Erster Teil
1
David Bader fühlte sich gerädert. Die Nacht hatte sich wie zähflüssiger Karamell in die Länge gezogen. Viertelstündlich hatte David die Glockenschläge gezählt, die der Wind von der Kirchturmuhr aus dem Tal hochtrug. Die Windböen hatten an Dachziegeln, Fensterläden und Türen gerüttelt, waren durch die zahlreichen Ritzen des morschen Fachwerks gedrungen und hatten es stöhnen und erzittern lassen. David zog die Decke über den Kopf. Er hatte keine Lust, aufzustehen. Er konnte Sonntage nicht ausstehen. Sie verhießen wenig Erfreuliches.
In der Küche sah es aus, als ob der nächtliche Sturm eine Schneise der Verwüstung geschlagen hätte. Es roch beißend nach saurer Milch und abgestandenem Zigarettenrauch. Der Aschenbecher war voller Kippen. Der Geschirrberg der letzten zwei Tage stapelte sich in der Spüle. In der Pfanne klebten vertrocknete Nudeln. Aus dem Abfallkübel stieg ein süßlicher Geruch von verwesendem Schinken.
David bezwang sein