Die Saison fange ich immer mit frühem Salat an, z. B. mit Schnittsalat, denn den kann man als Pflänzchen schon blattweise beernten. Außerdem säe ich frühen Kohl mit einer relativ kurzen Entwicklungszeit von 65–75 Tagen aus. Die Entwicklungszeit wird ab dem Auspflanzen gemessen und gibt an, wie lange es dauert, bis eine Pflanze erntereif ist.
Der Kohl wird später ins geschützte Freiland, der Salat ins ungeheizte Gewächshaus gepflanzt. Dies geschieht je nach Witterung Anfang bis Mitte März. Den Salat kann ich relativ schnell ernten, der Kohl braucht bis ca. Juni – je nach Witterung im Frühjahr.
Ich säe nicht zu viele Kohlpflanzen auf einmal aus, da sich die frühen Sorten nur für den Frischverzehr eignen. Lagern kann man sie im Kühlschrank 1–2 Wochen. Gut lassen sich schon zeitig einige äußere Kohlblätter ernten, mit denen man eine Gemüsepfanne oder einen Salat verfeinern kann. Auch früher Palmkohl ist ein Gewinn, da er keinen Frost braucht und man die einzelnen Blätter relativ schnell ernten kann. In einem grünen Smoothie machen sich die zarten frischen Blätter auch sehr gut und liefern eine Menge frischer Vitamine und Chlorophyll.
Erst wenn die Kohlpflanzen Wurzeln und vier Blätter haben, pflanze ich sie in größere Töpfe.
Ich säe gern gelben Schnittsalat, Romanasalat ‘Little Gem’, Kopfsalat ‘Maikönig’, Spitzkohl ‘Jersey Wakefield’, Weißkohl ‘Golden Acre’, Palmkohl ‘Nero di Toscana’ und Rotkohl ‘Red Express’ aus. Von den Kohlsorten nehme ich jeweils ca. fünf Samen, in der Hoffnung, dass ich mindestens drei kräftige Pflanzen pro Art bzw. Sorte bekomme. Wachsen alle Samen zu kräftigen Pflanzen heran, finde ich sicher eine Lösung bzw. einen geeigneten Platz für sie. Man darf auch nicht vergessen, dass die Setzlinge, sobald sie das schützende Haus verlassen haben, zahlreichen Gefahren ausgesetzt sind, wie etwa Schnecken oder Mäusen, die die jungen Pflanzen zum Frühstück verspeisen. Dies ist auch ein Grund, warum ich besonders die frühen Kohlpflanzen erst auspflanze, wenn ich sie mindestens zweimal umgetopft habe und sie relativ groß sind. Denn eine größere Pflanze kann einem Schneckenangriff wesentlich besser widerstehen als ein kleiner Sämling.
Die Salatsamen bedecke ich bei der Aussaat nicht mit Erde. Salat ist ein Lichtkeimer, d. h., er braucht Licht zum Keimen. Die Kohlsamen bedecke ich mit ca. einem halben Zentimeter Erde.
DAS RICHTIGE SUBSTRAT
Für beide Aussaaten verwende ich Kokoserde und keine Aussaaterde. Beide würden auch in normalem Gartenboden keimen, sie brauchen keine abgemagerte Aussaaterde, die zudem auch teurer ist.
Kokoserde