkehrende Speiseplan samt der Götterspeise mit Vanillesoße zum Hals heraushing.
Eines Abends legte Bill seine Gabel auf die undefinierbare (und unangerührte) Speise auf seinem Teller undüberlegte:„