: Patricia Vandenberg
: Eine Frau mit Charme und Stolz Familie Dr. Norden - Neue Edition 9 - Arztroman
: Martin Kelter Verlag
: 9783740990749
: Familie Dr. Norden - Neue Edition
: 1
: CHF 1.60
:
: Erzählende Literatur
: German
: 100
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dr. Daniel Norden ist verzaubert von der jungen Ärztin Dr. Fee Cornelius. Fee und Daniel heiraten. Er hat eine Praxis in München eingerichtet, Fee hilft ihm. Beide sehen den Beruf nicht als Job, sondern als wirkliche Berufung an. Aber ihr wahres Glück finden sie in der Familie. Fünf Kinder erblicken das Licht der Welt; zunächst Daniel jun., bald darauf sein Bruder Felix. Nach den beiden Jungen, die Fee ganz schön in Atem halten, wird Anne Katrin geboren, die ganz besonders an dem geliebten Papi hängt und von allen nur Anneka genannt wird. Weiterhin bleibt die Familie für Daniel Norden der wichtige Hintergrund, aus dem er Kraft schöpft für seinen verantwortungsvollen Beruf und der ihm immer Halt gibt. So ist es ihm möglich, Nöte, Sorgen und Ängste der Patienten zu erkennen und darauf einfühlsam einzugehen. Familie Dr. Norden ist der Schlüssel dieser erfolgreichsten Arztserie Deutschlands und Europas. »Zunächst tut sich im Gefühlsbereich nur wenig, aber das ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Mitte Juni erwartet sie ein aufregender Flirt, aus dem mehr werden könnte.« Während Sophie, wie jeden Morgen ihr Horoskop in der Tageszeitung las, lachte sie leise. »Beruflich geht es aufwärts. Ihr Chef hält einige Überraschungen für Sie bereit«, fuhr sie lächelnd fort. »Gut, dass du dein eigener Chef bist«, murmelte Wolfgang, Sophies Mann, mürrisch hinter dem Sportteil hervor. »Da bist du ja vor Überraschungen jeglicher Art sicher.« »Wer weiß, vielleicht hat Ramona ja irgendeine tolle, neue Idee.« »Du wirst doch wohl nicht tatsächlich an den Unsinn glauben, den du da jeden Tag liest?« Wolfgangs Gesicht erschien hinter der Zeitung, deutliches Missfallen in den Zügen. »Wenn du mir den Spaß heute Morgen schon verderben willst, dann sag's lieber gleich. Ich hab' nämlich glänzende Laune und sehe nicht ein, warum sich das wegen dir ändern sollte«, erklärte Sophie unbeeindruckt. »Und hör mal, was hier noch steht: Lassen sie sich durch nichts, auch nicht von ?vernünftigen Partnern? zu ?logischen Handlungen? überreden.« »Keine Sorge, das habe ich schon lange aufgegeben. Kann ich mal den Wirtschaftsteil haben?« »Nur, wenn ich den Sport bekomme. Ich kann unmöglich arbeiten gehen, wenn ich nicht weiß, wie das Lokalderby Hamburger SV gegen Werder Bremen ausgegangen ist.«

Eine der herausragenden Autorinnen im Romanheftbereich ist Patricia Vandenberg. Mit ihren berühmt gewordenen Romanserien Dr. Norden und Im Sonnenwinkel sowie zahlreichen serienunabhängigen Romanen hat sie sich in die Herzen unzähliger Leserinnen und Leser geschrieben. Von ihr existieren mehr als 1.500 Romane, die sie seit den 1960ern bis zu ihrem Tod in 2007 verfasste. Wie beliebt Patricia Vandenberg, deren Romane seit mehr als 40 Jahren im Martin Kelter Verlag in Print erscheinen, tatsächlich ist, beweist nicht zuletzt die ungebrochene Lesernachfrage ihrer Texte. Man kann von einer zeitlosen Gültigkeit sprechen, denn eine Lesergeneration nach der anderen wurde und wird in ihren Bann gezogen. Hervorzuheben ist die unnachahmliche Erzählweise Patricia Vandenbergs, die sie immer wieder großartig demonstrierte. Ins Leben gerufen und entscheidend geprägt hat Patricia Vandenberg auch die große Romanserie um Kinderschicksale Sophienlust. Bemerkenswert sind ihre übersinnlichen, phantastischen Amulett-Romane, die ebenfalls die erzählerische Meisterschaft dieser großen Schriftstellerin beweisen. Viele weitere Romane von Patricia Vandenberg unterstreichen die besondere Beliebtheit dieser Schriftstellerin, deren Verdienste im Romanheftgenre hervorzuheben sind. Das Geheimnis des Erfolges lag neben ihrer erzählerischen Kompetenz in ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber den Sorgen und Sehnsüchten ihrer Mitmenschen begründet. Das richtige Einfühlungsvermögen, der Blick in die Herzen der Leser wirkt sich auch und gerade in der heutigen Zeit sehr positiv auf das Renommee eines Schriftstellers aus. Genau das ist bei Patricia Vandenberg in besonderem Maße der Fall, deren breitgefächerte, virtuose Einfälle auch noch nach ihrem Tod einem großen Lesepublikum viel Freude bereiten.

