Wie gesagt, ich hätte eigentlich nahtlos weiterschreiben können. Die ersten paar Seiten dieses Buches könnten Euch leicht verwirren und Ihr werdet bemerken, dass ich einfach mit meiner Geschichte noch nicht wirklich „im Fluss“ bin. Aber genau dieses Gefühl hatte ich zu Anfang des Jahres, Ihr werdet hoffentlich verstehen warum, und trotzdem einigermaßen Durchblick durch mein Gedanken-Wirrwarr bekommen.
Kaum zwei Wochen nach der Vollendung von „Muddi“ Teil 3 bekamen wir Post von unserem Anwalt. Darin stand, dass das Verfahren bezüglich des Unfalltodes unserer kleinen Krawalli aus „Mangel an Beweisen“ eingestellt wurde. Zunächst musste ich tief atmen. Was bedeutete das also jetzt für mich, beziehungsweise uns? Sollte ich jetzt wütend werden, schreien, traurig sein, weinen? Ich horchte in mich hinein und empfand seltsamer Weise… Erleichterung. Vielleicht konnte ich dann endlich auf eine gewisse Art und Weise damit abschließen. Immerhin hieß das ja auch, dass ich in Zukunft keine anstrengenden und nerven-aufreibenden Anwaltstermine mehr würde bewältigen müssen. Das war ja etwas, was mich die letzten eineinhalb Jahre immer wieder ziemlich gebeutelt hatte. Nach jedem Termin war ich am Boden zerstört und tagelang mit den Nerven am Ende. Sämtliche Gutachten, die über die Laufe der Zeit bei uns eingetrudelt waren, blieben von mir ungelesen. Die Einzelheiten darin hätten mich sehr wahrscheinlich in den kompletten Wahnsinn getrieben. Und entgegen aller landläufigen Meinungen diverser Mitmenschen hatten wir damals das Verfahren ja auch gar nicht angeleiert. Zur Erinnerung: einige Zeit nach dem Unfall wurden wir darauf hingewiesen, dass wir uns doch vielleicht besser mal um einen Anwalt kümmern sollten