Die Vermählung von Miss Jane Bates mit Leutnant Fairfax war von den üblichen glückverheißenden Vorzeichen begleitet: Kirchenglocken läuteten, die Sonne schien, und viele Taschentücher wurden geschwenkt. Doch leider hielten diese Vorzeichen nicht, was sie versprachen, denn der Leutnant, ein vortrefflicher Offizier und überaus verdienstvoller junger Mann, wurde nur drei Wochen nach der Eheschließung mit seinem Regiment ins Ausland verlegt und fiel, ehe er seine Heimat und die inzwischen geborene kleine Tochter noch einmal hatte wiedersehen können. Seine junge Witwe, die unter der doppelten Belastung des Kummers und einer zehrenden Krankheit ihr Ende nahen fühlte, befahl das vaterlose Kind der Obhut ihrer betagten Eltern, denn Leutnant Fairfax selbst hatte keine Angehörigen.
Hochwürden George Bates, Pfarrer von Highbury, damals schon ein alter Herr und von angegriffener Gesundheit, war den ungewohnten Aufregungen und Strapazen nicht gewachsen, die eine lebhafte Vierjährige in seinen ruhigen Haushalt brachte; ein akuter Anfall des Bronchialleidens, das ihm schon seit langem zu schaffen machte, setzte sehr bald seinem Leben ein Ende. Die Witwe und seine unverheiratete Tochter (die sehr viel älter war als ihre Schwester Jane) mußten daraufhin das Pfarrhaus verlassen und sich, da der Pfarrer, ein Mann von scharfem Verstand, aber unsicherem Urteilsvermögen, zu impulsiver, gedankenloser Großherzigkeit geneigt und die beiden sehr schlecht versorgt zurückgelassen hatte, ein notgedrungen äußerst bescheidenes Quartier suchen. Sie bezogen das Obergeschoß eines Hauses an der Hauptstraße des Dorfes Highbury; im Erdgeschoß wohnte ein Barbier, der dort auch seinen Laden hatte, ein Garten war nicht vorhanden. Das Dorf selbst allerdings befand sich in ansprechender, offener Lage in der reizvollen Grafschaft Surry, und die Befürchtungen, das kleine Mädchen habe möglicherweise die Lungenschwäche geerbt, die ihre unglückliche Mutter und ihren Großvater dahingerafft hatte, erwiesen sich bald als unbegründet. Eine in die Enkelin vernarrte Großmutter und liebevolle Tante taten für das Kind, was in ihren Kräften stand, und alles sprach dafür, daß Klein-Jane ihr ganzes künftiges Leben in Highbury verbringen und nur