»Zunächst tut sich im Gefühlsbereich nur wenig, aber das ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Mitte Juni erwartet sie ein aufregender Flirt, aus dem mehr werden könnte.« Während Sophie, wie jeden Morgen ihr Horoskop in der Tageszeitung las, lachte sie leise. »Beruflich geht es aufwärts. Ihr Chef hält einige Überraschungen für Sie bereit«, fuhr sie lächelnd fort.

»Gut, dass du dein eigener Chef bist«, murmelte Wolfgang, Sophies Mann, mürrisch hinter dem Sportteil hervor. »Da bist du ja vor Überraschungen jeglicher Art sicher.«

»Wer weiß, vielleicht hat Ramona ja irgendeine tolle, neue Idee.«

»Du wirst doch wohl nicht tatsächlich an den Unsinn glauben, den du da jeden Tag liest?« Wolfgangs Gesicht erschien hinter der Zeitung, deutliches Missfallen in den Zügen.

»Wenn du mir den Spaß heute Morgen schon verderben willst, dann sag’s lieber gleich. Ich hab’ nämlich glänzende Laune und sehe nicht ein, warum sich das wegen dir ändern sollte«, erklärte Sophie unbeeindruckt. »Und hör mal, was hier noch steht: Lassen sie sich durch nichts, auch nicht von ›vernünftigen Partnern‹ zu ›logischen Handlungen‹ überreden.«

»Keine Sorge, das habe ich schon lange aufgegeben. Kann ich mal den Wirtschaftsteil haben?«

»Nur, wenn ich den Sport bekomme. Ich kann unmöglich arbeiten gehen, wenn ich nicht weiß, wie das Lokalderby Hamburger SV gegen Werder Bremen ausgegangen ist.«

Obwohl er wahrlich andere Sorgen hatte, musste Wolfgang nun doch über seine Frau lachen.

»Hat man so was schon gehört! Meine liebe Frau und der Fußball. Ich werde nur niemals verstehen, warum du dich als waschechte Münchnerin ausgerechnet in einen Verein aus dem hohen Norden verliebt hast.«

»Du kennst doch mein Faible, gegen den Strom zu schwimmen. Für Bayern München oder Nürnberg oder meinetwegen auch Unterhaching schwärmt doch hier jeder«, erklärte sie gedankenverloren, während sie die Tabelle mit den Fußballergebnissen absuchte. »Oje, 2:4, das war ja mal wieder eine klare Sache.«

»Kein Wunder, Bremen ist eine herausragende Mannschaft, Deutscher Meister, falls du das vergessen haben solltest.«

