: Stefan Schweizer
: Kaltes Metall Krimi
: Verlag edition krimi
: 9783948972745
: 1
: CHF 8.00
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 300
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Privatdetektiv Hardy Hacke soll dem schwerreichen US-Unternehmer Owen helfen, seine Tochter Eve zu finden, die in Berlin promoviert. Eve soll bald eine wirtschaftlich wichtige Ehe mit dem Spross einer US-Industriellen-Dynastie eingehen. Doch Eve scheint das libertäre Berlin zu genießen und bleibt verschwunden. Hardy muss bei seiner Suche sowohl in die ihm fremde Welt der Universität eintauchen als auch die Party-Szene der Hauptstadt durchforsten. Welche Rolle spielt eine zwielichtige Sekte bei Eves Verschwinden? Was als einfacher und lukrativer Suchauftrag begann, stellt sich als lebensgefährliche Mission mit etlichen Toten heraus. Ein Muss für alle Fans von zeitgemäßen, knallharten Kriminalromanen!

Stefan Schweizer lebt in Potsdam. Als Schriftsteller bewegt er sich in fremden Kulturen und exotischen subkulturellen Milieus. Die Ränder der Gesellschaft faszinieren ihn und für Kriminalroman-Recherchen scheut er keine Kontakte mit Schwerkriminellen. Schweizer ist Autor von gesellschaftskritischen Romanen, Kriminalromanen und Thrillern, aber auch Sachbüchern über Terrorismus, Politik und Geschichte.

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Ich stand vor der Jägerstraße 5. Herr Owen hatte mir ohne Weiteres zu verstehen gegeben, dass er über keinen Zweitschlüssel der Wohnung verfügte. Die Wohnung hatte Eve bereits von Amerika aus gemietet. Ihr alter Herr hatte trotz des horrenden Preises tapfer die Zähne zusammengebissen, um seiner Tochter nicht den Promotionsaufenthalt in dem Land zu verderben, in dem er vor Jahrzehnten seinen Militärdienst geleistet hatte. Inzwischen hatte der Wind sich abgeschwächt. Nur hin und wieder fiel ein vereinzelter Tropfen vom Himmel, und die Sonne schaute immer häufiger zwischen den am Firmament umherflatternden Wolken heraus.

Das Haus gehörte definitiv nicht zu den exklusivsten in der Gegend, sah aber immer noch nobel genug aus, um für ein unteres sechsstelliges Jahreseinkommen zu teuer zu sein. Die Nachbarhäuser waren teilweise neuer und die Fassaden richtig schön herausgeputzt. Ich tippte, dass dort die Versicherungs-‍, Bank- und Managertypen wohnten, für die es zu einer Villa in Grunewald oder Dahlem noch nicht ganz reichte. Vielleicht mochten auch ein paar der Bewohner das Berliner Innenstadtflair und setzten deshalb einen Haufen auf eine Villa im Grünen. Hätte ich genauso gemacht, aber mein Geld hätte weder hier noch dort für eine Besenkammer gereicht.

Für eine Doktorandenbude war das Haus in etwa so nobel wie die Örtlichkeiten des Vatikans für einen Bettelmönch. Und hinzu kam das Einmaleins der Immobilienbranche: Lage, Lage, Lage. Gendarmenmarkt, Brandenburger Tor, Regierungsviertel und nicht zuletzt die Humboldt-Universität in Laufweite, solange man nicht unter Gehbehinderungen litt. Viel besser ging es nicht.

Aus dem Bauch heraus hätte ich gesagt, dass Eves Wohnhaus der