: John Mark Comer
: Das Ende der Rastlosigkeit Mach Schluss mit allem, was dich hetzt - und komm bei Gott an
: R.Brockhaus
: 9783417270556
: 1
: CHF 12.60
:
: Christliche Religionen
: German
: 304
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ruhe. Radikal. Jetzt. Rastlosigkeit ist der größte Feind für unser geistliches Leben. Das sagt Dallas Willard. Und John Mark Comer merkt selbstkritisch: »Ja, trifft auf mich zu.« Woran du Rastlosigkeit erkennst? An chronischem Zeitmangel. An Gedankenkarussells, wenn du eigentlich ausruhen willst. An dem penetranten Gefühl von leeren Tanks - emotional, geistlich, körperlich - trotz Inputüberfluss. An Performance-Druck und der Überforderung mit Beziehungen im »real life«. Und wenn du voller geistlichem Tatendrang auf To-dos surfst wie auf der perfekten Welle. Trifft auch auf dich zu? Dann ist dieses Buch für dich!

John Mark Comer (Jg. 1980) lehrt und lebt im Großraum Los Angeles, USA. Er ist Gründer der 'Bridgetown Church' in Portland, Oregon und wirkt seit 2021 in der 'Vintage Church LA'. Als Autor und mit seinen Podcasts ist er international erfolgreich. Er hat die Initiative 'Practicing the Way' ins Leben gerufen, um Ortsgemeinden mit Ressourcen für Jüngerschaft und zur geistlichen Entwicklung zu unterstützen. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. www.johnmarkcomer.com www.practicingtheway.org

PROLOG


Autobiografie einer Epidemie


Es ist Sonntagabend, 22 Uhr. Mein Kopf lehnt an der Scheibe eines Uber-Fahrzeugs, ich bin zu müde, um aufrecht zu sitzen. Ich habe heute sechs Mal gepredigt – ja,sechs Mal. Die Gemeinde, in der ich Pastor bin, hat gerade einen weiteren Gottesdienst eingeführt. So macht man das doch, oder? Raum schaffen für Menschen. Bis nach Predigt Nummer vier hab ich’s gerade noch geschafft. Was danach lief, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich bin jenseits von müde – emotional, mental, sogar geistlich.

Als wir das mit dem sechsten Gottesdienst am Sonntag anfingen, rief ich diesen Megachurch-Pastor in Kalifornien an, der schon länger sechs Gottesdienste hintereinander anbot.

»Wie machen Sie das?«, fragte ich.

»Kein Problem«, sagte er. »Es ist so, als laufe man einmal in der Woche einen Marathon.«

»Okay, vielen Dank.«

Klick.

Momentchen … ein Marathon, ist das nicht echt heftig?

Ich fange also an, für Langstrecken zu trainieren.

Er hat eine Affäre und verlässt seine Gemeinde.

Hm, kein gutes Omen für meine Zukunft.

Bin jetzt zu Hause, esse spät. Kann nicht schlafen. Wieder dieses Gefühl von Todmüde, aber komplett aufgedreht.

Mach mir ein Bier auf. Sitze auf der Couch. Vor mir flimmert ein obskurer Kung-Fu-Film, von dem noch nie jemand gehört hat. Chinesisch mit Untertiteln. Keanu Reeves ist der Schurke.2 Ich mag Keanu.

Ich seufze.

In jüngster Zeit enden meine Abende meist so: auf der Couch, lange, nachdem die Familie schlafen gegangen ist. Früher hab ich mich nicht die Spur für Kung-Fu interessiert. Das macht mich nervös. Ist das vielleicht der Vorbote einer psychischen Erkrankung?Es fing alles damit an, dass er von Indie-Filmen über Kampfsport nicht mehr loskam …

Aber Fakt ist: Ich fühle mich wie ein Gespenst. Halb lebendig, halb tot. Vor allem abgestumpft. Das mehr als alles andere. Flach, eindimensional. Emotional lebe ich mit einer ständigen unterschwelligen Angst, die kaum je verschwindet, und mit einem Anflug von Traurigkeit. Aber meistens fühle ich mich geistlich gesehen nur wieBlabla … leer. Als sei meine Seele hohl.

ICH FÜHLE MICH, ALS SEI MEINE SEELE HOHL.

Mein Leben ist soschnell. Eigentlich mag ich es schnell.

Im DISG-Modell bin ich Persönlichkeitstyp D. Engagiert. Effizient. Ein Entscheider. Einer, der die Sachen durchzieht. Aber inzwischen bin ich weit darüber hinausgeschossen. Ich arbeite sechs Tage die Woche, von früh bis spät, und die Zeit reichtimmer noch nicht, um alles zu erledigen. Was schlimmer ist, ich fühle mich gehetzt. Ich rase durch den Tag und bin so mit dem Leben beschäftigt, dass ich den Augenblick verpasse. Und was ist das Leben anderes als eine Reihe von Augenblicken?

Geht’s noch irgendwem so? Ich kann nicht der Einzige sein …

Montagmorgen. Früh auf. Beeile mich, ins Büro zu kommen. Immer in Eile. Noch ein Tag voller Meetings. Und ich kann Meetings partout nicht ausstehen. Absolut. Ich bin introvertiert und kreativ, und wie für die meisten Millennials gilt auch für mich: Die Dinge langweilen mich viel zu schnell. Ich in einer Reihe von Meetings – das ist ätzend, für alle Beteiligten. Aber unsere Gemeinde ist wirklich schnell gewachsen, und das ist Teil des Problems. Ich traue mich kaum das zu sagen, denn glaubt mir, wenn überhaupt, dann ist es peinlich. In den le