»Schon gut, mein Lieber, das brauchst du mir nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit aufs Brot zu schmieren. Und jetzt gehe ich lieber, bevor ich ernsthaft sauer auf dich werde. Meine Kunden wollen schließlich eine fröhliche Hochzeitsplanerin.« Kurz entschlossen erhob sich Sophie, nahm im Stehen den letzten Schluck aus ihrer Kaffeetasse, küsste ihren Mann auf die Wange und verließ mit eiligen Schritten das Haus. Wolfgang hingegen blieb mit einem versonnen Lächeln am Tisch sitzen. Er wurde erst in einer Stunde in der Universität erwartet. Genug Zeit, um die Gedanken schweifen zu lassen, wie er es so gerne tat, wenn er alleine war. Wolfgang setzte sich auf seinem Stuhl zurecht, schenkte sich eine frische Tasse Kaffee ein. Ein leises Lächeln lag auf seinem Gesicht, als er über seine langjährige, recht glückliche Ehe mit Sophie nachdachte. Und das Lächeln wurde schmerzlich, wenn er weiterdachte, an die amourösen Abenteuer, von denen sie dank ihres anstrengenden Arbeitsalltags keine Ahnung hatte. Der letzte Flirt lag schon eine ganze Weile zurück, eine Tatsache, die ihm insgeheim zu schaffen machte. Das Alter, Wolfgang war inzwischen Mitte Fünfzig, schien nicht spurlos an ihm vorüberzugehen. Auch wenn die Studentinnen immer hübscher und jünger wurden, sie interessierten ihn einfach nicht mehr so wie sonst. Ganz im Gegenteil, das jugendliche, oberflächliche Geplapper ging ihm gründlich auf die Nerven. Da waren die Gespräche mit Sophie doch ganz anders. Sie kannte seine Launen, nahm Rücksicht auf seine Stimmungen und war im Großen und Ganzen die ideale Partnerin für ein sorgenfreies Leben.

»Vielleicht sollte ich mich mehr um Sophie kümmern«, sagte er nachdenklich vor sich hin. »Ich habe sie ziemlich vernachlässigt in letzter Zeit. Mal sehen, was es heute Abend im Kino gibt. Ich bin sicher, das wird ihr Spaß machen.« Dieser Gedanke hellte seine Stimmung sichtlich auf. Er nahm erneut die Zeitung zur Hand, fand, wonach er gesucht hatte und notierte auf einem Zettel eine Telefonnummer. Später würde er Karten für die Zwanzig-Uhr-Vorstellung reservieren. Sichtlich zufrieden mit sich und der Welt erhob er sich schließlich pfeifend, stellte die zwei Teller und Tassen zusammen und brachte sie in die Küche. Nach einem selbstgefälligen Blick in den Garderobenspiegel war er sich sicher: der Tag konnte beginnen.

*

Gähnend schaute Adam Pauli in den Spiegel des kleinen Passauer Landhotels und fuhr sich mit der Hand prüfend über die stoppelige Wange. Auch wenn er mutterseelenalleine mit seiner metallic-blauen Harley Davidson auf Deutschlands Straßen unterwegs war, ahnte er, dass eine Rasur an diesem Morgen unerlässlich war. Schließlich würde ihn die letzte Etappe seiner Reise noch heute nach München bringen, wo er gerne wie ein Mensch aussehen wollte. Er war gerade dabei, den letzten Rest Schaum vom Kinn zu kratzen, als sein Handy klingelte.

»Inga, mein Schatz, du bist schon auf?« Während er mit seiner Verlobten telefonierte, warf Adam einen überraschten Blick auf seine Armbanduhr. »Was ist denn passiert?«

»Es wird langsam Zeit, dass du zurückkommst. Alles geht drunter und drüber hier«, kam die schrille, vorwurfsvolle Antwort. »Ständig ruft die Klinik an, sie brauchen noch diese Unterlagen und jenes Zeugnis. Als wenn sie das nicht bei deiner Einstellung hätten prüfen können. Und dann diese Hochzeitsvorbereitungen. Du ahnst ja nicht, was da alles dranhängt.«

Adam lächelte unwillkürlich in sich hinein. Wenn Inga diese Stimme zur Schau trug, fasste sie sich meist verzweifelt in das dunkle Haar. Diese Geste brachte ihn regelmäßig zum Lachen, denn die Anlässe waren meist nichtig.

»Aber Liebling, ich verstehe die ganze Aufregung gar nicht. Die Unterlagen sind alle in der Klinik. Sie sollen nur mal danach suchen, dann finden sie sie schon. Und um die Hochzeit mach dir mal keine Sorgen. Schließlich haben wir noch mehr als drei Monate Zeit.«

»Drei Monate, was sind schon drei Monate bei so einer großen Gesellschaft?«

»Ich habe gar nichts dagegen, dich ganz im Stillen zu heiraten. Nur wir beide und die Zeugen, das würde mir völlig genügen. Hauptsache, du bist endlich meine Frau«, erklärte er zärtlich, aber Inga war zu aufgebracht, um dieses Kompliment richtig zu verstehen.