: Jennifer Lillian
: Das Geheimnis um die Madfield Tochter
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962153953
: 1
: CHF 5.40
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 330
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Im Hause Madfield gibt es nichts, was man sich noch wünschen könnte. Doch für Warren Madfields Tochter Maylin ist schon lange nichts mehr so, wie es scheint. Als plötzlich auch noch die neue Mitstudentin Alice auftaucht und Maylin von dem mysteriösen Autounfall ihrer Mutter vor vielen Jahren erzählt, beginnt Maylin ihr zu helfen und will mehr darüber herausfinden. Dabei stoßen die beiden nicht nur auf die unnahbare Fassade von Maylins Vater Warren, sondern auch auf düstere Abgründe hinter den Mauern des Madfield-Anwesens. Können die beiden Frauen es schaffen, das Geheimnis des Unfalls zu lüften?

Jennifer Eilitz wurde 1991 in der Kleinstadt Soltau geboren. Nachdem sie ihre Ausbildung als Einzelhandelskauffrau abgeschlossen hatte, holte sie ihr Abitur nach, um anschließend das Studium Bibliotheks- und Informationsmanagement in Hamburg anzutreten. Nach dem erfolgreichen Abschluss arbeitet sie jetzt als Social Media Managerin und Redakteurin bei einem Hamburger Online-Magazin. Auch in ihrer Freizeit beschäftigt sie sich gerne mit Worten, indem sie in den verschiedensten Büchern versinkt, oder aber selbst Romane schreibt. Ihr Debütroman erschien im Juli 2017 unter dem Pseudonym Jennifer Lillian im bookshouse-Verlag. Heute lebt sie gemeinsam mit ihrem Freund in der Lüneburger Heide.

Kapitel 7 – 27 Jahre früher


Gedankenverloren kaute Maggie an ihren Nägeln, während Abby vor dem Spiegel stand und Make-up auftrug.

„Erzähl schon, was ist los mit dir?“, wollte Abby wissen. Fragend blickte Maggie auf. „Was soll los sein?“

Abby hörte auf, ihre Wimpern zu tuschen, und wandte sich dem Häufchen Elend auf dem Bett zu. „Na, sieh dich doch mal an. Du sitzt da und bläst Trübsal, als hättest du eben erst erfahren, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt.“

Maggie seufzte und rang sich ein Lächeln ab. „Es geht mir gut. Es ist nur … ich habe mich sehr auf die Party heute Abend gefreut. Ich hatte mir vorgestellt, wie ich Arm in Arm mit Warren tanze und wir einfach Spaß haben.“

„Ach, wie romantisch“, feixte Abby und setzte sich Maggie gegenüber auf ihr eigenes Bett. Sie teilten sich ein kleines Zimmer, das lediglich Platz für zwei Einzelbetten, zwei Schreibtische und zwei kleine Kleiderschränke bot. Neben der Eingangstür hatten sie sich einen Frisiertisch aus einem klapprigen Holztisch hergerichtet, den überwiegend Abby in Beschlag nahm.

„Glaub mir, es wird noch viele Partys geben, bei denen du mit deinem Geliebten die Tanzfläche unsicher machen kannst. Aber heute Abend wirst du wohl mit mir vorliebnehmen müssen. Und wenn du unbedingt tanzen gehen willst, dann gehen wir eben tanzen.“

Maggie kaute an ihrer Unterlippe. „Schon gut. Ich freue mich auch, wenn wir uns einen Film ansehen.“ Sie dachte an Warrens Worte, die ihr verständlich gemacht hatten, dass sie sich nicht herumtreiben sollte.

„Und uns danach gegenseitig die Haare flechten? Komm schon, Mags! Es ist Freitagabend, und ich habe mich chic gemacht. Dasselbe werden wir übrigens gleich noch mit dir anstellenmüssen“, fügte sie hinzu und musterte Maggie skeptisch. „Lass uns was erleben. Ich kenne ein paar gute Klubs hier in der Gegend. Wir können ein bisschen was trinken gehen, und du wirst sehen, der Abend geht ruckzuck vorbei und umso schneller kannst du deinem Göttergatten wieder in die Arme fallen. Was hältst du davon?“ Abby schaute sie mit einem geschminkten und einem ungeschminkten Auge an, was Maggie zum Lachen brachte. Sie hatte eigentlich nicht vorgehabt, in einen Klub zu gehen, zumal sie ein schlechtes Gewissen bekam, denn sie hatte Warren immerhin erzählt, dass sie sich nur einen Film anschauen würde. Aber sie konnte es ja bei einem Getränk belassen und früh wieder nach Hause gehen.

„Na gut“, gab sie schließlich nach. „Aber ich ziehe nicht so einen Fetzen an wie du.“ Maggie deutete mit einem Kopfnicken auf die Netzstumpfhose und den rot karierten Rock, der Abby gerade einmal bis zu den Oberschenkeln reichte.

„Süße, das würde dir auch gar nicht stehen“, neckte diese zurück und erhob sich schwungvoll vom Bett. „Für dich habe ich etwas anderes im Sinn.“

Warren saß auf der weißen Couch, einen Becher mit süßlich schmeckender Bowle in der Hand und langweilte sich zu Tode. Sein Vorsatz, es heute Abend krachen zu lassen, verflüchtigte sich beim Anblick auf die Leute um ihn herum immer mehr. Viele kannte er gar nicht, und er war sich nicht einmal sicher, ob sie auf dieselbe Uni gingen. Den Klamotten nach zu urteilen eher nicht. Das Haus, in dem sie feierten, war groß. Aber so wie er die Einrichtung einschätzte, hatte William maßlos übertriebe