: Dagmar H. Mueller
: Der kleine Raubdrache (Bd. 1) Das vorschriftsmäßige Rauben von Prinzessinnen
: Coppenrath Verlag
: 9783649644132
: 1
: CHF 10.80
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 176
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der kleine Drache hat schlechte Laune: Er will kein Raubdrache werden und sich jeden Tag die Schuppen verhauen lassen, nur damit irgendeine goldlockige Prinzessin anschließend den Prinzen heiraten kann, der sie befreit. Oder ist jemals auch nur das kleinste Dankeschön-Päckchen mit Pfefferlakritz im Drachendorf eingetroffen? Nee und nee, das macht keinen Spaß! Was aber, wenn der kleine Drache bei seiner allerersten Rauberei ausgerechnet an eine total heiratsunwillige Prinzessin gerät? Feuer, Qualm und Schuppendreck, wie wird man die bloß wieder los? Dagmar H. Mueller hinterfragt spielerisch Rollenklischees und unterläuft dabei mit genialem Fingerspitzengefühl jede Erwartung. Ein großer Vorlesespaß, der 'Das haben wir schon immer so gemacht' ad absurdum führt und augenzwinkernd freie Entfaltungsmöglichkeiten für Drachen und Prinzessinnen fordert.

Dagmar H. Mueller studierte in Hamburg Germanistik und Sportwissenschaften. Während des Studiums und danach arbeitete sie als Fitnesstrainerin, Skilehrerin, als Werbetexterin und als Musik-, Bewegungs- und Wahrnehmungstherapeutin für Vorschul- und Grundschulkinder. Im Jahr 2002 veröffentlichte sie ihr erstes Kinderbuch, das sie für ihren Sohn geschrieben hatte. Danach gab sie ihren Lehrberuf auf und widmete sich ganz dem Schreiben. Dagmar H. Mueller lebt in Hamburg und England.

Die Sache mit den Prinzen und Prinzessinnen


Es war nicht allzu weit gewesen zum Drachendorf. Jedenfalls nicht für einen Drachen, der schneller fliegen kann als jeder Vogel auf dieser Welt. Und da die Prinzessin ja in den Klauen des großen Drachenlehrers hing, war es für sie auch nicht sehr weit. Trotzdem hatte sie tapfer gestrampelt. Natürlich nicht allzu doll. Nur gerade so viel, wie man eben zappeln muss, wenn man geraubt wird. Und natürlichnicht so viel, dass sie riskiert hätte, runterzufallen. Prinzessinnen sind ja nicht dumm. Wer möchte schon aus der Höhe, in der Drachen normalerweise fliegen, auf die harte Erde abstürzen?

Also strampelte die Prinzessin ein kleines bisschen und legte danach eine erholsame Pause ein, um die Reise zu genießen. Sicher hatte sie von den anderen ehemals geraubten Prinzessinnen schon viel über die Schönheit der Drachenberge gehört, aber es war etwas ganz anderes, diesen unvergleichlichen Anblick von so hoch oben selber zu erleben. Jeder Berggipfel war mit puderzuckerweißem Schnee dekoriert und in jedem Tal leuchteten der Prinzessin aus dem dunkelgrünen Gras zehn Millionen Blumen in allen