: Monika Röder
: Der kleine Sexretter Unterschiedliches Verlangen und die drei Herzstücke langlebiger Erotik
: Carl-Auer Verlag
: 9783849783785
: 1
: CHF 24.40
:
: Partnerschaft, Sexualität
: German
: 204
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Man könnte meinen, über Sex und Erotik sei alles gesagt. Wie kommt es dann, dass gefühlt jede Woche ein neuer Sex-Podcast online geht, dessen Macher:innen mit Fragen überschüttet werden? Viele dieser Fragen werden von Menschen gestellt, die auf die eine oder andere Weise unglücklich sind oder sogar um ihre Beziehung fürchten. Die Paar- und Sexualtherapeutin Monika Röder fasst alles in den Blick, was dazu beiträgt, die 'schönste Nebensache der Welt' wieder genau dazu zu machen: den Körper, die Kommunikation und den Kontext. Sie verbindet dazu neueste biologische, neurowissenschaftliche und psychologische Forschung mit Erkenntnissen zu Paardynamik und Embodiment. Aus ihnen ergeben sich die drei Herzstücke langlebiger Erotik: eine konstruktive, verletzungsfreie und verbundene Kommunikation, selbstbestimmte sexuelle Begegnungen und ein bewusster Umgang mit dem eigenen Körper und dem der Partner:in. Berührende Fallbeispiele aus der Therapiepraxis und frech-liebevolle Illustrationen bringen das Gesagte immer wieder auf den Punkt. Konkrete Empfehlungen - 'Das können Sie tun' - und Übungen helfen bei der Wiederannäherung als Paar.Monika Röder, eid. anerkannte Psychotherapeutin; Berufseinstieg in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen am Bodensee (CH); Weiterbildung Systemische Therapie und Beratung bei der IGST Heidelberg; Leitung einer familientherapeutischen 2-Jahres-Gruppe in der stationären Jugendhilfe; 8 Jahre im psychologischen Team einer Vater-Mutter-Kind Vorsorge- und Rehaklinik. Seit 2011 ist sie selbständig mit eigener Praxis für Paartherapie und Systemtherapie in Bad Säckingen; seit 2017 zweite Praxis in Basel. Zusätzliche Weiterbildungen in integrativer Leib- und Bewegungstherapie, Paarlife, PEP, klinischer Hypnose, Sexualtherapie und klinischer Sexologie. Schwerpunkte: Paartherapie (Krisenintervention, Affären, Kommunikation), sexualtherapeutische Arbeit (Libidoverlust, Verlangensunterschiede, Funktionsstörungen), Psychotherapie (Lebenskrisen, Essstörungen, Sexualität).

Monika Röder, eid. anerkannte Psychotherapeutin; Berufseinstieg in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen am Bodensee (CH); Weiterbildung Systemische Therapie und Beratung bei der IGST Heidelberg; Leitung einer familientherapeutischen 2-Jahres-Gruppe in der stationären Jugendhilfe; 8 Jahre im psychologischen Team einer Vater-Mutter-Kind Vorsorge- und Rehaklinik. Seit 2011 ist sie selbständig mit eigener Praxis für Paartherapie und Systemtherapie in Bad Säckingen; seit 2017 zweite Praxis in Basel. Zusätzliche Weiterbildungen in integrativer Leib- und Bewegungstherapie, Paarlife, PEP, klinischer Hypnose, Sexualtherapie und klinischer Sexologie. Schwerpunkte: Paartherapie (Krisenintervention, Affären, Kommunikation), sexualtherapeutische Arbeit (Libidoverlust, Verlangensunterschiede, Funktionsstörungen), Psychotherapie (Lebenskrisen, Essstörungen, Sexualität).

1


DER SEXUELLE MENSCH HEUTE


So viel Wissenschaft und Wissen wie heute gab es noch nie. Die Geschwindigkeit, mit der neues Wissen generiert wird, bisheriges sich erweitert oder auch veraltet, ist immens. Das Wissen explodiert geradezu. Dazu kommt das Internet. Dank Wikipedia& Co bleibt uns nichts mehr vorenthalten. Auch über Sexualität wissen wir gefühlt alles. Aber wissen wir wirklich alles?

Wie aufgeklärt sind wir?


Die Generation unserer Eltern und Großeltern musste sich ihr Wissen über Geschlechtsorgane und Sexualität selbst zusammensuchen. Manche junge Frau hatte noch nie einen Penis gesehen, bevor aus einer spannenden Begegnung im Heuschober überraschend ein Kind hervorging. Sexualität war tabuisiert, das Wissen um Fruchtbarkeit und Schwangerschaft begrenzt, und AIDS existierte noch nicht. Die »wilden 68er« rebellierten gegen diese lustfeindliche Moral und stellten sie auf den Kopf. Sie praktizierten die freie Liebe, und manche lebten mit häufig wechselnden Sexpartnern in Kommunen. »Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment« war die Parole und zeigte, werin war und wer vom alten Eisen.

Die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er- und 1970er-Jahre erwarben ihr Wissen um Lust und Sexualität maßgeblich beim Doktor-Sommer-Team der Bravo und einige wenige biologische Details im Biologieunterricht. Sie versuchten, sexuell offener zu sein, und stemmten sich gegen Konventionen und einengende Moralvorstellungen. Als AIDS die Welt verunsicherte, war es schon eher möglich, über körperliche Liebe zu sprechen, undSafer Sex wurde salonfähig. Mit Beginn des digitalen Zeitalters und der Globalisierung begann die Schrankenlosigkeit der Sexualität. Heutige Kinder und Jugendliche werden häufig durch das Internet aufgeklärt.

Junge Menschen wachsen fließend in diese Welt hinein. Im Kindergarten lernen sie Begriffe wie »Fick dich«, und auf dem Schulhof kursieren die ersten Pornos. Bereits 2009 bekamen Forscher der University of Montreal für eine Studie zum Pornokonsum keine Kontrollgruppe zusammen, weil sie vergeblich nach Collegestudenten suchten, die noch keine Pornografie konsumiert hatten. Heute haben die meisten Kinder Pornos gesehen, lange bevor sie ihre eigene Sexualität entdecken und erforschen konnten. Das Internet lässt keine Fragen offen. Es gibt Anleitungen und Tutorials für Petting, Zungenküsse, zum Fist-Fucking und zum Oral- und Analsex. Sind unsere Kinder also aufgeklärt? Sind wir selbst aufgeklärt?

Die Realität in mitteleuropäischen Schlafzimmern sieht oft anders aus als in den Medien. Bei vielen Paaren findet der übliche Sex bei ausgeschaltetem Licht schweigend unter der Bettdecke statt. Sie tun »es« und sprechen nicht darüber. Warum »es« am einen Tag läuft und die Partnerin mitmacht, am anderen aber nicht, ist ihm oder ihr nicht wirklich klar. Warum sein bestes Stück bis zu einem gewissen Zeitpunkt steht und dann plötzlich aus heiterem Himmel zusammenfällt, kann weder er noch sie sich erklären. Warum das Gleiche sich am einen Tag scharf anfühlt und am anderen irgendwie »schiefgeht«, bleibt beiden ein Rätsel. Ich möchte Sie also einladen zu schauen, was da genau vor sich geht.

Sprache für Sexualität


Eine wichtige Voraussetzung für unsere