: Ruth Rahlff
: SpooKI: Den Geist aufgeben gibt's nicht! Spannende Abenteuerreihe für Jungs und Mädchen ab 9
: Carlsen Verlag GmbH
: 9783646935202
: SpooKI
: 1
: CHF 7.10
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 336
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Von allen guten Geistern verlassen? Eigentlich ist Robert ein ganz normaler Junge. Wäre da nicht der Umstand, dass er in einer Geisterfamilie lebt. Was ihn immer wieder in ... nun ja ... erklärungsbedürftige Situationen bringt, denn natürlich darf niemand davon erfahren. Aber mittlerweile hat Robert einigermaßen Übung darin, nicht aufzufliegen und seine Familie zu schützen. Doch dann häufen sich auf einmal die merkwürdigen Vorfälle und schnell ist klar: Irgendetwas geht hier nicht mit rechten Dingen zu! Aber zum Glück stehen Robert seine neue Mitschülerin, die Computerspezialistin Isabella, und sein mitunter etwas draufgängerischer Geistercousin Lorenzo zur Seite. Gemeinsam nehmen sie den Kampf auf und die Frage ist nur: Wie trickst man eine künstliche Intelligenz aus? 'Eine spannende Abenteuerreihe voll absurder Szenen, die Gespenstergeschichte und alles rund um Künstliche Intelligenz, KI, kombiniert - darum der Titel 'SpooKI'. Das lockt auch lesefaule Jungs an.' NDR Der erste Band der actionreichen SpooKI-Abenteuerreihe um eine KI und jede Menge Geisterspuk: perfektes Lesefutter für Jungs und Mädchen ab 9 - mit magischem Buchumschlag, der im Dunkeln leuchtet! Alle Bände der SpooKI-Reihe: - SpooKI. Den Geist aufgeben gibt's nicht (Bd. 1) - SpooKI. Ins Netz gegangen (Bd. 2) - SpooKI. Der Spuk geht weiter (Bd. 3) - SpooKI. Ausgespielt (Bd. 4)

Mit Büchern hatte Ruth Rahlff schon früh zu tun: Sie sortierte die Wälzer ihres Vaters um, probierte sich als Verkaufstalent in der Buchhandlung ihres Onkels, ließ sich zur Verlagsbuchhändlerin ausbilden, arbeitete in einem sehr großen und einem sehr kleinen Verlag und ist nun freie Autorin und Lektorin. Dabei schlüpft sie auch gern in andere Identitäten. Sie schreibt Geschichten, Sach- und Spielbücher, Kinderromane, verfasst Texte für Apps und gibt Workshops für Kinder im Vor- und Grundschulalter.

KAPITEL 6


 

Keine andere Straße in der Stadt war so alt wie die Zwieselgasse – das hatte ich von Opa, und der musste es wissen. Schließlich war er dabei gewesen, als damals vor Jahrhunderten die ersten Häuser dort gebaut wurden. Und das Haus, in dem wir wohnten, war definitiv das älteste von allen.

Frau Watanabe hatte uns neulich die Redensart »Jemand oder etwas hat seine besten Zeiten hinter sich« erklärt.

Auf unser Haus traf das wohl eher nicht zu. Denn höchstwahrscheinlich hatte es nie gute Zeiten gehabt. Zumindest sah es auf Opas über hundert Jahre alten Schwarz-Weiß-Fotos auch schon windschief aus. Es befand sich am Ende einer langen, gewundenen Sackgasse, versteckt hinter Büschen und Bäumen. Unser Garten war ziemlich groß, im Gegensatz zu allen anderen Gärten in der Umgebung total verwildert und von einem hohen, rostigen Zaun umgeben, der menschlichen Besuch fernhalten sollte. Wobei wir sowieso nie welchen hatten.

Ständig hatte ich Angst, dass irgendwann mal jemand vom Bauamt auf uns aufmerksam werden würde, so morsch und baufällig war das Haus. Die Fenster hatten Sprünge und die Mauern waren voller Risse. An allen möglichen Ecken waren im Laufe der Jahrhunderte Balkone, Erker und Türmchen ergänzt worden, von denen ich die meisten aber nie freiwillig betreten hätte.

Ich war ja nicht lebensmüde.

Kurz bevor ich unser Gartentor erreichte, hörte ich ein Fiepen im Gebüsch des Nachbarhauses.

Oh! Hatte sich etwa Luzifer dort verkrochen? Oder vielmehr das, was nach seiner Begegnung mit Unfug noch übrig war von ihm?

Bevor ich mich vergewissern konnte, bogen sich die Zweige die Hecke auseinander und Tarantinos Gesicht tauchte vor mir auf.

Heute blieb mir auch nichts erspart.

Er hielt Luzifer im Arm und schnalzte anklagend mit der Zunge.

Soweit ich sehen konnte, war der Pudel unverletzt, wenn auch ziemlich zerzaust. In seinem Fell hingen Dreckklumpen und lange Dornen, und eine hellgraue Staubschicht überzog seinen Körper. Er guckte mich glücklich an und wedelte begeistert mit dem Schwanz – anscheinend hatte er heute richtig Spaß gehabt. Das sah Tarantino offensichtlich vollkommen anders.

»Der arme Kerl ist zu Tode erschrocken.« Vorwurfsvoll streckte er mir Luzifer entgegen. »Das möchte ich wirklich mit deinen Eltern besprechen. Wegen der ganzen Aufregung musste ich mich heute sogar krankmelden.«

Tarantino war eine Art Künstler, jedenfalls erzählte er das jedem. Besonders erfolgreich schien er mit seinen kitschigen Hundeporträts allerdings nicht zu sein. Deshalb arbeitete er halbtags in der Stadtbibliothek.

»Was würden wohl deine Eltern zu so einem Benehmen sagen?«, fragte er streng.

Eine Gänsehaut überzog meine Unterarme.

»Natürlich nichts«, antwortete ich.

»Weil sie nichts davon wissen!«, sagte er triumphierend.

»Nein, weil ich mich nicht schlecht benehme.«

Er zog die Augenbrauen hoch. »Ein Zwölfjähriger, der sich gut benimmt? Das ist wie ein vegetarischer Löwe: ein Mythos!«

»Äh … ja, natürlich.« Ich schulterte meinen Rucksack. »Aber Luzifer ist von ganz alleine weggelaufen.«

Dem stimmte Luzifer offenbar zu, denn er wedelte begeistert mit dem Schwanz.

Taranti