: Andreas Kollmann
: ich. und du. eine novelle.
: neobooks Self-Publishing
: 9783754183175
: 1
: CHF 4.50
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 176
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Thomas Hermann, 67 Jahre, nach dem Tod seiner Frau 'Seniorenstudent', lernt an der Universität drei Studenten kennen. Heike, Lorenz - und den anderen Lorenz. Thomas ist der geschichtlich Interessierte und unter den vieren die treibende Kraft, der Ideengeber. Von ihm stammt auch die Idee, eine Gaststätte zu eröffnen. Die drei wollen Thomas dabei haben, der mittlerweile mit Heike liiert ist. Zu viert gehen sie das Projekt an. Was, auch zwischen den vieren, nicht ohne Probleme bleibt. Trotz seines Alters ist Thomas der Moderne unter ihnen. So scheint es jedenfalls. Seine private Lebenswelt ist aber für die anderen ein Schock. Mit dem sie unterschiedlich umgehen. Die Sätze werden zunehmend kürzer, die Erzählung beschleunigt sich und gleicht bisweilen einem Staccato.

Andreas Kollmann, geboren 1960, aufgewachsen im Ruhrgebiet. Nach Grundwehrdienst dann von 1981 bis 1987 Studium in Trier und Freiburg i.Br. Danach Referendariat in Freiburg, dort auch Promotion über ein rechtsgeschichtliches Thema. Von 1991 an als Jurist in internationalen Unternehmen tätig. Seit Sommer 2021 Privatier, lebt in Heidelberg. Veröffentlichungen des Autors auf dem Gebiet der Fachliteratur. Interessenschwerpunkte: Architektur, Bücher, Kunst& sog. Klassische Musik (nur passiv).

Thomas. Und Lorenz.


Die halben Semesterferien hatte er weitgehend mit der Suche nach dem Buch verbracht. Den Rest verbrachte er wieder an seinem gewohnten Platz. In der Bibliothek. Sein üblicher Tagesablauf.

Dann traf er in der Stadt zufällig Lorenz. Er ging selbst sehr selten in die Stadt. Nie hatte er jemanden von der Uni. Den er kannte. Dort getroffen. Doch heute. Lorenz. Thomas. Sie waren befangen. Was machst Du. Und Du. Hier. Es wird. Frühling. Ja. Bald. Hier bin ich übrigens zur Schule gegangen. Damals. Sah noch anders aus. Damals. Und hier haste gearbeitet. Nein. Nicht hier. War bei Hamburg. Viele Jahre. Bin erst später wieder gekommen. Als mein Eltern gestorben sind. Und meine Frau. Schon länger tot war. Ach. Wußte gar nicht. Daß Du verheiratet warst. Ja. Und dann haste hier. Deine Zeit totgeschlagen. Vor der Uni. Ja. Und nein. Habe das Elternhaus umgebaut. War ziemlich renovierungsbedürftig. Über die Jahrzehnte ist nicht viel passiert. Arbeit über Jahre. Jetzt. Aber irgendwann füllt es einen nicht mehr aus. Und woher. Kommst Du. Aus Süddeutschland. Kleines Kaff. Kennste nicht. Und die anderen beiden. Heike. Ja. Heike kommt aus Würzburg. Merkste nicht. Der andere Lorenz aus Nordhausen. War DDR. Früher. Hörste nicht. Und dann haben wir uns hier. Ohne Uni hätten wir uns nie. Getroffen.

Wo wohnste denn. Hier. Du meinst mein Elternhaus. In der Gartenstraße. Nr. 13. Kann man sich merken. Und Du. Im Wohnheim an der Uni. Wie Heike. Ist billiger. Und der andere Lorenz. Der wohnt in einer WG. Kleines Zimmer, aber zentral. Ganz nette Leute. Glaub ich. Wenn Ihr mal Lust habt. Könnte Ihr ja mal vorbeikommen. Gartenstraße. Nr. 13. Wenn Ihr Lust habt. Auch ohne Voranmeldung.

Für nen Kaffee reicht es. Immer. Wenn ich da bin. Na dann. Bald fängt das Semester wieder an. Wir sehen uns. Machs gut. Ja. Du auch.

Kein Passant war stehen geblieben. Weil er mit einem jungen. Einem Studenten sprach. Niemand kannte ihn. So gut wie niemand mehr. War zu lange weg. Von hier. War gut. So.

Er wollte direkt nach Hause. Zurückfahren. Nach der Begegnung mit Lorenz. Aber irgendetwas. Hielt ihn. In der Stadt. Ein Tag ist so kurz. Ist so lang. Er streifte durch die Straßen. Fußgängerzone. Scheußlichkeit. In Person. Aber jetzt an die Uni. Oder nach Hause. Das ging nicht. Da sah er ein Cafe. Kannte er. Nicht. Ging hinein. Kannte niemanden. Setzte sich. An einen freien Tisch. Mit dem Rücken. Zur Wand. Die Kellnerin kam. Kellnerin. Wohl kaum. Die Bedienung. Kellnerin trägt schwarzen Rock. Weiße Schürze. Ist adrett. Die nicht. War jung. Vielleicht im Nebenberuf. Vielleicht. Studentin. Dachte er. Was wünschen Sie. Was nimmt man. In einem Cafe. So üblicherweise. Dachte er. Bei sich. Einen Kaffee. Ist bestimmt nicht falsch. Und ein Stück Kuchen. Verschiedene. Vorne an der Theke. Gut. Dann gehe ich. Auswählen. Kam zurück. Mit einem Stachelbeerkuchen. In der Bestellung. Die Bedienung. Kam zurück. An seinen Platz. Mit dem Stachelbeerkuchen. Und dem Kaffee. Roch gut. Beides. War nett. Die Bedienung. Und hübsch. Er schaute sich um. Wenige Leute. Rentner. Frauen mit Kindern. Sonst niemand. Und er. Er sah eine Zeitung. Im Ständer. An der Theke. Nahm sie. Stand auf, nahm sie. Ging zurück. Immerhin. Diese Zeitung. Er las. Eine Weile. Er fühlte sich. Nicht mehr allein. So. War vertieft. In die Zeitung. Was kann ich noch bringen. Ja. Was noch. Noch einen Kaffee. Noch einen. Kuchen. Nein. Nein. Das genügt.

Er zahlte. Trank den letzten Schluck. Des zweiten Kaffees. Der zweiten Tasse. Fühlte sich besser. Aber was nun. Ging zum Auto. Se