: Maren Vivien Haase
: Lights of Darkness Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641293307
: Golden Oaks
: 1
: CHF 8.90
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: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Frankie& Tyler: Sie fürchtet die Dunkelheit. Er fühlt sich nur bei Nacht lebendig. Doch als Licht und Schatten aufeinandertreffen, ändert sich alles …

Frankie Davis hat panische Angst vor der Dunkelheit. Als Kind musste sie schlimme Erfahrungen machen, weshalb sie bis heute nur bei absoluter Helligkeit einschlafen kann. Sobald das Licht erlischt, fürchtet sie die Geschehnisse von damals neu durchleben zu müssen. Tyler Montgomery ist ein Nachtmensch durch und durch. Seit einer schrecklichen Tragödie flüchtet er sich in die Dunkelheit, um unter den Sternen mit seinen Problemen allein sein zu können. Doch als Frankie und Tyler – Licht und Schatten – spüren, dass da mehr zwischen ihnen ist als nur Freundschaft, ändert sich alles …

Die Golden-Oaks-Reihe bei Blanvalet:
Band 1: Sounds of Silence
Band 2: Lights of Darkness

Beide Bände können auch unabhängig voneinander gelesen werden.

Maren Vivien Haase wurde 1992 in Freiburg im Breisgau geboren und absolvierte dort ihr Germanistikstudium. Schon als Kind stand für sie fest, dass sie all die Geschichten zu Papier bringen muss, die ihr im Kopf herumspuken. Sport wie auch das Hip-Hop-Tanzen gehören genauso zu ihr wie stundenlange Serien- und Filme-Abende. Ihre New-Adult-Romane eroberten auf Anhieb die Spitzenplätze der SPIEGEL-Bestsellerliste – die »Belladaire Academy of Athletes«-Trilogie sogar Rang 1 – und begeisterten zahlreiche Leser*innen. Auf Instagram und TikTok nimmt die Autorin ihre Follower*innen täglich mit hinter die Kulissen ihres Schreiballtags.

Frankie


Licht an.

Meine Fingerspitzen lagen zittrig auf dem Lichtschalter, während ich darauf wartete, dass die Neonröhren im kleinen Mitarbeiterraum hinter der Backstube der Reihe nach ansprangen. Eine nach der anderen erhellte den Raum und ließ meinen Puls langsam wieder in einem geregelten Rhythmus schlagen.

Rasch lief ich zu meinem Schließfach aus dunkelgrünem Metall, das mich an meine Highschool-Zeit erinnerte. Nachdem ich mich in meine von Kopf bis Fuß weiße Bäckereiuniform geworfen hatte, schloss ich meinen Rucksack und meine Klamotten ein, band meine roten Haare zusammen und lief schließlich nach vorne in die Backstube.

Der ganze Raum war in den köstlichen Duft von frisch gebackenen Croissants, Vanille und Schokolade gehüllt, während im Hintergrund irgendein französischer Song dudelte. Andere Musik spielte mein Chef Mathieu in seiner französischen Bäckerei nämlich nicht. Kurz nachdem ich vor ungefähr eineinhalb Jahren hier meinen Aushilfsjob angetreten hatte, hatte ich für meine Musikwahl mächtig eins auf den Deckel bekommen. Aber wer hätte ahnen können, dass Mathieu nicht auf Taylor Swift stand?

»Frankie? Ich hab den Teig für die Baguettes schon vorbereitet, du musst sie nur noch formen«, kam es von meiner Kollegin Eve.

Eve war Ende dreißig und trug ihr mittelblondes Haar nur ein paar Zentimeter lang. Vom dauernden Stirnrunzeln hatte sie schon einige Falten davongetragen, so richtig fröhlich hatte ich sie noch nie gesehen. Dennoch mochte ich sie sehr und kam, trotz ihrer meist abweisenden Art, gut mit ihr klar. Gerade drückte sie ein paar Knöpfe der Knetmaschine, die lautstark brummte und in einer der hinteren Ecken der Backstube neben dem großen silbernen Ofen mit den verschiedenen Ebenen stand, in dem bereits ein paar Tartes vor sich hin buken. Sie war gelernte Bäckerin und das hier schon seit Ewigkeiten ihre Hauptaufgabe – die Arbeit in der Backstube und sich um die ganzen technischen Dinge zu kümmern. Anders als ich verfügte sie über jahrelange Erfahrung als Bäckerin, während ich erst nach und nach die verschiedenen Techniken lernte. Dafür war ich bei den organisatorischen Dingen und im Umgang mit den Kunden eine größere Hilfe.

Ich liebte es, mit Menschen in Kontakt zu sein, mich mit ihnen zu unterhalten und ihnen mit unseren Backwaren ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Eve war lieber für sich und versteckte sich hier hinten, machte, was Mathieu ihr auftrug, und verstand etwas von dem, was sie tat. Ursprünglich hatte ich den Job nach dem Highschool-Abschluss nur angenommen, weil ich nicht die geringste Ahnung gehabt hatte, was ich mit meinem Leben anfangen sollte … Na ja, aktuell war ich auch nicht viel schlauer. Aber bis mir etwas einfallen würde, jobbte ich hier. Damals hatte Mathieu händeringend eine Aushilfe gesucht, weil seine letzte umgezogen war, außerdem stimmte die Bezahlung. Und umgeben von Backwaren konnte man doch nur glücklich sein, oder? Auch wenn das hier nur eine Überbrückung sein sollte, legte ich mich dennoch immer ins Zeug – letztlich machte es mir ja auch Spaß, und ich konnte vollkommen abschalten, wenn ich meine Hände mit Mehl bestäubte und sie im Teig vergrub.

»Alles klar, dann leg ich direkt los.« Ich wusch mir schnell die Hände und lief dann rüber zum langen Holztisch, auf dem um die zwanzig kleine Teighaufen darauf warteten, von mir in Form gebracht zu werden. Bis auf die französische Musik und