KAPITEL 4
»Genug!«
Opa?! Was machte der denn hier? Aber im nächsten Moment prügelte Opa auch schon mit seinem Spazierstock auf meinen Angreifer ein.
»Ist ja gut«, fauchte der Alte. »Jetzt hör schon auf, Wilmington!«
Ich fiel ins Gras und fasste mir an den Hals. Luft! Endlich konnte ich wieder atmen.
Es dauerte allerdings einige Sekunden, bis ich auch wieder halbwegs klar denken konnte. Denn woher kannte die Statue Opas Namen? Und warum war sie überhaupt lebendig?
Mit einem Satz war ich auf den Beinen.
»Was ist hier eigentlich los?«, krächzte ich. »Kann mir das mal jemand erklären?«
Isabella und Lorenzo hoben nur die Schultern. Offensichtlich waren sie genauso ratlos wie ich.
Opa starrte den Alten mit grimmigem Blick an.
Der richtete seinen steinernen Zeigefinger auf mich. »Mein lieber Robert, bis zur Inspiritution hast du aber noch einen Haufen Arbeit vor dir.« Dabei klang er so missbilligend, als hätte ich ihm bereits jede Menge Ärger eingebrockt.
»Äh … was?«
»Halt die Klappe, Jeremy!«, knurrte Opa.
Jeremy? Also kannten die zwei sich wirklich!
Opa packte mich am Arm. »Robert. Wir gehen!«
»Das dürfte wohl das Beste sein«, sagte der Alte hochnäsig und kletterte umständlich zurück auf seinen Sockel.
Von dort nickte er mir herablassend zu. »Deine werte Familie wird dich aufklären, Robert. Wir sehen uns beim nächsten Blutmond wieder.«
Blutmond? Was denn für ein Blutmond? Und außerdem: Was hieß hier »wiedersehen«? Auf keinen Fall wollte ich diesen Typen jemals wiedersehen.
Der Alte nahm seine ursprüngliche Haltung ein und stützte eine Hand unter das Kinn. In wenigen Sekunden war er wieder zu der Steinfigur geworden, für die ich ihn immer gehalten hatte. Und um die ich in Zukunft einen Riesenbogen machen würde. Das stand schon mal fest.
Opa grummelte leise vor sich hin und scheuchte Lorenzo, Isabella, Unfug und mich über die Wiese des Parks nach Hause.
Isabella hielt Celeste umklammert und flüsterte mir zu: »Was bedeutet das alles?«
Tja, das hätte ich auch zu gern gewusst.
»Robert, Liebling, ist alles gut?« Mama schwebte besorgt auf mich zu, als wir in den Salon marschiert kamen.
»Ich war gerade zur rechten Zeit am rechten Ort.« Opa warf sich in die Brust. »Dieser Knilch Jeremy hatte ihn in seinen schmutzigen Pranken.«
»Wer ist dieser Jeremy überhaupt?«, fragte ich verwirrt, erhielt jedoch keine Antwort.
Mama, Papa und Opa redeten wild durcheinander.
»Die Inspiritution! Dann geht es jetzt also los«, rief Papa, und ich hätte nicht sagen können, ob er sich nun darüber freute oder entsetzt war. Ganz zu schweigen davon, dass ich immer noch keine Ahnung hatt