: Heiko Wolz
: Bounty Hunter - Der erste Auftrag Ein rasanter und actionreicher Jugend-Thriller über ein Teenager-Kopfgeldjäger-Team
: KARIBU
: 9783961292592
: 1
: CHF 10.80
:
: Jugendbücher ab 12 Jahre
: German
: 256
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Als der 15-jährige Grayson Parker unverhofft die Möglichkeit erhält, Teil eines neuen Bounty Hunter Teams zu werden, sagt er aus der Not heraus zu. Nur mit den Prämien, die bei der Ergreifung echter Verbrecher winken, können 'Gray' und sein Vater weiter sein Schulgeld bezahlen. Wer würde da lange überlegen!? Doch das Auswahlverfahren ist hart und nicht jeder besteht das Training. Als sich ein kleiner Kern um 'Gray', seinen Kumpel Elijah, ihre supersportliche Mitschülerin Réka, Angeber Benedict und Außenseiter Matthew bildet, erkennt auch ihr Auftraggeber, dass sie die richtigen Kopfgeldjäger ausgewählt haben. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie auch als Team funktionieren. Ihr erster richtiger Zugriff als Team Ghost war als leichte Beute geplant - doch schnell stellt sich heraus, dass sie es mit einem weit größeren Verbrechen zu tun haben als gedacht.

Heiko Wolz, geboren 1977, lebt als freier Autor mit seiner Familie in Unterfranken auf dem Land. Er hat über 30 Romane für Kinder und Jugendliche veröffentlicht, erhielt u.a. das Literaturstipendium des Freistaats Bayern und war für den Oldenburger Jugendbuchpreis nominiert. Mehrere Wochen im Jahr ist er unterwegs, um Kinder in Schulen und Bibliotheken für das Lesen zu begeistern.

Kapitel 1


Dienstag, 06. April, 16:43 Uhr, Pazifische Sommerzeit

Mit einem dumpfenBopp! schlugen die Geschosse auf der anderen Seite der Ziegelsteinmauer ein. Grayson Parker duckte sich tiefer.

Bloß nicht den Kopf heben, sonst war’s das!

Rechts von ihm hockte Isaac. Grays Freund hielt den Lauf seiner Waffe auf den mit Mauerbrocken übersäten Boden gerichtet. Schweißbäche liefen über sein Gesicht wie Rinnsale auf ausgetrockneter Erde.

Der Dauerbeschuss hörte auf. Der Kerl, der sich als einer der letzten beiden Gegner in dem Wohnwagen verschanzt hatte, glaubte wohl, dass er Gray und Isaac erwischt hatte. Jetzt konnte er seine Aufmerksamkeit ganz auf Ben und Réka richten.

Wo steckten die zwei überhaupt?

Tja, Gray würde es kaum herausfinden, wenn er weiter nur Däumchen drehte.

Der 15-Jährige rollte sich herum. Seine schwere Schutzmontur behinderte ihn dabei, aber schließlich kniete er auf einem Bein und stellte das andere auf.

Langsam schob er sich nach oben. Die Mauer, hinter der er und Isaac vor zwei Minuten in Deckung gegangen waren, war nur ein kleiner Teil eines halb zerfallenen Gebäudes. Irgendwas Industrielles. Eine alte Fabrik. Gray konnte nicht erkennen, was darin hergestellt oder repariert worden war. Er erhaschte nur einen Blick durch ein zum Teil aufgezogenes Rolltor in eine Halle mit Stahlträgern. Von einer Art Kran baumelte eine dicke Kette mit einem riesigen Haken. Auf dem Boden verstreut lagen ein paar Metallteile, die alles und nichts darstellen konnten. Motorblöcke? Gussformen für Werkzeuge? Ansonsten war die Halle leer, soweit Gray sie einsehen konnte. Die Party fand hier draußen statt. Mehrere rostige und mit Graffiti besprühte Überseecontainer verteilten sich chaotisch auf dem Gelände.

Und dann war da noch der Wohnwagen. Ein weißer Riese mit einer notdürftig hergerichteten Veranda aus Holzpaletten, über die sich eine zerfetzte Markise spannte. Er stand ein ganzes Stück von Grays und Isaacs Standort entfernt, dazwischen nur freies Gelände, das keinerlei Schutz bot.

Aus einem der zerbrochenen Plastikfenster lugte ein schwarzer Lauf. Und zielte in Grays Richtung.

Mist!

Ein Trommelfeuer ging auf die Mauer nieder. Gray duckte sich und warf einen Blick auf seine Armbanduhr. 16:43 Uhr. Wann sah dieser Vollidiot endlich ein, dass sie so nicht weiterkamen? Solange sie hier saßen, würde er sie nicht treffen. Umgekehrt hatten aber auch sie keine Chance,ihn zu erwischen, wenn sie sich nicht bewegten.

Gray rief sich den Plan des Areals ins Gedächtnis. Ihr Gegner würde nach links laufen, sobald er den Trailer verließ. Dort boten ihm mehrere übereinandergestapelte Metallfässer Schutz. Es sei denn, Gray und Isaac waren vor ihm …

»Los, los, los!«, ertönte eine Stimme aus der Halle mit dem Kran.

Gray presste die Lippen zusammen. Warum brüllte Big Ben nicht gleichIch, ich, ich? Wenigstens lenkte er mit seinem Geschrei den Schützen ab. Gray und Isaac verständigten sich mit einem Nicken und erhoben sich.

Ben walzte derweil hinter dem Rolltor hervor. Mit seinen achtzig Kilogramm reiner Muskelmasse hätte er auch direktdurch das Blech brechen können. Das hätte ihm zwar nichts gebracht, aber deutlich spektakulärer ausgesehen. Allerdin