: Annegret Wigger, Thomas Schmid, Gianluca Cavelti
: Zur Wirkmächtigkeit von Gesellschaftsbildern Ethnographische Befunde aus der Welt der Erziehungshilfen
: Beltz Juventa
: 9783779968221
: Basistexte Erziehungshilfen
: 1
: CHF 17.10
:
: Sozialpädagogik, Soziale Arbeit
: German
: 177
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Haben Sie sich schon mal Gedanken über ihre persönlichen Bilder und Vorstellungen von Gesellschaft gemacht? Welchen Einfluss üben diese Bilder und Vorstellungen auf die sozialpädagogische Praxis aus? Die Autor:innen dieses Bandes gehen solchen Fragen im Feld der erzieherischen Hilfen nach. Dabei werden unterschiedliche Elemente sozialpädagogischer Praxen konkret beleuchtet. Insbesondere wird gezeigt, wie sich im pädagogischen Alltag verschiedene Spielarten Sozialer Ordnung manifestieren. Abschließend zeigen die Autor:innen, welche Gesellschaftsbilder mit diesen Ordnungsvorstellungen einhergehen und wie sich diese in der pädagogischen Arbeit - den Beteiligten nur zum Teil bewusst - niederschlagen.

Annegret Wigger, Dr. Phil., ist Professorin im Ruhestand an der Fachhochschule St. Gallen mit den Forschungsschwerpunkten Kinderrechte und Heimerziehung.
Inhalt6
Einleitung10
Teil I Leerstelle Gesellschaft – eine Spurensuche16
1 Leerstelle Gesellschaft – vier Indizien18
1.1 Erziehung war gestern18
1.2 Bedeutungsverlust von Kollektiven in Erziehungskontexten22
1.3 Das Fehlen gesellschaftlicher Utopien in der Pädagogik/Erziehung26
1.4 Professionelle Selbstbezüglichkeit/Selbstgenügsamkeit31
2 Die Unsichtbarkeit von Gesellschaftsbildern34
Teil II Vorstellungsfragmente Sozialer Ordnung in der institutionellen Erziehung36
1 Forschungsmethodischer Zugang37
2 Organisationsleitbilder – Ausdruck expliziter Vorstellungen Sozialer Ordnung39
2.1 Leitbild einer Einrichtung für berufliche Integration42
2.2 Leitbild einer Kinder- und Jugendheimeinrichtung45
2.3 Leitbild einer Waldkinderkrippe47
2.4 Leitbild einer Kriseninterventionseinrichtung49
2.5 Leitbild eines Sonderschulinternates50
2.6 Institutionelle Steuerung entkoppelt von Gesellschaft52
3 Orte der Erziehung als gesellschaftlich geprägte Gelegenheitsstruktur54
3.1 Die Wohngruppe Pudel im Wohnblock am Rande der Stadt1255
3.2 Sport, Spiel, Spaß – ein Ort kompetitiver Betätigung66
3.3 Hausaufgaben machen – ein Ort des Lernens68
3.4 Kochen und Essen – ein Ort der Versorgung68
3.5 Das Dachgeschoss – ein Ort des kompetitiven Miteinanders69
4 Das alltägliche Essen – eine wiederkehrende Manifestation Sozialer Ordnung73
4.1 Das Essen als wiederkehrendes Ereignis im pädagogischen Alltag73
4.2 Die Gestaltung von Mahlzeiten als Manifestation von Ordnungsvorstellungen80
5 Biographischer Kontext von Vorstellungen Sozialer Ordnung87
5.1 Die Vorstellungswelt von Bernd: Das freie Individuum in keiner ›Wünsch-dir-was-Gesellschaft‹88
5.2 Die Vorstellungswelt von Fiona: In Gemeinschaft unterwegs sein96
5.3 Die Vorstellungswelt von Milan: Im Mitziehen immer wieder Nischen für sich entdecken101
5.4 Die Vorstellungswelt von Carmen: Der eigene Erfahrungshorizont zählt – kein Läufer auf dem Schachbrett sein wollen106
6 Eine kindgerechte Soziale Ordnung in einer pädagogischen Nische – eine Fallanalyse114
6.1 Erste Annäherung an den Fall114
6.2 Die Wohngruppe Maulwurf – eine pädagogische Nische in einer großen Organisation118
6.3 Eine besondere Wohngruppe in einer durchorganisierten Einrichtung131
6.4 Das Nebeneinander verschiedener Vorstellungsfragmente Sozialer Ordnung135
Teil III Wirkmächtigkeit von Gesellschaftsbildern in pädagogischen Praxen140
1 Der Zusammenhang von Vorstellungen Sozialer Ordnung und Gesellschaftsbildern141
2 Verschiedene Gesellschaftsbilder als Handlungsori-entierung sozialpädagogischer Praxis143
2.1 Gesellschaft als komplexes Getriebe144
2.2 Gesellschaft als diffuser Herrschaftszusammenhang148
2.3 Gesellschaft als loses Nebeneinander von Lebenswelten151
2.4 Gesellschaft als statisches Gefüge mit begrenzter Platzzahl154
2.5 Gesellschaft als Interaktionsgeflecht autonomer Subjekte158
2.6 Gesellschaft als Zusammenspiel patriarchaler Machtkonstellationen161
3 Professionelle Positionierung in Abhängigkeit von Gesellschaftsbildern166
Schlusswort170
Literatur172