Und gleichzeitig gelang es ihr tatsächlich spielend und auf gymnastisch wundersamste Weise – was rein theoretisch reineweg undurchführbar und technisch rundweg unmöglich hätte sein müssen – flugs seine Hose zu öffnen, um somit schneller zum zentralen Punkt des ganzen Geschehens gelangen zu können, als ihm lieb war, nämlich zu seinem heißen Riesenvorschlaghammer. So rutschen seine beiden Hände, während sich ihre warme Zunge in seinem Mund wie wild gebärdete, willig und behände ihre Wirbelsäule rauf und runter und streichelten eine Weile ihren durchaus zierlichen Nacken voller allerliebster Sommersprossen und lichten, rötlichen Flaumes, während auch ihre Hände verzweifelt einen Halt suchten. Sie quetschten ununterbrochen seine Seiten von den Hüften bis hinauf zu den Achselhöhlen, wo er ziemlich kitzlig war, und umklammerten schließlich schraubstockartig seinen Kopf, hielten ihn mit einem bemerkenswerten Kraftaufkommen an beiden Ohren fest, während er seinen Körper verzweifelt ein wenig aus der eisernen Umklammerung zu befreien versuchte, um vielleicht wieder mal etwas Luft schnappen zu können. Sein steifer Penis schnellte hoch, genau zwischen ihre Schenkel, und er spürte bereits ihr Schamhaar, weil sie ihren dünnen, langen Sommerrock einfach hochgehoben hatte und darunter überraschenderweise keinen Slip trug. Einfach nichts! So scharf war sie auf ihn, diese herrliche, insulare Vulkanologin!
Sie hauchte soeben lasziv in sein rechtes Ohr: „Ja! Oh ja! Oh, mein Gott! Mein Löwe! Mach mich fertig! Beiß mich! Töte mich! Mein geiler Bock! Bring mich um, mein scharfer Hai! Friss mich! Nimm mich jetzt!“
Welch ein heftiger, hin- und mitreißender Empfang im Reich der angeblich kühlen und distanzierten Briten! Dachte ein restlos überwältigter Fredy, der sich damals tatsächlich erst seit zwei oder drei Tagen auf der im Übrigen überaus gastfreundlichen und unvergleichlich toleranten Insel befand, voller wohliger Schauer. Unmöglich, in dieser angespannten Lage die lausigen zehn Schritte ins Schlafzimmer zu tätigen. Sie hob das eine Bein an, so dass sein steinhartes Glied genau in ihre nasse Ritze zu liegen kam, was sie sogleich explosionsartig und endgültig zur Raserei brachte. Heftig fuhr sie zwischen vielen panischen Japsern mit ihrem prächtigen Gesäß auf seiner Fahnenstange reitend hin und her, zerrte heftig an seinen Haaren und Ohren, ohne indessen vom Küssen abzulassen. Fredy wurde dabei von ihrem ganzen, völlig wild gewordenen Wunderkörper immer noch mächtig gegen die Wand gedrückt. Er war zu keinerlei Bewegung mehr fähig, und es drängte ihn unheimlich, seinen scharfen Torpedo abschließend am richtigen Ort zu versenken, um endlich zum Schuss zu kommen.I can't get no satisfaction! fiel ihm plötzlich ein, und er musste tatsächlich erschöpft innehalten, denn vorerst kam er in der ganzen Hektik gar nicht dazu, überhaupt den richtigen Eingang zum Paradies zu finden.
Weil: Da kam sie, und zwar mit der unglaublichsten Vehemenz, noch bevor er sein durchaus verständliches Vorhaben der kopulativen Penetration hätte ausführen können. Es klang exakt so, als entgleise ein Schnellzug in voller Fahrt. Erschrocken blickte er zur Türe und hoffte, dass die Nachbarn nicht längst die Polizei, die Feuerwehr oder die Royal Army benachrichtig hätten, wenn nicht gar den Geheimdienst Ihrer Königlichen Majestät, und sein inneres Auge sah bereits einen sehr empörten, weil gehörnten englischen Ehemann wutentbrannt mit einem riesigen, schwarzen Regenschirm auf ihn, den in flagranti ertappten Ausländer und Gattinnenschänder, losgehen und einschlagen.
Sie lehnte sich, mit aufgelöstem Haar, völlig erschöpft und heftig atmend, an die gegenüberliegende Korridorwand und strich ihren langen Sommerrock zurecht, genau dort, wo das festlich aufgemachte Poster mit der Königlichen Großfamilie hing, die diesem wüsten, unzüchtigen Treiben mit der nötigen Diskretion und der angemessenen Zurückhaltung zugeschaut hatte – zugeschaut haben musste. Sogar die Kinder! All die süßen, kleinen, aufs Putzigste gekämmten und prächtig aufbereiteten Prinzchen und Prinzessinnen in ihren allersüßesten roten Uniförmchen voller goldglänzender Kordeln und Epauletten, voller polierter Manschetten und bunt glänzender Bordüren und Banderolen, die da arglos in die Kamera guckten, mussten, wohl oder übel zwangsweise, dieser absolut ungeplanten, völlig unabsichtlichen und natürlich auch unvorhergesehenen transeuropäischen Fraternisierung, dieser interkontinentalen Wollust-Orgie ohnmächtig zugeschaut haben.
