: Lübbert R. Haneborger
: Echte Oldersumer III Die diebischen Werftarbeiter Joke& Harm stehen unter Strom. Sechs neue Kriminal-Bonbons nach original ostfriesischem Rezept und eine Bonusgeschichte.
: Books on Demand
: 9783753494388
: 1
: CHF 6.10
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 136
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dreimal ist Ostfriesenrecht: Der dritte Band des nordisch-frechen Werftarbeiter-Duos Joke& Harm ist da! Nach den haarsträubenden Krimigeschichten im knallgelben Band 1 und im grasgrünen Band 2 der Echten Oldersumer folgt nun die"extra starke Mischung" in Blau. Kein Wunder, denn die Werftarbeiter Joke Bruns& Harm Janßen stehen diesmal mächtig unter Strom. Die einzig echten Ostfrieslandkrimis (in plattdeutschen Originaldialogen und hochdeutschem Paralleldruck) sind eine Marke für sich und wie ihre unfreiwilligen Helden: komisch, kernig und kleinkriminell! Joke Bruns und Harm Janßen sind eben unverbesserlich. Schrauben beide nicht gerade an einer Inselfähre, frönen sie ungeniert ihrem geheimen Laster: Bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit lassen sie mitgehen, was nicht niet- und nagelfest ist. Immer am Rande der Legalität ist ihnen die Polizei dicht auf den Fersen. Doch auf schlitzohrige und stets unterhaltsame Weise, wissen sich die beiden (fast) immer aus der Bredouille zu helfen. Nicht umsonst sorgt der anarchisch-freche Geist, der in ihren Sprüchen und Taten wohnt, für so manches Schmunzeln. Aus dem Inhalt: (Der Corona-Krimi): Wie geht man damit um, wenn das Finanzamt nach zig Jahren Steuern für den unerlaubt gebauten Bootsschuppen verlangt? Wie verhält man sich als Geisel zweier Wiener Schwerverbrecher? (Der Jubiläums-Krimi): Was hat der Heimatverein gegen die neue E-Tankstelle? (Der Fridays-for-Future-Krimi): Und ist Gift in den Fässern, die Joke und Harm bei brüllender Hitze im Hafen verrollen? Fragen, auf die sich die Oldersumer Werftarbeiter Joke& Harm einen ganz eigenen Reim machen. Immer haarscharf vorbei an der Polizei! Seit September 2012 sorgen die Kriminalgrotesken für viel Vergnügen und Furore im beschaulichen Hafenort und die Lesungen im Museum Alte Seilerei sind inzwischen legendär. Das lang erwartete dritte Taschenbuch enthält sieben kuriose Kriminalfälle. Und es ist wieder geprägt durch die urkomischen plattdeutschen Weisheiten und Dialoge, die hier parallel in hochdeutscher Übersetzung abgedruckt werden. Aktuelle Informationen und Termine finden sich auf der Facebook-Seite: www.facebook.com/pages/Echte- ldersumer/ Dort gibt es auch die Trickfilm-Videos mit Joke& Harm und Live-Ausschnitte der Lesungen.

Lübbert R. Haneborger erblickte 1970 in der Kreisstadt Aurich das Licht der Welt und studierte später Germanistik, Kunst und Soziologie an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg. Ende 2004 folgte am dortigen kunsthistorischen Institut seine Forschungsarbeit zur Bildform des Berner Realisten Franz Gertsch. Neben seiner Tätigkeit als Pressesprecher und freier Kultur-Journalist, besonders für das Ostfriesland Magazin, ist er auch als Sachbuch- und Krimiautor für Erwachsene und Kinder bekannt geworden - etwa mit dem Band"Das Schlosspark-Geheimnis", ausgezeichnet mit dem Deutschen Gartenbuchpreis 2014, oder mit der Broschüre"Theodor Fontane in Ostfriesland. Lütetsburg, Norderney, Emden", 2020). Gemeinsam mit Silke Arends ist er zudem Herausgeber und Autor einer Reihe von Krimianthologien (zuletzt"13 Mythen - 13 Verbrechen", 2019). Mit den"Echten Oldersumern" zeigt sich der Autor und Buchgestalter, der in Ostfriesland lebt und arbeitet, seit 2012 von seiner komödiantischen Seite.

