Europäisches Niederbayern: Ur- und Frühgeschichte
Am Anfang war der Stein
Abgesehen vom wenig zugänglichen Waldgebirge war das heutige Niederbayern ein Dorado für die Menschen der frühesten Kulturen. Gute Böden, ausreichend Wasser, das bedeutet eine vielfältige Flora und Fauna. Über die Donau und ihre zahlreichen Nebenflüsse war die Region außerdem seit Urzeiten bestens erschlossen. Erstmals archäologisch greifbar wird die frühe menschliche Besiedelung in Niederbayern vor rund 130 000 Jahren. Sporadisch haben sich Steinwerkzeuge von Neandertalern an bevorzugten Aufenthaltsorten erhalten: hochwassergeschützte Anhöhen mit weitem Ausblick über die Flusstäler. Ganz besonders beliebt waren bei den ältesten „Niederbayern“ die sonnenwarmen Südhänge des Jura über dem Donau- und Altmühltal.
Neben Stellen unter freiem Himmel, wie etwa einem Platz der sehr seltenen sogenannten Aurignac-Kultur bei Irnsing (Lkr. Kelheim), gehören vor allem die Höhlen der niederbayerischen Juraregion zu den altbekannten Fundplätzen von Kulturzeugnissen aus der Altsteinzeit: Das Große und das Kleine Schulerloch, die Obernederhöhle, die Klausenhöhlen oder die Sesselfelsgrotte bei Essing (Lkr. Kel