: Wolfgang Wettstein
: Feuertod Kriminalroman
: Books on Demand
: 9783754365601
: 1
: CHF 6.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 242
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Zootierarzt liegt erstochen in seiner Wohnung, Teile seines Körpers sind verkohlt. Die Spuren führen den Rechtsmediziner Sokrates und die Kripo zu einem Mörder, der seine Opfer bei lebendigem Leib verbrennt. Als einer Journalistin Tonaufnahmen zugespielt werden, auf denen Menschen um ihr Leben flehen, wird klar: Der Alptraum hat erst begonnen... Komplexe Charaktere und meisterhafter Spannungsaufbau - ein Kriminalroman, der unter die Haut geht. Ausgezeichnet mit dem Zürcher Krimipreis 2018"Akribische Recherche, Sprachbewusstsein, glänzende Figurenzeichnung, kenntnisreiche Schilderung des Milieus - all das macht diesen Roman zu einem Höhepunkt der aktuellen Zürcher Kriminalliteratur." Zürcher Tagblatt

Wolfgang Wettstein, geboren 1962 in München, Lehre als Landwirt im Schwabenland, Zivildienst in einem Kloster, Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Freiburg im Breisgau und Zürich. Mehr als zwanzig Jahre hat er als TV-Journalist beim Schweizer Radio und Fernsehen SRF gearbeitet, zuletzt als Redaktionsleiter des TV-Konsumentenmagazins"K ssensturz" und der Radiosendung"Espresso&qu t;. Danach studierte er Theologie an der Universität Zürich und schrieb als Printjournalist für ein Konsumentenmagazin. Heute arbeitet er an seiner Dissertation in Theologie und ist als Autor tätig.

Zwei


Sokrates roch den Gestank von verbranntem Fleisch, als er mit dem Lift in die Attikawohnung fuhr. Das Opfer war keine vierundzwanzig Stunden tot, schätzte er, Verwesungsgeruch hatte sich noch nicht ausgebreitet. Er grüsste Glauser, der gerade telefonierte, mit einem kurzen Nicken und begab sich zu ihm. »Lukas, schau nach, ob ein Leon Oswald irgendwo registriert ist, Vorstrafen, Betreibungen, Handelsregisterauszug und so weiter«, hörte er ihn sagen. Glauser war ein paar Jahre jünger als er, grossgewachsen, sehnig, jede seiner Bewegungen schien kontrolliert. Er hatte braune, an den Schläfen graumelierte Haare, dunkelbraune Augen, eine hohe Stirn und ein markantes Kinn. Das letzte Mal war er Glauser bei einem Todesfall vor ein paar Wochen begegnet. Die Leiche, eine dreiundachtzig Jahre alte Frau, wies tiefe Stichverletzungen im Brustkorb auf. Bei der Obduktion stellte er jedoch fest, dass sie sich diese Wunden selbst zugefügt hatte. Suizid auf eine brutale, schmerzvolle Art.

Sokrates stellte seine schwarze Nylontasche, die Utensilien enthielt, wie sie ein Rechtsmediziner bei einer Leichenschau benötigte, auf den Boden und öffnete sie. Er nahm einen Overall hervor, schlüpfte in Überschuhe und zog Latexhandschuhe an. Dann nahm er seine Brille ab, hauchte auf die Gläser und putzte sie. Er blickte sich um. Das Entrée war grosszügig geschnitten. An den glatten, weissen Wänden mit modernen Schattenfugen bemerkte er fünf gerahmte Grafiken mi