Im Porträt

Ein malerisches Dorf an der Unterems

Künstler sehen Oldersum

Eines der zahlreichen Ortsbilder
des Oldersumer Malers
Georg Kretzmer (1920–2001)
zeigt den Blick von der
Alten Waage zum schräg
gegenüberliegenden Ufer
des Sieltiefs (hier als Ausschnitt des querformatigen Bildes).

Künstler und Orte bilden oft eine starke Verbindung. In und an bestimmten Orten scheint den Kulturschaffenden etwas Wesenhaftes zu begegnen; etwas, das ihnen ein Versprechen gibt. Das Versprechen, ihrer Art der Darstellung entgegenzukommen und ihnen dabei zu helfen, ihre Sicht der Wirklichkeit ausdrücken zu können. Kurz gesagt: eine Verfügbarkeit zu bieten für ihre Malerei, ihre Musik, ihre Literatur oder darstellende Kunst. Idealerweise tragen die Künstlerinnen und Künstler diesen Inspirationsfunken eines Ortes, den Genius loci, dann weiter durch ihr Werk und durch ihr Leben.

Ein Blick in die Kunstgeschichte zeigt, dass Bildende Künstler von Orten geprägt wurden, dass sie aber auch umgekehrt Orte oft über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, geprägt haben. Oft sind es ihre Bilder und Installationen, die unseren Blick auf Orte geformt und unbekannte Orte überhaupt erst auf die Landkarte gesetzt haben.

Künstler kreieren Orte

Ganz der Landschaft verbunden, zeigte sich der Oldenburger Maler Paul Müller-Kaempff, als er zum Ende des 19. Jahrhunderts an der Ostsee den Küstenort Ahrenshoop für sich und seine Malerei entdeckte. Gelegen an der historischen Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern, begründeten Müller-Kaempff und seine Künstlerkollegen und Kolleginnen – wie Grebe, Balzer, Schorn oder von Eicken – nicht nur eine Künstlerkolonie, sondern gaben mit ihren Häusern auch den Anstoß für das heutige Seebad.

Schon 1889 war 18 Kilometer nördlich von Bremen eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft im Teufelsmoor entstanden, die das bäuerliche Örtchen Worpswede auf die Landkarte hob. Die Stadtflucht, aber auch romantische Sehnsüchte nach einem einfachen, naturnahen Leben bewogen Künstler wie Fritz Mackensen, Hans am Ende, Otto Modersohn und seine Frau Paula, sich hier niederzulassen. Anschließend machte Rainer Maria Rilke (nur) die genannten Herren mit seinem Buch über Worpswede unsterblich.

Am südwestlichen Jadebusen schließlich logierten während mehrerer Arbeitsaufenthalte zwischen 1909 und 1912 die großen deutschen Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel. Die Gründungsmitglieder der Dresdner Künstlergruppe „Die Brücke“ entdeckten den Küstenort für ihre Sommerfrische; er war aber auch ihr Rückzugsort und ihre Quelle der Inspiration. Hier schufen beide ausdrucksstarke Bilder von Mühlen, Plattbodenschiffen und Gutshöfen in einer farbig aufgeladenen Küstenlandschaft.

Ein malerischer Ort an der Unterems: Oldersum, mit der Seeschleuse (li.)und der Hafenrinne (re.), als markante emsseitige Wasserzugänge.

Das typisch Norddeutsche wird hier bildhaft

Auch der kleine Hafenort Oldersum hat immer wieder Künstler angezogen, und das nicht zu Unrecht.1 Denn das typisch Norddeutsche kommt in dem 1500-Seelen-Dorf äußerst konzentriert und charakteristisch zum Ausdruck. Der Ort an der Unterems verfügt mit seinen umliegenden Deichen, dem Hafen und den Werftgebäuden, mit Siel und Seeschleuse, Schiffen und Booten, der alten Seilerei und manch historischem Gebäude – und zudem früher noch mit der Windmühle und einem herrschaftlichen Burggebäude – gleich über eine Vielzahl von malerischen Aspekten. Das haben Künstler wie Jann Jakob Stein (1898–1942), Robert Koepke (1893–1968) oder Gerd Gramberg (1923–2013) bald begriffen und sich vor allem der Hafenlandschaft und Hafenwirtschaft gewidmet, um dabei bezaubernde Lichtstimmungen und Wasserspiegelungen einzufangen – wie in dem 1954 entstandenen Gemälde „Sommermorgen in Oldersum“ des gebürtigen Br