: Gregory Mone
: Atlantis (Band 1) - Unerwartete Entdeckung Unerwartete Entdeckung
: KARIBU
: 9783961292608
: Atlantis
: 1
: CHF 10.80
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 368
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die 14-jährige Kaya wächst in Atlantis, einer Unterwasser-Hightech-Welt, auf. Seit sie denken kann, ist sie fasziniert von den Legenden über das Leben aus der Welt über Wasser. Und obwohl die Regierung von Atlantis ihnen eintrichtert, dass es sich nur um Geschichten handelt, macht sich Kaya allein auf den Weg, um die 'Sonnenmenschen' zu treffen. Zeitgleich bricht der 10-jährige Lewis mit seinem Vater und der jungen U-Boot-Konstrukteurin Hanna nach Atlantis auf. Als sie überraschend auf Kaya treffen, ist die Begeisterung auf beiden Seiten groß: Die Legenden stimmen! Natürlich reagiert das 'High Council' von Atlantis feindselig, hetzt den neuen Freunden die 'Eraser' auf den Hals und will die Eindringlinge nicht mehr gehen lassen, denn die Enttarnung von Atlantis ist eine große Gefahr für die Welt unter Wasser. Kaya, Lewis und Hanna müssen nun zusammen ein Abenteuer bestehen, das größer ist, als sie es sich jemals vorgestellt haben. Wird es den neuen Freunden gelingen Lewis Vater zu befreien und einen Ausweg zu finden, um Atlantis wieder zu verlassen?

Gregory Mone ist Autor, Schriftsteller und Geschichtenerzähler. Auf dem US-Markt ist er für seine SciFi- und Hochseegeschichten bekannt. Mone lebt mit seiner Frau und den Kindern in Martha's Vineyard und fährt einen Pick-Up-Truck namens Marvin. Atlantis ist sein erstes Buch, das ins Deutsche übersetzt worden ist.

1

Die Geschichtenerzählerin


Leise öffnete Kaya das große Buntglasfenster und trat hinaus auf ihren Balkon. Auf der Straße unter ihr wimmelte es nur so von Menschen. Ihre Brustplatte, die Fußmanschetten und Handschuhe waren aufgeladen. Sie konnte es zur Aufführung und wieder zurück schaffen, ohne dass jemand merkte, dass sie je weg gewesen war. Keine große Sache. Oder?

Kayas Vater hörte sich im Wohnzimmer irgendeine Debatte über die Zukunft des Lebensmittelanbaus an. Es ging darum, wie die Stadt ihre wachsende Bevölkerung versorgen sollte. Wichtiges Thema? Klar. Langweilig? Aber so was von! Nicht mal ihr Dad schien den Beitrag sonderlich faszinierend zu finden. Sein Atem ging schwer und langsam, jeden Moment würde er anfangen zu schnarchen.

Kaya trat an den Balkonrand und sah nach links und rechts, dann nach oben und unten. In ihrer Wand lebte noch ein Dutzend weiterer Familien. Jeder hier konnte sie beobachten und ihrem Dad verraten, dass sie sich wieder mal rausgeschlichen hatte.

Trotzdem: Das hier war ihre Chance.

Sie stieß sich ab.

Der freie Fall war der leichte Teil der Übung. Wie ein Pfeil stürzte sie sich in die Tiefe und an den Fenstern der Wohnungen weiter unten in der Wand vorbei.

Auf der Straße drängten sich die Leute wie die Ölsardinen. Es war so eng, dass Kaya nicht wusste, wo sie landen sollte. Sie schaltete den Anti-Schwerkraft-Antrieb ihrer Ausrüstung an und kam ein paar Armeslängen über der Menschenmenge schwebend zum Halt. Plötzlich stieg eine Frau mit dickem grauem Haar in die Luft empor und flog über die Köpfe der Passanten hinweg zu einem Balkon gegenüber von Kayas Wand. Die Lücke, die die Frau im Gedränge hinterlassen hatte, schloss sich bereits. Hastig flog Kaya tiefer und sicherte sich den Platz. Dann duckte sie sich, verschmolz mit der Menge und ließ sich von ihr mitziehen.

»Verwöhnte Göre«, brummte ein Mann hinter ihr. »So jung und hat schon ihre eigene Ausrüstung.«

Kaya hastete davon und schlängelte sich zwischen den Leuten hindurch. Dabei zog sie einen dünnen Mantel aus ihrem Rucksack und schlang ihn sich um die Schultern, um ihr Anti-Schwerkraft-Set zu verstecken. Der Typ hatte kein Recht, sie blöd anzumachen. Klar, sie besaß eine Ausrüstung. Aber das hieß noch lange nicht, dass ihr Leben perfekt war.

Ihr Stadtviertel allerdings war wunderschön, selbst hier unten auf dem Boden. Die glatt polierten Steinwände waren mit Kristallen besetzt, nicht mit rauen, groben Gesteinsbrocken wie in anderen Gegenden. Die Wohnungsfenster waren in grün und blau funkelndes Glas eingefasst. Und es stank nicht. Auf dem Schulweg musste Kaya durch eine Gegend, die nach fauligem Fisch roch. Hier dagegen war die Luft sauber und frisch.

In der Stadt war es heute wärmer als üblich, und Kaya begann zu schwitzen. Sie tippte auf ihren Gürtel, woraufhin sich ihre Kleidung lockerte, was bei der Hitze angenehmer war. Neben einem Belüftungsschacht auf der anderen Seite der Plaza wartete, wie abgemacht, Rian auf sie. Um den Schacht herum waren kaum Leute. Kein Wunder, alle mieden die heiße, feuchte Luft, die dort aufstieg.

Rian schüttelte den Kopf, als er das Set unter Kayas Mantel entdeckte. »Echt jetzt? Du bist schon wieder gesprungen?«

»Ich konnte mich ja schlecht zur Wohnungstür rausschleichen.«

»Irgendwann wird dir jemand die Sachen einfach vom Leib reißen.«

»Ich hab deinen Kopfhörertric