: Angelika Schwarzhuber
: Die Weihnachtsfamilie Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641290740
: 1
: CHF 8.00
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: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Zauber von Weihnachten vereint jede Familie!

Singlefrau Emily soll kurz vor den Feiertagen die siebenjährigen Zwillinge Stella und Joshua ins Berchtesgadener Land zu ihrer Mutter zu bringen, die dort einen Kinofilm dreht. Als Valentin in Hamburg seine Kinder an Emily übergibt, ahnt die Personenschützerin, dass es ein schwieriger Auftrag werden wird, denn die Zwillinge wollen nicht ohne ihren Vater Weihnachten feiern. Während sie in den tief verschneiten bayerischen Bergen festsitzen, heckt ausgerechnet Weihnachtsmuffel Emily mit den Kindern ein Komplott aus, die geschiedenen Eltern wieder zusammenzubringen. Dabei holen sie die Erinnerung an ihre eigene Kindheit ein …

Wohlfühllektüre für die schönste Zeit des Jahres – lesen Sie auch die anderen Weihnachtsromane von Angelika Schwarzhuber!

Der Weihnachtswald
Das Weihnachtswunder
Das Weihnachtslied
Das Weihnachtsherz

Angelik Schwarzhuber lebt mit ihrer Familie in einer kleinen Stadt an der Donau. Sie arbeitet auch als erfolgreiche Drehbuchautorin für Kino und TV und wurde für das Drama »Eine unerhörte Frau« unter anderem mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Zum Schreiben lebt sie gern auf dem Land, träumt aber davon, irgendwann einmal die ganze Welt zu bereisen.

Kapitel 1


Es war einmal ein schönster Tag im Jahr

München – Heiligabend vor 22 Jahren – Teil 1


Als die zehnjährige Emily an diesem Morgen erwachte, wurde es draußen gerade hell. Im Bett unter ihr war das leise Schnarchen ihrer drei Jahre älteren Schwester Laura zu hören, mit der sie sich ein Zimmer teilte.

Heute ist Heiligabend, dachte Emily glücklich. Der Tag, auf den sie schon seit Wochen hingefiebert hatte. Der schönste Tag im Jahr ! Endlich !

Sie schlug die Bettdecke zurück, kletterte die Leiter am Etagenbett nach unten, ohne Laura zu wecken, und schlüpfte in die Hausschuhe. Leise verließ sie im Schlafanzug das Kinderzimmer, putzte sich im Bad die Zähne und ging in die Wohnküche am anderen Ende des Flurs.

Ihre Mutter Luise stand mit dem Rücken zur Tür an der Arbeitsfläche und summte vergnügt zur weihnachtlichen Popmusik aus dem Radio.

»Guten Morgen, Mama !«, sagte Emily. Ihre Mutter drehte sich um.

»Guten Morgen, Mäuschen !«, sagte sie mit einem Lächeln, und Emily sah, dass sie gerade Eier für einen Kuchen trennte. »Du bist ja schon früh wach.«

»Ich konnte nicht mehr schlafen … Wo ist denn Papa ?«

»Er muss noch etwas besorgen.«

»Was denn ?«

»Sei nicht so neugierig, mein Schatz !«

Emily hakte nicht weiter nach. Sicherlich hatte es etwas mit dem Christkind zu tun, und da würde ihre Mutter natürlich nichts verraten.

»Magst du mir helfen, den Weihnachtskuchen zu backen ?«, fragte Luise.

»Au ja !«

Emily nickte begeistert.

Der Weihnachtskuchen war ein besonderer Kuchen, den es nur am 24. Dezember gab. Und zwar am Nachmittag, während die Geschwister zusammen in einem der Kinderzimmer saßen, das sie ab Mittag bis zur Bescherung am Abend nur noch verlassen durften, um auf die Toilette zu gehen. Damit sie dem Christkind nicht versehentlich in die Quere kamen.

»Der Kuchen, der die Wartezeit versüßt« nannte ihr Papa Karl diesen traditionellen Kuchen, den es in seiner Kindheit schon für ihn und seine drei älteren Geschwister gegeben hatte. Das Rezept dafür stammte von seiner bereits verstorbenen Mutter. Dazu gab es heiße Schokolade, die mit weihnachtlichen Gewürzen zubereitet war. Karl gesellte sich bei diesen Gelegenheiten immer für eine Weile zu den Kindern und verputzte mindestens zwei große Kuchenstücke, während Luise irgendetwas Geheimnisvolles in der Wohnung zu tun hatte. Emily freute sich schon sehr auf diese Stunden. Die zogen sich zwar bis zum Abend endlos wie Kaugummi, aber trotzdem hatte sie immer viel Spaß mit ihren Geschwistern. Sie saßen auf einer Decke am Boden und spielten Monopoly. Und wenn sie davon genug hatt