CHRISTIANUNDTHOMAS folgen dem Mistkerl seit zwanzig Minuten.
Sie haben gesehen, wie er eine gelbe Ampel überfuhr, erkannten sofort das Auto, einen tiefergelegtenBMW aus den Neunzigerjahren, dessen Boden fast den Asphalt streifte und der so sehr aufgemotzt war, dass man kaum wusste, was er eigentlich darstellen sollte, vielleicht eine Art M3.
Sie haben das Nummernschild überprüft und außer einem unbezahlten Strafzettel nichts gefunden. Aber das spielt keine Rolle: Sie kennen den Kerl. Niels. Der verdammte Little Niels. Und die Art, wie er fährt – ein bisschen zu schnell und ein bisschen zu aggressiv –, sagt ihnen, dass Niels etwas Dringendes zu erledigen hat. Also folgen sie ihm und warten. Was Little Niels an Geduld fehlt, müssen sie wettmachen.
Christian und Thomas arbeiten schon seit einigen Jahren zusammen. Aus den Reihen der Streifenpolizisten wurden sie beide für das Drogendezernat herausgepickt, weil sie Typen wie Little Niels kennen. Sie wissen, wie er tickt.
Die großen Labore sind alle in Deutschland und Holland. Ein paar auch in Polen. Dänemark ist normalerweise nur auf der Empfängerseite. Wenn man in der Zeitung liest, dass größere Drogenmengen beschlagnahmt wurden, ist das selten das Ergebnis von Ermittlungsarbeit auf der Straße. Das sind Geschenke der deutschen Polizei oder von Interpol. Die tägliche Arbeit sieht anders aus. Verhaftungen, die die Statistik gut aussehen lassen, Beschlagnahmungen von straßenüblichen Mengen, das sind die Dinge, mit denen Christian und Thomas zu tun haben. Sie sind nicht die Einzigen, aber die Besten, behaupten sie zumindest.
Sie folgen Niels durch den Kreisverkehr. Sie sind irgendwo in Rødovre oder Hvidovre. Ein paar Kilometer außerhalb von Kopenhagen.
»Was sagt dasGPS?«, fragt Christian, der heute am Steuer sitzt.
»Ihr könnt mich mal«, antwortet Thomas.
»Hast du versucht, es neu zu starten?«
»Was glaubst du, was ich hier seit zehn Minuten mache?«
Christian wedelt mit der Hand vor dem Gesicht. »Du hast unser Auto vollgestunken, sonst nichts. Seit wir das Revier verlassen haben.«
»Kohl«, sagt Thomas und lacht.