„I knew it!“ stammelte und stotterte das rosarote Albion-Schätzchen aus dem tristen Einkaufszentrum von Yeovil völlig erschöpft, aber durchaus freudestrahlend und immer wieder süß errötend, glücklich, weil rundweg befriedigt und zutiefst gesättigt, mit allerniedlichsten Schweißperlen auf der Stirn, während Fredy verlegen seine Hose im Angesicht der vollständigenRoyal Family wieder hochzog, und es versuchte sogar nach diesem geradezu unerhörtenfull-contact-Körpereinsatz, nach dieser wahrhaft grenzenlosen leiblichen Hingabe, nach dieser fast übermenschlichen Kraftanstrengung auch noch tapfer zu lächeln, etwa so, wie die Siegerin eines olympischen Marathon-Laufes gleich nach dem Zieleinlauf fix und fertig und deshalb deutlich gequält in die Kameras lächelt. Was wusste sie? muss sich Fredy heute nüchtern fragen.
Die halbstündige Rückfahrt ins Bettendorf, in Lisas Limousine, verläuft unter umgekehrten Vorzeichen, denn nun ist es Lisa, die wohl nur aus Freundlichkeit, vielleicht sogar aus einem Schuldbewusstsein heraus ums Verrecken eine völlig sinnlose Konversation aufrecht erhalten möchte: „Wie geht es Fredy eigentlich?“ „Naja.“ „Was heißt naja?“ „Mal so, mal so.“ „Wie darf ich das verstehen?“ „Na, eigentlich gut. Meistens. Eigentlich immer gut.“ „Es geht ihm gut?“ „Naja. Gegenwärtig nicht. Nicht so gut, meine ich. Verstehst du?“ „Nein.“ „Na, derzeit hat er halt diese blöde Magenverstimmung. Ist ein Zufall.“ „Was ist ein Zufall?“ „Dass du gekommen bist, wo er diese Magenverstimmung hat.“ „Verstehe. Und sonst?“ „Sonst nicht.“ „Was sonst nicht?“ „Ich meine, sonst hat er das nicht.“ „Sonst hat er keine Magenverstimmung?“ „Nein. Sonst hat er nichts.“ „Er ist ja längst im Rentenalter und bezieht eine Rente?“ „Ja.“ „Und arbeitet trotzdem immer noch im Gastbetrieb?“ „Ja.“ „Er hat bei seinem bescheidenen Lebenswandel sicher ein ansehnliches Sümmchen auf der Seite?“ „Nein, hat er nicht.“ „Warum nicht?“ „Wir brauchen all das Geld für den Unterhalt des Betriebes.“ „Er ist an deinem Betrieb beteiligt? Ich meine besitztechnisch?“ „Nein.“ „Finanziell?“ „Ja.“ „Ja? Er ist doch von Anfang an dabei gewesen?“ „Ja.“ „Er ist es doch gewesen, der diesen dörflichen Betrieb überhaupt erst auf die Beine gestellt hat?“ „Ja.“ „Und er hat keinerlei Beteiligung?“ „Nein.“ „Findest du das juristisch korrekt?“ „Mir ist das absolut scheißegal.“ „Fredy aber sicher nicht.“ „Warum?“ „Ich bin der Meinung, dass Fredy, der sich derart eingesetzt hat für dich und dein Haus, der sein ganzes Herzblut in diesen Betrieb gesteckt und jahrelang dafür gearbeitet hat, finanziell und besitzrechtlich gewinnbeteiligt werden sollte. Verstehst du?“ „Nein.“ „Fifty-fifty.“ „Nein.“ „Als Geschäftspartner.“ „Nein.“ „Das wäre, so finde ich, eine Frage des Anstandes. Es kann doch nicht angehen, dass Fredy am Schluss seines Lebens mit leeren Händen dasteht?“ „Warum denn nicht? Er kann ja nichts mitnehmen. Ich auch nicht. Du übrigens auch nicht. Niemand kann was mitnehmen. Also, was willst du?“
Lisa räuspert sich verärgert. „Ich meine, da gibt es juristische Richtlinien. Rechte, verstehst du? Auch Gesetze! Beteiligungen, rechtliche Ansprüche. Legale Anteile. Rechtlich gesehen, meine ich. Fredy hat bestimmt ein rechtliches Anrecht, also einen rechtlichen Anspruch auf einen ihm zustehenden rechtlichen Anteil.“ „Nein.“ „Das muss ich mal abklären lassen. Ich werde mich, sobald ich zurück bin, mit meinem Anwalt in Verbindung setzen, um die rechtliche Seite dieser allem Anschein nach reichlich unklaren Angelegenheit aufzuhellen. Das ist doch eine interessante Frage?“ „Nein.“ „Die Bar ist doch bezahlt?“ „Ja.“ „Es bestehen keine Hypotheken mehr auf dem Gebäude?“ „Nein.“ „Der ganze Betrieb läuft also schuldenfrei?“ „Ja.“ „Kann man somit davon ausgehen, dass Fredy ein reguläres Anrecht auf...