Prolog
Die Sonne war schon vor Stunden untergegangen, Bielefeld lag schläfrig im Schimmer von Leuchtreklamen und Ampeln. An diesem Punkt der Stadt war nur dieRavensberger Spinnerei von einem gelbgoldenen Licht erleuchtet.
Sie sieht beinahe wie eine Schwester der Sparrenburg aus, dachte Gregor, als er seinen Roller in ihrem Schatten parkte.Nun ja, vielleicht eher wie eine jüngere Cousine, fügte er nach einem zweiten Blick auf den Bau aus dem 19. Jahrhundert hinzu. Er streifte sich den Helm vom Kopf, befestigte ihn an seinem Gefährt und lenkte seine Schritte Richtung Heeper Straße. Dort tauchte ein hoher Baum den Gehweg ins Dunkel. Der Junge blieb stehen. Mit seiner schwarzen Jacke und der dunkelgrauen Jeans war er beinahe unsichtbar.
Keine fünf Minuten später näherten sich ihm drei Gestalten in ähnlicher Kleidung. Ob das die drei waren, mit denen er hier verabredet war? Angestrengt versuchte Gregor, den Fetzen eines Gesprächs zu erhaschen, doch keine der drei Personen sagte ein Wort. Dennoch: Sie mussten es sein, schließlich hatten sie genau diese Zeit und diesen Ort ausgemacht – und außerdem: Wozu hatten sie einen Code vereinbart?
„Kein Foodwaste“, sprach er die abgemachte Parole halblaut vor sich hin, als die drei auf seiner