: Pat Cadigan
: Alien 3 Der Roman nach dem Drehbuch von William Gibson
: Heyne Verlag
: 9783641295868
: 1
: CHF 8.00
:
: Science Fiction
: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mit knapper Not sind Ripley, Newt, der Androide Bishop und der schwer verletzte Corporal Hicks den Xenomorphen entkommen. Auf dem Rückweg vom Planeten LV-426 docken sie mit derSulaco an der Raumstation Anchorpoint an, in Sicherheit sind sie deshalb aber noch lange nicht. Kaum haben die Marines dieSulacobetreten, um sie zu inspizieren, werden sie angegriffen. In höchster Bedrängnis können sich die Soldaten mit den Neuankömmlingen nach Anchorpoint zurückziehen. Doch dann kommen Gerüchte über eigenartige Experimente auf, die auf der Raumstation durchgeführt werden. Experimente, die ein Geschöpf hervorbringen könnten, das schrecklicher ist als alles, dem sich Ripley, Newt, Bishop und Hicks je entgegenstellen mussten ...

Jetzt schon ein einzigartiges Werk der Science-Fiction – Hugo-Award-Preisträgerin Pat Cadigan hat aus dem nie verfilmten Drehbuch von William Gibson einen bis zur letzten Zeile fesselnden Roman gemacht.

Pat Cadigan, geboren 1953, ist Science-Fiction-Autorin und wurde für ihr Werk bereits dreimal mit dem Locus Award, zweimal mit dem Arthur C. Clarke Award und einmal mit dem Hugo Award ausgezeichnet. Sie hat über zwanzig Bücher geschrieben, und mit »Alien3« hat sie nun aus William Gibsons legendärem Drehbuch einen Roman gemacht. Pat Cadigan lebt mit ihrem Ehemann und ihrer Katze in London.

3


INRODINA – der interstellaren Hauptstadt der Union Fortschrittlicher Völker – beobachteten die Grenzschützer bereits seit vier Schichten das immer näher herantreibende Raumschiff. Sie schlossen Wetten darüber ab, ob der Pilot beidrehen oder es tatsächlich wagen würde, widerrechtlich inUFV-Territorium einzudringen.

Im ersteren Fall war es natürlich möglich, dass zum Beispiel die Lebenserhaltungssysteme ausgefallen waren und der Sauerstoff knapp wurde. Wenn die Besatzung ein Notsignal absetzte, würde man sie selbstverständlich in Rodina aufnehmen – alle Nationen waren durch das Partnerschaftsabkommen befreundeter Zivilisationen dazu verpflichtet, in Not geratenen Schiffen Hilfe zu leisten, andernfalls mussten sie mit einem Totalembargo rechnen. DieUFV vermied nach Möglichkeit den Kontakt mit dekadenten Kapitalisten, aber eine interstellare Raumstation war nun mal auf Handel angewiesen.

Einer der Grenzschützer stellte die Theorie auf, dass es sich bei dem Piloten des Raumschiffs um einen dieser unberechenbaren libertär-unabhängigen Anarchisten handeln könnte, die mit voller Absicht Grenzen missachteten, da sie grundsätzlich keine Nationen anerkannten, jegliche staatliche Autorität als Bullshit bezeichneten und der Überzeugung waren, dass der leere Weltraum niemandem gehörte. Das konnte durchaus spannend werden, war aber nicht besonders wahrscheinlich, denn es gab kaum noch unberechenbare libertär-unabhängige Anarchisten. Die meisten von ihnen saßen mittlerweile in den Gefängnissen jener Bullshit-Autoritäten, die noch nicht gemerkt hatten, dass es sie eigentlich gar nicht gab.

Die Kapitalisten dagegen hatten sich wie eine Seuche im Universum ausgebreitet.

Als dieSulaco dann tatsächlich in das Staatsgebiet derUFV eindrang, gab sie nicht das kleinste Signal von sich. Es schien fast so, als hätte niemand an Bord bemerkt, dass hier gegen ein Abkommen verstoßen wurde. Derart frech war schon lange keiner dieser überheblichen, konsumsüchtigen Kapitalisten mehr gewesen. Bekämpften sie so ihre Langeweile? Suchten sie Ärger, um sich aus ihrem durch zwanghaftes Konsumverhalten hervorgerufenen Stumpfsinn wachzurütteln?

Die diensthabenden Grenzschützer versetzten ganz Rodina sofort in höchste Alarmbereitschaft, obwohl sie noch keine näheren Informationen über das vom Kurs abgekommene Raumschiff hatten. Als sie endlich mehr wussten, war die Enttäuschung groß, weil niemand seine Wette gewonnen hatte.

Rodinas Nachrichtendienst dagegen war überhaupt nicht enttäuscht. Da dieSulaco ein Schiff der Colonial Marines war, fiel ihnen mit ihr nun ganz zufällig eine wahre Fundgrube an Informationen in die Hände. Das Pech derSulaco war für sie also ein großer Glücksfall. Und da sie nur für einen begrenzten Zeitraum Zugriff darauf hatten, mussten sie schnell handeln.

Der Abfangjäger, den Rodina derSulaco entgegenschickte, war zwar ein älteres Modell, das schon seit Jahren nicht mehr hergestellt wurde, aber deswegen noch lange nicht veraltet. Dem Piloten gelang eine perfekte Landung auf derSulaco, direkt über einer Luftschleuse. Er und seine beiden Besatzungsmitglieder waren ein eingespieltes Team, wenn es darum ging, unter schwierigsten Umständen Informationen aus unzugänglichen (und nicht immer legalen) Quellen zu beschaffen.